Montag, 05. Dezember 2016


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Bayerische Eisenbahngesellschaft schreibt Regionalverkehr im Dieselnetz Nürnberg neu aus

Netz wird um drei Linien erweitert / Bestehendes Fahrplankonzept bleibt erhalten / Einsatz von Gebrauchtfahrzeugen ab Baujahr 2000 möglich

(lifePR) (München, ) Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, koordiniert und finanziert, wird die Verkehre des Dieselnetzes Nürnberg in einer europaweiten öffentlichen Ausschreibung neu vergeben. Die erste Ausschreibung des Netzes gewann 2008 DB Regio. Mit dem künftigen Betreiber wird die BEG einen Verkehrsvertrag von Juni 2019 bis Juni 2031 schließen. "Mit der Neuausschreibung sichern wir das bewährte Betriebskonzept", erklärt Johann Niggl, Geschäftsführer der BEG. "Fahrgäste werden auch zukünftig die Züge montags bis freitags mindestens stündlich nutzen können." Auf den Strecken von Nürnberg nach Neuhaus und Simmelsdorf-Hüttenbach passt die BEG das Angebot mit einer geringfügigen Leistungsausweitung an die neugeordneten Verkehre nach Bayreuth und Hof an.

Erweiterung des Netzes

In der neuen Ausschreibung werden die Linien Roth - Hilpoltstein, Pleinfeld - Gunzenhausen und Wicklesgreuth - Windsbach zusätzlich in das Dieselnetz Nürnberg integriert und die elektrisch betriebene Linie Nürnberg - Neustadt (Aisch) (- Markt Bibart) bis auf einzelne Züge aus dem Netz herausgenommen. Zum Wettbewerbsprojekt "Dieselnetz Nürnberg" gehören somit folgende Linien:

- Nürnberg – Fürth – Siegelsdorf – Markt Erlbach
- Nürnberg – Fürth – Siegelsdorf – Neustadt (Aisch) – Markt Bibart (einzelne Züge)
- Fürth – Cadolzburg
- Neustadt (Aisch) – Bad Windsheim – Steinach (b. Rothenburg o. d. Tauber)
- Steinach (b. Rothenburg o. d. Tauber) – Rothenburg o. d. Tauber
- Nürnberg Nordost – Gräfenberg
- Nürnberg – Lauf (r. Pegnitz) – Neunkirchen a. Sand – Neuhaus
- Nürnberg – Lauf (r. Pegnitz) – Neunkirchen a. Sand – Simmelsdorf-Hüttenbach
- Roth – Hilpoltstein
- Pleinfeld – Gunzenhausen
- Wicklesgreuth – Windsbach

BEG gewährt Neufahrzeugbonus

Die Fahrzeuge im Dieselnetz Nürnberg müssen für mindestens 120 Stundenkilometer zugelassen sein. Dies können sowohl niederflurige Gebrauchtfahrzeuge ab Baujahr 2000 als auch Neufahrzeuge sein. Für letztere gewährt die BEG einen Neufahrzeugbonus. Im Falle des Einsatzes von Gebrauchtfahrzeugen ist das Verkehrsunternehmen verpflichtet, diese in einen neuwertigen Zustand zu versetzen.

Barrierefreiheit im Fokus

Besonderen Wert legt die BEG auf die Barrierefreiheit. Die Fahrzeuge müssen einen stufenfreien Einstieg an Bahnsteigen mit einer Höhe von 55 Zentimetern über Schienenoberkante ermöglichen. Auch an niedrigeren oder höheren Bahnsteigen (30 bis 76 Zentimeter) müssen mobilitätseingeschränkte Reisende ohne Voranmeldung ein- und aussteigen können. Dazu muss der künftige Betreiber jeden Zugteil, der von benachbarten Zugteilen während der Fahrt nicht erreichbar ist, mit einer rollstuhlgerechten Einstiegshilfe ausstatten. Zudem verlangt die BEG eine rollstuhlgerechte Toilette und mindestens zwei Rollstuhlplätze je Zugteil. Wenn der Bieter Neufahrzeuge einsetzt, müssen diese nach neuesten Standards vollständig barrierefrei sein.

Vorgaben zu Tarif und Vertrieb

Nach Vorgaben der BEG muss der Fahrgast ohne besonderen Aufwand jederzeit einen Fahrschein kaufen können und an jeder Station umfassende Informationen darüber erhalten, wo diese zu erwerben sind. Dazu zählen sowohl VGN-Verbundfahrscheine als auch Fahrscheine für Regionalzüge gemäß DB-Tarif für Fahrten über das Verbundgebiet hinaus. Der zusätzliche Verkauf von Fernverkehrsfahrscheinen ist wünschenswert. DB-Tarife und Sonderangebote, wie z. B. das Bayern-Ticket oder Tickets für die Fahrradmitnahme, müssen anerkannt werden. Hinsichtlich der Verkaufsstellen hat die BEG einige Mindestanforderungen:

- In Nürnberg Hbf und Fürth Hbf bzw. in deren Umfeld gilt eine Mindestöffnungszeit von jeweils 70 Stunden pro Woche, davon mindestens 12 Stunden am Wochenende.
- In Neustadt (Aisch), Rothenburg o. d. Tauber, Lauf (r. Pegnitz), Hersbruck (r. Pegnitz), Gunzenhausen und Roth gilt eine Mindestöffnungszeit Montag bis Freitag von jeweils 45 Stunden pro Woche.
- In Hilpoltstein und Neuendettelsau gilt eine Mindestöffnungszeit Montag bis Freitag von jeweils 35 Stunden pro Woche.

Die BEG fordert zudem die Einrichtung eines Kundencenters an zentraler Stelle im Ausschreibungsnetz.

Hohe Qualitätsanforderungen

Der neue Betreiber muss zudem am Qualitätsmesssystem der BEG teilnehmen. Damit prüft die Bayerische Eisenbahngesellschaft die Sauberkeit, die Funktionsfähigkeit der Ausstattung, die Fahrgast-information im Zug, die Servicequalität des Sicherheitspersonals und die Kundenorientierung bei Beschwerden. Auch gelten hohe Anforderungen hinsichtlich Pünktlichkeit und Anschlusssicherung, Störfallmanagement und Echtzeit-Fahrgastinformation.

Zeitplan und weitere Informationen

Interessierte Verkehrsunternehmen können ihre Angebote bis Oktober 2015 abgeben. Den Zuschlag wird die BEG voraussichtlich im Dezember 2015 erteilen. Eine Broschüre mit detaillierten Informationen und Streckenkarte zum Wettbewerbsprojekt "Dieselnetz Nürnberg" kann unter www.beg-ausschreibungen.de heruntergeladen werden.

Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft ist ein Unternehmen des Freistaats Bayern. Im Auftrag des Staatsministeriums des Innern, für Bau und Verkehr plant, kontrolliert und finanziert die BEG den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern. Zu den wesentlichen Aufgaben der BEG gehören dabei die Konzeption und Verbesserung von Fahrplänen sowie die Qualitätssicherung. Die Aufträge für Verkehrsleistungen werden in Wettbewerbsverfahren vergeben. Den Zuschlag erhält jeweils das Verkehrsunternehmen, welches das insgesamt wirtschaftlichste, also das qualitativ und preislich beste Angebot abgibt. Als Folge des Wettbewerbs zwischen den Eisenbahnverkehrsunternehmen konnte die BEG in den letzten Jahren nicht nur das Fahrplanangebot, sondern auch Qualitätsmerkmale wie Pünktlichkeit, Komfort und Fahrgastinformation ständig verbessern. Große Erfolge waren unter anderem die Einführung des Bayern-Takts - ein Stundentakt für fast ganz Bayern - sowie des Bayern-Tickets.

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