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Neues BMBF-Verbundprojekt "InnoServPro" startet

(lifePR) (Kaiserslautern, )
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Projekt „Innovative Serviceprodukte für individualisierte, verfügbarkeitsorientierte Geschäftsmodelle für Investitionsgüter  (InnoServPro)“ bewilligt. Im Projekt, das vom DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) Projektträger betreut wird, arbeiten bundesweit zwölf Unternehmen sowie Wissenschaftler aus vier Lehrgebieten des Fachbereichs Maschinenbau und Verfahrenstechnik der Technischen Universität Kaiserslautern zusammen.

Kunden im Investitionsgüterbereich stellen hohe Anforderungen an Verfügbarkeit und Produktivität. Um dem nachzukommen, bieten Hersteller ganzheitliche Lösungskonzepte an. Der Kunde erwirbt hierbei nicht mehr nur das eigentliche technische Produkt, sondern darüber hinaus zusätzliche Serviceleistungen. Diese umfassen beispielsweise Maßnahmen wie vorbeugende Wartung oder Instandsetzung bei Ausfällen. Solche traditionellen Geschäftsmodelle sind nur bedingt anpassungsfähig an dynamische Entwicklungen am Markt und beim Kunden. Sie nutzen die neuen technologischen Möglichkeiten der Sensorik, der Daten-Kommunikation („Industrie 4.0“) und Daten-Analyse („Big Data“) kaum.

Die Einsatzfähigkeit und somit Verfügbarkeit eines Investitionsgutes können so genannte verfügbarkeitsorientierte Geschäftsmodelle garantieren. „Obwohl für solche Garantien eine hohe Nachfrage bei den Betreibern besteht, scheuen sich viele Service-Anbieter, diese Garantien auszusprechen“, erklärt Dr. Mogo Nem von der Schaeffler Technologies AG & Co. KG. „Gründe hierfür liegen heute in der nicht ausreichenden Verfügbarkeit von Daten über die Betriebszustände“. Wegen der fehlenden Informationen über das Produkt während seines Betriebs und entsprechenden, darauf aufbauenden Serviceprodukten, können solche verfügbarkeitsorientierten Geschäftsmodelle heute aufgrund von hohen Unsicherheiten und hohem Risiko nur unzureichend umgesetzt werden.

Die rasante Zunahme der Vernetzung im industriellen Bereich bietet vielversprechende Lösungsansätze, um diese Unsicherheiten zu beseitigen und das Risiko besser abschätzen zu können. Im Projekt „InnoServPro“ werden intelligente, kommunikationsfähige Komponenten entwickelt, die den Zustand eines Investitionsgutes überwachen und dessen Feld- bzw. Betriebsdaten über eine Cloud-basierte Kommunikationsplattform an einen Serviceanbieter übermitteln. Mit Hilfe intelligenter Analyse-Methoden („Business Analytics“) werden sämtliche servicerelevanten Informationen ausgewertet und basierend auf den Ergebnissen dann entschieden, wann zum Beispiel die Wartung und Instandhaltung stattfindet. Der Service wird nicht mehr wie bisher durch den Kunden initiiert, sondern von der Serviceabteilung eines Unternehmens oder seines Zulieferers.

Das Projekt adressiert die Betreiber von Investitionsgüter und deren Bedürfnis nach hoher Verfügbarkeit mit wenig Stillständen und optimaler Ausbringung ihrer Maschinen und Anlagen. In erweiterten Wertschöpfungsnetzwerken (eWN) werden Maschinen- und Anlagenbauer zusammen mit Komponentenherstellern sowie Sensorik- und IT- Spezialisten geeignete Produkt-Service-Systeme anbieten. Diese Pakete haben das Ziel, durch internetbasierte Nutzung und intelligente Auswertung von Feld- bzw. Betriebsdaten kommunizierender Produkte, die Verfügbarkeit und die Produktivität zu erhöhen. In dem Vorhaben entwickeln die Konsortialpartner dafür verfügbarkeitsorientierte Geschäftsmodelle, intelligente und kommunikationsfähige  Komponenten sowie die Integration der Daten unter Berücksichtigung der Datensicherheit.

„Für Unternehmen können derartige neue Geschäftsmodelle ein attraktives Alleinstellungsmerkmal darstellen und neue Erfolgs- und Geschäftspotenziale bieten“, so der Konsortialführer, Dr. Mogo Nem. Der wissenschaftliche Koordinator, Prof. Dr.-Ing. Jan Aurich von der TU Kaiserslautern ergänzt: „Neue Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung in Sensorik, Erfassung und Analyse großer Datenmengen erlauben heute Vorgehensweisen im Service, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären“.

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird mit einer Gesamtfördersumme von ca. 3,9 Mio. Euro gefördert, wobei die TU Kaiserslautern eine Fördersumme von ca. 1,2 Mio. Euro erhält. Das Gesamtvolumen des Forschungsprojektes beträgt mit Eigenleistung der Partner ca. 7,1 Mio. Euro. Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen 01FJ15008 gefördert und vom DLR Projektträger betreut.

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