Wilsons 14 Punkte – der Friedensplan, der keiner war

Zentrale Gedenkfeier der Sudetendeutschen in Baden-Württemberg für die Opfer des 4. März 1919

Landesobmann Klaus Hoffmann bei der Gedenkfeier 2019 (lifePR) ( Stuttgart, )
Innenminister a.D. Reinhold Gall MdL, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, bei den Sudetendeutschen im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg

Große Hoffnungen setzten die Deutschen in den Ländern Österreich-Ungarns am Ende des Ersten Weltkriegs auf das von US-Präsident Woodrow Wilson bereits im Januar 1918 verfasste 14-Punkte Programm, in dem Grundzüge einer Friedensordnung für Europa festgelegt waren. Für die Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien sollte es jedoch mit Ende des Ersten Weltkrieges anders kommen, als dies der US-amerikanische Präsident postuliert hatte. Denn entgegen dem in Punkt 10 formulierten „Den Völkern Österreich-Ungarns, deren Platz unter den Nationen wir geschützt und gesichert zu sehen wünschen, sollte die freieste Gelegenheit zu autonomer Entwicklung zugestanden werden.“ wurde den Deutschen genau diese autonome Entwicklung untersagt und sie wurden ohne eigenes Zutun in die neu entstandenen Staaten gepresst. Schon am 29. Oktober 1918 wurde die Tschechoslowakische Republik ausgerufen, Tage vor dem offiziellen Ende des Krieges und dem Zerfall Österreich-Ungarns. Kurz danach besetzte tschechisches Militär die von Deutschen bewohnten Gebiete.

Am 16. Februar 1919 fand in Deutsch-Österreich die Wahl zur konstituierenden Nationalversammlung statt. Die neu gegründete Tschechoslowakei unterband die Teilnahme sudetendeutscher Delegierter an der konstituierenden Nationalversammlung am 4. März 1919. Dies und die am gleichen Tage eingeläutete Geldabwertung veranlasste die sudetendeutsche Sozialdemokratie unter Josef Seliger aus Schönborn bei Reichenberg (Liberec) zu friedlichen Demonstrationen aufzurufen. Diesem Aufruf schlossen sich die anderen deutschen Parteien an. Zentrale Forderung war das von Woodrow Wilson erklärte Selbstbestimmungsrecht der Völker..

Mit Waffengewalt wurden die Demonstrationen im gesamten Sudetenland unterdrückt. 54 Menschen starben.

In besonderer Weise gedenken die Sudetendeutschen in Baden-Württemberg der Opfer des 4. März 1919. Die zentrale Gedenkfeier in Baden-Württemberg findet am 1. März 2020 im Haus der Heimat Baden-Württemberg in Stuttgart statt. Als Festredner wird der ehemalige Innenminister Reinhold Gall MdL, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, erwartet, der im Jahr 2019 von der Seliger-Gemeinde mit der Wenzel-Jaksch-Medaille ausgezeichnet wurde.

„Die Verleihung des Wenzel-Jaksch-Gedächtnis-Preises an Reinhold Gall entspricht den Kriterien, den Preis an Persönlichkeiten zu verleihen, die sich um besondere Verdienste um Kultur und Wissenschaft der Vertriebenen und Flüchtlinge aus dem Vertreibungsgebiet und für die Wahrung des Vermächtnisses der sudetendeutschen Arbeiterbewegung sowie die friedliche Neugestaltung Europas auf der Grundlage eines modernen Volksgruppenrechts einsetzen.“ betonte die Seliger-Gemeinde anlässlich der Preisverleihung.

„Ich freue mich mit dem ehemaligen Innenminister Reinhold Gall einen äußerst kompetenten Festredner begrüßen zu dürfen“, sagt Klaus Hoffmann, Landesobmann der Sudetendeutsche Landsmannschaft. Und weiter führt er aus „ Er hatte während seiner Amtszeit stets ein offenes Ohr für unsere Anliegen und sich dabei stark gemacht für die Versöhnung mit unseren östlichen Nachbarn. Gerne erinnere ich mich dabei an unsere gemeinsame Reise nach Prag im Jahr 2015 mit dem Besuch der Botschaft, dem Austausch mit tschechischen Politikern und Vertretern der deutschen Minderheit.“

Die Veranstaltung am 1. März 2020 im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg beginnt um 10.30 Uhr. Die Gedenkfeier wird musikalisch umrahmt von Michael Essl, Förderpreisträger für Musik der Sudetendeutschen Landsmannschaft 2019. Michael Essl wurde in Stuttgart geboren und lebt und arbeitet in Berlin.
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