Dienstag, 19. September 2017


"Erinnerung an die Heimat bewahren"

Feierstunde zur Erinnerung an die "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" in Stuttgart

Stuttgart, (lifePR) - Im Rahmen einer Feierstunde, erinnert die Union der Vertriebenen und Flüchtlinge und der Bund der Vertriebenen alljährlich an die Unterzeichnung der "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" am 5.August 1950 in Stuttgart. Dazu hatten sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Teilnehmer an der Gedenktafel vor dem Ehrenhof des Neuen Schlosses in Stuttgart zusammengefunden, unter denen die Landes- und Kreisvorsitzende der Union der Vertriebenen und Flüchtlinge, die CDU-Bundestagsabgeordnete und Stuttgarter Stadträtin Iris Ripsam, auch Vertreter aus der Politik wie die CDU-Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle, die CDU-Bundestagsabgeordneten Karin Maag und Dr. Stefan Kaufmann, die CDU- Landtagsabgeordneten Konrad Epple und Karl-Wilhelm Röhm, den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Gemeinderat, Alexander Kotz, Ministerialdirektor Julian Würtenberger aus dem Innenministerium sowie den ehemaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments, Siegbert Alber, die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Reinhardt, den ehemaligen CDU-Landtagsabgeordneten Arnold Tölg und den ehemaligen CDU- Regionalrat Hans-Werner Carlhoff begrüßen konnte. Aber auch Alt-Stadträtin Bärbel Häring und die ehemalige Ordinariatsrätin Therese Wieland sowie zahlreiche Honoratioren von den Vertriebenenverbänden wie der Sprecher der Südmährer, Franz Longin, der sudetendeutsche Komponist Herbert Preisenhammer und der Stuttgarter Kreisvorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Albert Reich, waren zur Feierstunde gekommen, um der Festrede des Vorsitzenden der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Brähmig (CDU), in der von der Bläsergruppe Feuerbach musikalisch umrahmten Feier, beizuwohnen.

Klaus Brähmig, CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, hatte vor der Feier auf dem Stuttgarter Schlossplatz noch einen Abstecher ins „Haus der Heimat“ gemacht, wo dem Vertriebenenpolitiker von Hartmut Liebscher, dem Landesgeschäftsführer des Bundes der Vertriebenen Baden-Württemberg, die Arbeit der Kultur-und Bildungseinrichtung zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa vorgestellt wurde. Begleitet von seinen Kollegen aus dem Deutschen Bundestag, Karin Maag, Stadträtin Iris Ripsam und Dr. Stefan Kaufmann, besichtigte Klaus Brähmig die vielbeachtete öffentliche Spezialbibliothek des „Hauses der Heimat“ und ließ sich von Hartmut Liebscher einen Einblick in die vielseitigen Aufgaben des „Hauses der Heimat“ für die einzelnen Landsmannschaften geben.

An der Gedenktafel vor dem Neuen Schloss auf dem Stuttgarter Schlossplatz, würdigte dann Klaus Brähmig als diesjähriger Festredner, den 67.Jahrestag der Unterzeichnung der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ am 5.August 1950. Dabei erinnerte der Christdemokrat an die grundlegenden Ziele der „Charta“, die neben dem Verzicht auf Rache und Vergeltung, die Unterstützung der Herbeiführung eines freien und geeinten Europas und die Beteiligung am Wiederaufbau Deutschlands und Europas zum Inhalt hatten, trotz der noch frischen Erinnerungen an das widerfahrene Leid und Unrecht der Vertreibung und dem Verlust der Heimat. Klaus Brähmig, der in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge aufgewachsen ist, wo in der damaligen DDR bei Vertriebenen ausschließlich verharmlosend von „Umsiedlern“ gesprochen werden durfte, ließ dazu die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer auf dem Stuttgarter Schlossplatz wissen, dass selbst noch im Jahre 1947 in seiner Heimat Woche für Woche am Bahnhof in Pirna Transporte mit jeweils 1.500 Ungarndeutschen ankamen, deren Anzahl sich bis Ende 1948 auf weit über 30.000 Personen summierte und zu dessen Gedenken an diese Ereignisse in wenigen Wochen in Pirna eine Gedenktafel eingeweiht werden soll.

Der CDU-Politiker erinnerte aber auch daran, dass die Mitglieder der Erlebnisgeneration von Flucht und Vertreibung einen großen Anteil an der positiven Entwicklung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg habe. So begrüßt Klaus Brähmig auch den „Nationalen Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer von Flucht und Vertreibung“, der, im Jahre 2015 eingeführt, sich mit dem „Weltflüchtlingstag“ der Vereinten Nationen deckt. Neben der Würdigung des Schicksals der deutschen Heimatvertriebenen und Flüchtlinge, werde an diesem Tag ganz selbstverständlich auch der aktuellen Flüchtlingssituation in der Welt Rechnung getragen. Dennoch müsse dabei jeder Vergleich mit der Situation vor 70 Jahren entschieden zurückgewiesen werden, kamen doch damals Deutsche zu Deutschen, weshalb die Herausforderungen der heutigen Zeit, wo Menschen aus deutlich anders geprägten kulturellen Räumen und mit vielfach muslimischen Glauben zu uns kommen, nicht mit Parallelen zur deutschen Flucht und Vertreibung relativiert werden sollten.
Dem Vorsitzenden der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, liegt natürlich auch sehr viel daran, dass die Erinnerung an den historischen deutschen Osten und seine Kultur und Geschichte für künftige Generationen bewahrt und erfahrbar gemacht wird. Wichtig sei deshalb der weitere Aufbau der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ in Berlin, wo Klaus Brähmig sich dafür stark macht, dass in der künftigen Dauerausstellung im Berliner „Deutschlandhaus“ die Flucht und Vertreibung der Deutschen nicht nur einen sondern vielmehr den Schwerpunkt bilden wird. Dabei hofft der Christdemokrat, dass auch das Originaldokument der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ in der Ausstellung seinen Platz finden wird.

Mit einem Grußwort von Hartmut Liebscher sowie einem abschließenden Appell von Albert Reich vom Bund der Vertriebenen, der auch an die besondere Stimmung erinnerte, die unter den 150.000 deutschen Heimatvertriebenen herrschte, die mit seinem Vater und ihm die Verkündung der „Charta“ im Hof des zerstörten Neuen Schlosses in Stuttgart erlebten, ging dann die Feierstunde zu Ende, die mit dem Deutschlandlied ausklang.

Helmut Heisig - UdVF - Stuttgart -

Fototexte (Fotos von Helmut Heisig):

Foto 01: Der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Brähmig MdB (CDU), besuchte das „Haus der Heimat“ in Stuttgart.
V.l.n.r.: Klaus Brähmig MdB (CDU), Karin Maag MdB (CDU), Hartmut Liebscher (Landesgeschäftsführer des Bundes der Vertriebenen Baden-Württemberg, Stadträtin Iris Ripsam MdB (CDU) und Dr. Stefan Kaufmann MdB (CDU).

Foto 02: Feierstunde am Jahrestag der Verkündigung der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ am 5.August 2017:
Der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Brähmig MdB (CDU), hielt die Festrede an der Gedenktafel vor dem Neuen Schloss auf dem Schlossplatz in Stuttgart.
Rechts die Landes-und Kreisvorsitzende der Union der Vertriebenen und Flüchtlinge Baden-Württemberg, die CDU-Bundestagsabgeordnete, Stadträtin Iris Ripsam. Links der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr.Stefan Kaufmann, der Vorsitzende der Stuttgarter CDU-Gemeinderatsfraktion, Alexander Kotz und die CDU-Bundestagsabgeordnete, Karin Maag.

Foto 03 : Feierstunde am Jahrestag der Verkündigung der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ am 5.August 2017:
V.l.n.r. : Hartmut Liebscher, Arnold Tölg MdL a.D. (CDU), Reinhold Frank, Julian Würtenberger, Karl-Wilhelm Röhm MdL (CDU), Konrad Epple MdL, (CDU), Karin Maag MdB (CDU), Festredner Klaus Brähmig MdB (CDU), Dr. Stefan Kaufmann MdB (CDU), Stadtrat Alexander Kotz (CDU), Stadträtin Iris Ripsam MdB (CDU), Albert Reich, Siegbert Alber MdEP a.D. (CDU), Erika Reinhardt MdB a.D. (CDU), Hans-Werner Carlhoff Regionalrat a.D. (CDU), Christoph Zalder, Franz Longin MdL a.D. (CDU), Waltraud Illner, Ulrich Klein, Herbert Preisenhammer, Dr. Inge Gräßle MdEP (CDU) und Alt-Stadträtin Bärbel Häring.
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Sudetendeutsche Landsmannschaft Landesgruppe e. V

Sudetendeutsche Landsmannschaft Landesverband Baden-Württemberg e.V.

Wir vertreten die im Land Baden-Württemberg wohnenden Sudetendeutschen.

Die Nachfahren jener Deutschen, die vor mehr als 800 Jahren in den sogenannten "Böhmischen Ländern", nämlich in Böhmen, Mähren und dem südlichen Teil Schlesiens (diese Länder bilden heute die "Tschechische Republik") ansässig geworden sind, wurden in diesem Jahrhundert unter dem Sammelnamen "Sudetendeutsche" bekannt.

1945/46 wurden 3,2 Millionen von den insgesamt 3,5 Millionen Sudetendeutschen aus ihrer Heimat vertrieben, ihr Eigentum wurde entschädigungslos konfisziert. Konfiskation und Vertreibung waren begleitet von blutigen Exzessen. Grundlage dieser gegen Menschen- und Völkerrecht verstoßenden "ethnischen Säuberung" bildeten Dekrete, die vom damaligen tschechoslowakischen Staatspräsidenten Edvard Beneš erlassen worden waren und die heute noch gültig sind.

Rund 600 000 dieser vertriebenen Sudetendeutschen kamen nach Baden-Württemberg, wo sie sich eine neue Existenz aufbauten und in das wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und politische Leben eingegliedert wurden. Sie fanden sich in zahlreichen Vereinigungen zusammen, deren Grundlage ganz verschiedenartig war: Herkunftsgebiete, politische oder kulturelle Interessen, Freizeitgestaltung, berufliche Gemeinsamkeiten und manches mehr.

Jeder 15. Einwohner Baden-Württembergs ist Sudetendeutscher. Heute gibt es in Europa und Übersee insgesamt rund 3,8 Millionen Sudetendeutsche. Rund 600 000 von ihnen kamen im Zuge der Vertreibung aus ihrer Heimat nach dem 2.Weltkrieg nach Baden-Württemberg. Gemeinsam mit der einheimischen Bevölkerung trugen sie in der Nachkriegszeit zum Wiederaufbau des Landes bei. Durch ihre Stimmabgabe bei der Volksabstimmung 1952 waren sie wesentlich am Zustandekommen des "Südweststaates" beteiligt. Die für Baden-Württemberg kennzeichnende Ausgewogenheit zwischen großen Weltfirmen, Mittel- und Kleinbetrieben hat die wirtschaftliche Eingliederung der Sudetendeutschen und die Gründung neuer Werke und Fabriken durch sudetendeutsche Unternehmer in besonderem Maße erleichtert. Stellvertretend dafür seien genannt die Autofirma Porsche in Stuttgart, die Wiesenthal-Glashütte in Schwäbisch Gmünd, die Aluminium-Hütte Grohmann in Bisingen,die Maschinenfabrik Panhans in Sigmaringen, die Papierwerke Zechel in Reilingen,das Pharmawerk Merckle in Blaubeuren, dazu zahlreiche weitere mittlere und kleinere Betriebe.

27 Städte und Gemeinden Baden-Württembergs übernahmen Patenschaften über sudetendeutsche Kreise, Gemeinden und Landschaften. Insgesamt 24 kulturelle sudetendeutsche Einrichtungen - wissenschaftliche Gesellschaften, Archive, Büchereien, Sammlungen, Heimatstuben - wurden durch eigene Kraft der Sudetendeutschen und mit Hilfe öffentlicher Stellen in Baden-Württemberg aufgebaut.

Aus dem kulturellen Leben des Landes sind manche Namen von Sudetendeutschen nicht mehr wegzudenken, wie z. B. der Bildhauer Prof. Otto H. Hajek, die Tänzerin Birgit Keil, die Komponisten Karl-Michael Komma und Widmar Hader, der weltbekannte Posaunist Armin Rosin, die Dirigenten Wolfgang G. Hofmann und Emmerich Smola, die Malerin Traude Teodorescu-Klein oder der Dichter und Schriftsteller Josef Mühlberger - um nur einige wenige stellvertretend zu nennen.

Das Sudetenland im Vergleich zur Fläche einzelner deutscher Bundesländer

Bayern 70550 km2
Baden-Württemberg 35750 km2
Sudetenland 26500 km2
Hessen 21100 km2
Schleswig-Holstein 15700 km2
Saarland 2600 km2

Die kulturelle Verflechtung der Sudetendeutschen mit den übrigen deutschen Ländern und Landschaften ist seit Jahrhunderten eng und vielgestaltig.

Beispiele sind: Der schwäbische Baumeister Peter Parler aus Schwäbisch Gmünd, der im 14. Jahrhundert u. a. den Veitsdom in Prag erbaute, oder der aus dem Egerland kommende Barockbaumeister Balthasar Neumann, der nicht nur die Würzburger Residenz, sondern z. B. auch berühmte Treppenhäuser in Brühl und Bruchsal schuf. Auch andere Namen, herausgegriffen aus einer großen Zahl, beweisen den lebendigen Anteil, den die Deutschen aus den böhmischen Ländern am geistigen Leben des gesamten deutschen Volkes hatten und haben: Der Komponist Johann Wenzel Stamitz aus Deutsch-Brod beispielsweise, der später in Mannheim wirkte, Vinzenz Prießnitz und Johann Schroth, die großen Naturheiler, der Brünner Abt Gregor Mendel, dessen Vererbungslehre zur Grundlage moderner Genetik wurde, die Friedensnobelpreis-Trägerin Bertha von Suttner, die Dichter Rainer Maria Rilke, Adalbert Stifter, Marie von Ebner-Eschenbach, die Maler Alfred Kubin oder Ferdinand Staeger, aber auch die Bamberger Symphoniker, die nach der Vertreibung aus den "Prager Deutschen Philharmonikern" hervorgegangen waren, oder auch der Schriftsteller Otfried Preußler aus Reichenberg, dessen "Räuber Hotzenplotz" und "Kleine Hexe" heute Millionen Kinder und Erwachsene erfreuen.

Die Organisationen der Sudetendeutschen spiegeln in ihrer Vielfalt und Vielschichtigkeit das Leben und die Interessen der Angehörigen dieser Volksgruppe wider. Im politischen, kulturellen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, beruflichen, sozialen und gesellschaftlichen Bereich gibt es sudetendeutsche Zusammenschlüsse, aber auch auf Generationsebene und im Bereich der Freizeitgestaltung.

In Baden-Württemberg gibt es heute 27 größere sudetendeutsche Vereinigungen, von denen viele noch Untergliederungen auf Orts- und Kreisebene haben.

Mehrere sudetendeutsche Zeitschriften werden in Baden-Württemberg herausgegeben, ebenso haben verschiedene sudetendeutsche Stiftungen, Institute und Gesellschaften ihren Sitz in diesem Lande.

Die Sudetendeutschen im Vergleich zur Einwohnerzahl verschiedener Staaten

Norwegen 4,1 Mio
Sudetendeutsche 3,8 Mio
Irland 3,3 Mio
Albanien 2,7 Mio
Luxemburg 0,36 Mio
Island 0,23 Mio

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