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Von der Klinik in die Praxis

Assistenzärzt*innen der Kinderklinik Karlsruhe erhalten in der Verbundweiterbildung Pädiatrie Einblicke in regionale Kinderarztpraxen. Ziel ist die Unterstützung des Generationenwechsels. Das erfolgreiche Projekt wird nun ausgeweitet.

(lifePR) (Karlsruhe, )
Viele niedergelassene Kinderärztinnen und -ärzte werden in den nächsten Jahren in Ruhestand gehen und gerade in ländlichen Regionen fehlt oft der Nachwuchs. Bereits 2024 haben sich deshalb das Städtische Klinikum Karlsruhe sowie niedergelassene Pädiaterinnen und Pädiater aus der Region zusammengetan, um dem ärztlichen Nachwuchs über die so genannte Verbundweiterbildung frühzeitig tiefgehende Einblicke in den Alltag der Kinderarztpraxen zu ermöglichen. Jetzt haben sich weitere Praxen dem Verbund angeschlossen, der sich damit von Bruchsal bis Gaggenau und von Kandel bis Pforzheim erstreckt.

„In der fünfjährigen Verbundweiterbildung bekommen unsere Assistenzärztinnen und -ärzte die Möglichkeit, während ihrer Facharztweiterbildung für sechs bis zwölf Monate in einer Praxis der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen Erfahrung zu sammeln. Die Weiterbildung in der ambulanten Pädiatrie ist auch gemäß dem neuen Weiterbildungskatalog erforderlich“, erklärt Prof. Dr. Sascha Meyer, Direktor der Franz-Lust-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Karlsruhe.

„Der Verbund soll die Facharztweiterbildung auf eine breite Basis stellen und die Ärztinnen und Ärzte mit dem gesamten Spektrum der Pädiatrie vertraut machen: von der Vorsorge über Impfungen bis hin zum schwer erkrankten Kind auf der Intensivstation“, ergänzt Dr. Paul Vöhringer, leitender Oberarzt der Franz-Lust-Klinik und Leiter des Projekts.

„Wir wollen die Ärztinnen und Ärzte im Verbund so weiterbilden, dass sie sowohl für die Anforderungen im ambulanten Sektor, also den Praxen, als auch für die hochspezialisierte Krankenhausmedizin bestens vorbereitet sind“, betont Dr. Bernhard Zehe, dessen Praxis in Bruchsal beheimatet ist. „Damit tragen wir auch zum anstehenden Generationenwechsel in Stadt und Landkreis Karlsruhe sowie den angrenzenden Regionen bei.“

Inzwischen haben sechs angehende Fachärztinnen und Fachärzte des Klinikums Karlsruhe ihre Praxiszeit absolviert, drei weitere Einsätze sind schon fest eingeplant. Diese finden in der Regel im zweiten Weiterbildungsjahr statt.

„Die Zusammenarbeit läuft bisher sehr gut“, resümiert Dr. Peter Bosch aus Karlsruhe, der seit Beginn der Verbundweiterbildung mit an Bord ist. „Alle beteiligten niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sind sehr zufrieden und auch von den Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung bekommen wir nur positives Feedback.“

Das bestätigt Xenia Frank, die das zusätzliche Angebot als eine der ersten Assistenzärztinnen des Klinikums Karlsruhe angenommen hat. „In der Praxis haben wir oft den ersten Kontakt zu den Kindern und ihren Eltern. Gemeinsam finden wir dann heraus, um welche Erkrankung es sich handelt und was wir dagegen tun können. Und wir tragen dazu bei, den Kindern die Angst vor dem Arztbesuch zu nehmen.“

In Baden-Württemberg gibt es auch allgemeinmedizinische Weiterbildungsverbünde. Die Erfahrungen damit seien gut, sagt Vöhringer. „Oft bleiben junge Ärztinnen oder Ärzte nach ihrem Facharztabschluss der Praxis treu, in der sie bereits während der Weiterbildung gearbeitet haben.“

Aktuell beteiligen sich am Verbund das Klinikum Karlsruhe, die Gemeinschaftspraxis Patrick Zehe und Dr. Fabian Fischer in Bruchsal, Dr. Cuma Özmen in Knittlingen, das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Pforzheim, die Kinderarztpraxis Ingrid Boltz und Dr. Gunter Mürdter in Gaggenau, Dr. Olga Bitzer in Kandel und Youmedic Karlsruhe. Auch die Landesärztekammer ist Teil des Projekts.

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