ANTON HENNING: ZWISCHEN INNEN UND AUSSEN
Sprengel Museum Hannover zeigt die Schenkung Anton Henning
Das Sprengel Museum Hannover erweitert seine Sammlung um neun Werke des Künstlers Anton Henning. Mit der Schenkung umfasst der Bestand des Museums nun 21 Arbeiten des Künstlers. Die Präsentation im Sprengel Focus führt die Neuzugänge ab dem 14. Oktober 2026 mit bereits vorhandenen Werken zusammen. Die Arbeiten aus den frühen 1990er-Jahren bis 2025 geben Einblick in mehr als drei Jahrzehnte seines Schaffens. Im Mittelpunkt steht Hennings Spiel mit den Grenzen zwischen Innen- und Außenräumen.
Anton Henning (*1964) arbeitet in den Bereichen Malerei, Skulptur und Raumkunst. In seinem Werk verbinden sich unterschiedliche Bildtraditionen und Gattungen. Henning greift kunsthistorische Vorbilder auf und führt sie in eigenen Bildwelten zusammen. Dabei treffen vertraute Motive auf ungewohnte Kombinationen, dekorative Elemente auf Brüche. Mit großer formaler Freiheit und feinem Humor stellt Henning Sehgewohnheiten infrage, ohne sich auf einen bestimmten Stil festlegen zu lassen.
Die Präsentation im Sprengel Focus richtet den Blick auf Räume, die sich einer eindeutigen Zuordnung entziehen. Interieurs und Landschaften, Architektur und ornamentale Formen treten miteinander in Beziehung. Innenräume öffnen sich ins Freie, während Außenräume bisweilen den Charakter gestalteter Bühnenbilder annehmen. Die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum, zwischen Natur und Inszenierung werden durchlässig. Henning verknüpft unterschiedliche Wirklichkeiten, ohne sie zu einer eindeutigen Ordnung zusammenzuführen. Dabei entstehen Bildräume, in denen Vertrautes und Irritierendes aufeinandertreffen und die Grenzen zwischen dargestellter Welt und Wirklichkeit verschwimmen
„Anton Henning verbindet malerische Freiheit mit einem unverwechselbaren Blick auf die Traditionen der Kunst. Seine Werke überraschen durch die Art, wie sie unterschiedliche Bildwelten zusammenführen und vertraute Sehgewohnheiten infrage stellen. Die neun geschenkten Arbeiten erweitern unseren Bestand substanziell und stärken die Möglichkeit, Hennings vielschichtiges Schaffen in unserer Sammlung zu zeigen. Für diese großzügige Schenkung sind wir ihm sehr dankbar“, sagt Museumsdirektor Reinhard Spieler.
Anton Henning
Anton Henning (*1964) ist Autodidakt. In West-Berlin geboren und aufgewachsen, lebt und arbeitet er heute in Manker in Brandenburg. Seit den späten 1980er-Jahren zeigt er seine Arbeiten in internationalen Galerien und Museen. Einzelausstellungen waren unter anderem im De Pont in Tilburg, in der Kunsthalle Mannheim und im Zeppelin Museum in Friedrichshafen zu sehen.
„Bei aller Komplexität der Bildinhalte geht es mir wahrscheinlich doch am meisten um Intuition und Sinnlichkeit. Meine Malerei befindet sich irgendwie immer im Ausnahmezustand des Verliebtseins. Das ist natürlich ziemlich riskant…“
Anton Henning, 2025