Ehemalige IS-Sklavinnen gewinnen im Trauma-Zentrum neues Selbstbewusstsein

Shelter Now fördert Therapie für junge Frauen aus der Volksgruppe der Jesiden

Kreativ-Kurs für junge Frauen im Trauma-Zentrum in Baadre/Kurdistan.
(lifePR) ( Braunschweig, )
„Zhian“, auf Deutsch „Leben“, heißt das neue Traumatherapie-Zentrum im Nord-Irak, das von dem internationalen christlichen Hilfswerk Shelter Now gefördert wird und jetzt seinen Regelbetrieb aufgenommen hat. Die Einrichtung in der Kleinstadt Baadre in der Autonomen Provinz Kurdistan bietet jungen Frauen Hilfe an, die von der Terrormiliz IS versklavt worden waren. „Die Jesidinnen sind zwar inzwischen befreit, aber von den furchtbaren Erlebnissen in ihrer Gefangenschaft schwer traumatisiert“, berichtet der deutsche Shelter Now-Direktor Udo Stolte.

Die Öffnung von „Zhian“ hatte sich pandemiebedingt verzögert - nun ist die Arbeit angelaufen. An zwei Tagen pro Woche kommen für je vier Stunden junge Frauen in das Haus, erleben Gemeinschaft und werden auch einzeln beraten. Dabei geht es darum, dass sie neues Selbstwertgefühl und Perspektiven bekommen. Sie hatten jahrelang Vergewaltigungen, Schläge, Demütigungen erlitten.

Neben der Teilnahme an der Einzelberatung besuchen die Frauen in kleinen Gruppen Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung. Außerdem lernen sie die englische Sprache oder werden gemeinsam kreativ, stellen zum Beispiel Kunsthandwerk her. Hinzukommen sollen noch Sport- und Musikgruppen, aber auch berufsbildende Kurse – zum Beispiel im Nähen oder im Friseurhandwerk, damit die Teilnehmerinnen später selbst etwas verdienen können. Ein Jahr Therapie im Traumazentrum kostet für eine Frau 180 Euro – dafür bittet Shelter Now um Spenden.

Etwa 25 bis 30 junge Jesidinnen kommen zurzeit regelmäßig ins Zentrum „Zhian“. Sie sind zwischen 18 und 27 Jahre alt. Betreut werden sie von der Direktorin und vier jesidischen Angestellten sowie sechs freiwilligen Helferinnen. Getragen wird die Arbeit von einer kleinen christlichen Gemeinde in Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Provinz Kurdistan. Die Leiterin des Zentrums sieht erste Erfolge: „Frauen, die zunächst sehr schüchtern, ja ängstlich waren, gewinnen immer mehr Selbstbewusstsein und besiegen ihre Furcht.“

2014 hatte der IS aus der Region Sindschar über 6.000 jesidische Frauen und Kinder verschleppt und versklavt. Nach der Niederlage der Terrormiliz kehrten viele zu ihren Familien zurück, etliche werden jedoch weiter vermisst.

Spendenkonto: Norddeutsche Landesbank, IBAN DE65 2505 0000 0002 5230 58
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