Mittwoch, 22. November 2017


"Voller Optimismus in den Herbst"

Pfälzer Winzer erwarten einen guten Jahrgang /Erntemenge leicht unter Durchschnitt

Neustadt an der Weinstraße, (lifePR) - In den Pfälzer Weinbergen reifen kerngesunde Trauben, und wenn es die nächsten Wochen überwiegend sonnig und trocken bleibt, können sich die Weinliebhaber auf einen hervorragenden Jahrgang freuen. „Wir gehen voller Optimismus in den Herbst. Es sieht bestens aus und auch die Menge ist absolut marktkonform“, sagte Klaus Schneider, der 1. Vorsitzende der Pfalzwein-Werbung, bei der traditionellen Weinlese-Eröffnung im Weingut Mohr-Gutting in Neustadt-Duttweiler. Schneider schätzt, dass in der Pfalz etwa 2,1 Millionen Hektoliter Wein geerntet werden, etwas weniger als im langjährigen Mittel (2,2 Millionen Hektoliter). Größter Wermutstropfen: Die Frostschäden am 20. und 24. April, die in Einzelfällen verheerend waren – in der Summe aber weniger schlimm als in anderen deutschen Anbaugebieten. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, berichtet Dr. Jürgen Oberhofer von der Abteilung Weinbau und Önologie des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR) in Neustadt-Mußbach. Er freut sich vor allem auf Weine mit ausgeprägtem Aromenspiel durch die für August relativ kühlen Nächte: „Bukettsorten wie Sauvignon blanc, Muskateller oder Scheurebe werden davon sicher stark profitieren.“ Außerdem erwartet er Rotweine mit kräftiger Farbe, denn „durch die lange Reifezeit können wir mit einer optimalen Farbausprägung rechnen.“ Die Menge wird indes besonders beim Dornfelder geringer ausfallen als in den Vorjahren: „Die Dornfelder waren schon am weitesten ausgetrieben und deshalb ist diese Sorte vom Frost am schlimmsten betroffen“, berichtet Oberhofer.

Nach einem Winter ohne Frostschäden folgte ein extrem warmer März, der die Reben früh austreiben ließ. In Neustadt wurde der Austrieb beim Riesling bereits am 9. April registriert, elf Tage vor dem langjährigen Mittel. Umso schlimmer schädigten die Minustemperaturen in den Frostnächten Ende April die Pflanzen. Während am 20. April laut DLR vor allem üblicherweise frostfreie Lagen betroffen waren, gab es wenige Tage danach in den Senken, in welchen sich die kalte Luft sammeln konnte, durch die typischen Strahlungsfröste die schlimmsten Schäden. Inzwischen sind die nicht geschädigten Weinberge in der Entwicklung weit fortgeschritten, die Pflanzen sind durch den Regen der vergangenen Tage bestens mit Wasser versorgt, die kompakten Trauben sind absolut gesund. Zwar ist die Gefahr durch die Kirschessigfliege noch nicht gebannt, aber die nach Aussage der Fachleute hat die trockene und heiße Witterung im Juni und Juli einen raschen Aufbau der Population bisher verhindert. „Ich bin sicher, dass unsere gut ausgebildeten Winzerinnen und Winzer inzwischen wissen, wie sie bei einem stärkeren Auftreten der Insekten reagieren müssen“, sagt Schneider.

Die Reifemessungen des DLR lassen vermuten, dass in der Pfalz die Lese der Hauptrebsorten wie Müller-Thurgau bereits um den 10. September starten wird. Die Weinernte wird sich dann voraussichtlich bis Mitte Oktober hinziehen. Bereits begonnen hat in diesen Tagen die Lese der früh reifenden Sorten wie Solaris oder Ortega. Aus diesen Sorten wird Federweißer oder Bitzler gewonnen, die Pfalz ist hierbei aufgrund ihres außergewöhnlich sonnigen und milden Klimas das deutsche Anbaugebiet mit den höchsten Marktanteilen. Etwa die Hälfte des in Deutschland erzeugten, neuen Weins stammt aus den Weinbergen entlang der Deutschen Weinstraße.
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