Mittwoch, 22. November 2017


Erste Hilfe, wenn Azubis ihre Ausbilder in den Wahnsinn treiben

Jedes vierte Ausbildungsverhältnis in Deutschland scheitert / Für viele Unternehmen wird das zunehmend zum Problem

Regensburg, (lifePR) - Denn der Bewerbermarkt ist leergefegt. Betriebe suchen deshalb vermehrt nach Wegen, den schwierigen Spagat zwischen Erziehung und fachlicher Ausbildung zu meistern. Der diesjährige Deutsche Bildungspreis gab dem Thema erstmals eine große Bühne. Bayerns größter privater Weiterbildungsanbieter hat als Pionier in diesem neuen Markt einen eigenen Ansatz für die Praxis entwickelt, den immer mehr Betriebe nutzen.

Für Unternehmen sind Auszubildende heute oft wertvoller als je zuvor: Denn in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels können längst nicht mehr alle Stellen besetzt werden. Allein in diesem Jahr fanden Betriebe nach Angaben der Agentur für Arbeit für rund 50.000 Ausbildungsplätze keine Bewerber. Zunehmend Sorgen bereitet Unternehmern gerade auch daher die hohe Abbrecherquote bei den Ausbildungsverhältnissen: Jeder vierte Ausbildungsvertrag wird nach Statistiken der Kammern wieder gelöst — die meisten davon im ersten Lehrjahr. Eine Hauptursache: Jeder zweite Abbrecher nannte bei einer Umfrage des Bundesinstituts für Berufsbildung „Probleme mit den Ausbildern und Kollegen“. „Weil der Bewerbermarkt leergefegt ist, müssen sich immer mehr Unternehmen die Frage stellen, wie sie das Verhältnis zwischen Ausbildern und Azubis verbessern und Auszubildende halten können“, sagt Knut Wuhler. Gemeinsam mit seinem Team aus erfahrenen Pädagogen hat er an den Eckert Schulen in Augsburg ein Pilotprojekt entwickelt. Es könnte künftig bundesweit Schule machen.

Im Herbst beginnt das neue Lehrjahr. Mehr als 500.000 junge Leute starten dann in ihre Ausbildung. „Wir wissen, dass immer mehr Ausbilder es als wachsende Herausforderung sehen, mit einem Teil der jungen Leute zurechtzukommen“, sagt Knut Wuhler, der seit vielen Jahren besonders in Augsburg auch Projekte für benachteiligte Jugendliche leitet. Er weiß, wovon er spricht: Er und seine Mannschaft haben mittlerweile mehr als 300 Jugendliche betreut, die teilweise kriminell, drogensüchtig, ohne Schulabschluss und Motivation waren. Ein Großteil dieser Jugendlichen ist heute nach seinen Worten in Arbeit und Ausbildung und leistet einen wertvollen Beitrag im Betrieb.

Ausbilder müssen zunehmend Erziehungsaufgaben übernehmen
„Von Ausbildern wird heute erwartet, dass sie neben der fachlichen Qualifizierung mehr und mehr Erziehungsaufgaben übernehmen“, sagt Wuhler. Eine der Ursachen dafür sei auch, dass gerade die Jugendlichen, die früher nicht oder nicht sofort eine Ausbildung bekommen hätten, jetzt sofort einen Platz finden, weil insgesamt Bewerber fehlen. Und dieser bei den jungen Menschen erforderliche „Erziehungsauftrag“ lasse sich häufig nur schwer in einen typischen Arbeitsalltag integrieren: Einfachste Formen des respektvollen Miteinanders müssten geschult werden. Unpünktlichkeit und Schlamperei werden häufig zum Problem. Schulisches Vorwissen und Leistungen in der Berufsschule seien mangelhaft. Aggressionen würden oft offen ausgelebt. Azubis bringen all ihre privaten Probleme mit in die Arbeit und erwarten von den Ausbildern eine Lösung, hat der Regionalleiter der Eckert Schulen in Augsburg festgestellt. „Denn hinzukommt, dass das familiäre Umfeld häufig desinteressiert ist und Unterstützung durch die Eltern kaum zu erwarten ist“, sagt der Experte.

Innovative Förderangebote für Ausbilder und Azubis
„Ausbilder müssen an dieser Situation aber nicht verzweifeln“, so Wuhler. Nach seiner Erfahrung lohne es sich, in den Unternehmen spezielle Förderangebote zu entwickeln und Mitarbeiter entsprechend für die „Herausforderung Azubi“ zu schulen. Wuhler hat an den Eckert Schulen ein spezielles Seminarprogramm geschaffen: Es macht Ausbilder so fit, dass die Jugendlichen die Möglichkeit haben, einen Abschluss zu machen und die Ausbildung auf beiden Seiten zur Zufriedenheit führt.

Die Workshops tragen den Titel „Mein Azubi treibt mich in den Wahnsinn“ und erfreuen sich seit ihrer Premiere vor zwei Jahren wachsender Beliebtheit. Gefragt waren die Methoden und Konzepte auch beim diesjährigen Bildungsmanagementkongress in Berlin, Bühne unter anderem für die Verleihung des Deutschen Bildungspreises. Dort präsentierten die Eckert Schulen ihren Ansatz in einem Workshop. Motor für den Erfolg aus Sicht der Initiatoren: Das Angebot richtet sich an die Unternehmer und an die Azubis gleichermaßen. Die Augsburger Fachleute rechnen damit, dass insbesondere in den Betrieben eines immer wichtiger wird: neben den Azubis auch die Ausbilder intensiver zu begleiten.

Schlüssel: Klare Regeln und klare Kommunikation
Wie sieht die praktische „erste Hilfe“ aus, um eine Ausbildung für beide Seiten zum Erfolg zu machen? „Klare Regeln sind entscheidend“, weiß Bildungsfachmann Wuhler. Viele Jugendlichen würden sich das sogar wünschen. Die Realität sehe aber oft anders aus: Viele Betreuer in den Unternehmen würden davor zurückschrecken, Probleme anzusprechen, solange sie noch lösbar sind.

„Obwohl Azubis ständig unpünktlich sind, verzichten viele Ausbilder auf Kritik und Konsequenzen. Denn sie haben Angst, dass die Nachwuchsmitarbeiter dann vielleicht gar nicht mehr kommen“, so der Experte. Das sei oft der Beginn einer Abwärtsspirale, die dann zur Frustration auf beiden Seiten und zum vorzeitigen Ende einer Lehre führt. In ihren Trainings machen es die Experten der Eckert Schulen anders: Wer zu seinem Seminar zu spät kommt, den schickt er weg. „Jugendlichen Grenzen ihres Handelns aufzuzeigen, davon profitieren am Ende alle“, so Wuhler. „Wenn nicht darüber gesprochen wird, kommt es irgendwann zum großen Knall.“

Fehlende Kommunikation nennt Wuhler auch als eine weitere wichtige Ursache, warum so viele Ausbildungsverhältnisse scheitern: „Anerkennung, Wertschätzung, Unterstützung und Klarheit im Betrieb sind für viele Jugendliche oft viel mehr wert als beispielsweise gemeinsame Freizeitaktivitäten“, sagt er.

Experte: Jugendliche belohnen Konsequenz und Ernsthaftigkeit

Nach der Erfahrung des Eckert-Regionalleiters sollten Unternehmen auch darauf achten, wie sie von derzeitigen oder künftigen Azubis wahrgenommen werden wollen: „Diese Glaubwürdigkeit, die Ernsthaftigkeit des Betriebs belohnen die Jugendlichen am Ende, indem sie die hierarchische Beziehung akzeptieren und ein respektvoller Umgang möglich wird“, so Wuhler. In seinen Seminaren spüre er immer wieder, dass Jugendliche anfangs Grenzen austesten. „Wenn sie aber spüren, dass sie ernst genommen werden, wenn sie die Ausbildung ernst nehmen, dann entsteht ein Fundament für eine erfolgreiche Zukunft“, so der Experte.

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