Mittwoch, 20. Juni 2018


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Sommerserie "Alles am Fluss", Teil 4

Kiel, (lifePR) - Gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) hat das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sechs Fahrradtouren durch Fluss- und Seenlandschaften Schleswig-Holsteins entwickelt. Alle Strecken können auf einem soliden Trekkingrad oder einem Hollandrad bewältigt werden. Nur wenige Streckenabschnitte verlaufen über unbefestigte Landwirtschafts- oder Forstwege. Der Schwierigkeitsgrad ist für Menschen gedacht, die beim gemeinsamen Radfahren die Wasserlandschaften genießen und noch genug Luft zum Schnacken haben wollen. Genauere Angaben zu Besonderheiten finden sich am Ende der Radtourenbeschreibung.
Alle Fahrradtouren können per Bahn erreicht werden.

Immer mehr Deutsche steigen aufs Fahrrad, um die Landschaft zu entdecken und in Schwung zu bleiben. Als Route besonders beliebt sind Touren an Flüssen. Langsam durch wechselnde Landschaften fahren, ihre Gerüche und Farben in sich aufnehmen und dabei etwas für die Gesundheit tun, anhalten, wo es einem gefällt - diese Form des Urlaubs wird immer beliebter. Meist flache, gut ausgebaute und autofreie Wege, viele Gaststätten und jede Menge Sehenswürdigkeiten machen den Reiz der Flusstouren aus.

Tour 4: Geheimtipp im Norden - die Obere Treene

Im nördlichsten Schleswig-Holstein, kurz vor dem Königreich Dänemark, schmiegt sich zwischen die Meere eine echte Idylle - die Treenelandschaft. Fernab vom Massentourismus erwartet Erholungssuchende unverfälschte Natur, Kultur und Gaumenfreuden. Denn hier oben hat es die letzte Eiszeit gut gemeint. Alles, was der Gletscher zwischen Flensburg und Schleswig mitgebracht hatte, ließ er einfach liegen: Sanfte Hügel, naturnahe Bäche, Seen, Moore, Wälder, Heiden und sogar herrliche Binnendünen. Die Treene, die im Treßsee südlich von Flensburg entspringt und als einer der schönsten Flüsse Schleswig-Holsteins gilt, schlängelt sich natürlich durch das Hügelland und die Geest.
Radfahrer können in dem herrlichen Gebiet mit seltener Flora und Fauna Bekanntschaft machen. Küchenschelle und Knoblauchkröte, Wollgras und Wiesenweihe, Kreuzotter, Eisvogel, Orchideen und rare Libellenarten fühlen sich hier richtig wohl. In der Oberen Treenelandschaft gibt es momentan eines der wenigen Naturschutzgroßprojekte "mit gesamtstaatlicher Bedeutung" in Deutschland. Da freut sich auch der Weißstorch - es leben noch mehrere Brutpaare in der Treenelandschaft.

Natürlich kommt auch der Gaumen auf seine Kosten, denn so viele Naturgenüsse und klare Luft machen Appetit. Ausgewählte Dorfgasthöfe servieren ökologisch erzeugte Produkte aus der Region, seien es Gerichte vom Treene-Rind oder vom Treene-Lamm.

Die Tour an der Oberen Treene ist etwa 30 Kilometer lang. Die Tour ist leicht zu befahren, allerdings für Räder mit Anhänger nur bedingt geeignet, da Teile der Strecke auf manchmal engen Wald- und Feldwegen verlaufen. Anfahrt: Tarp liegt an den Bahnlinien Padborg/Dänemark-Flensburg-Hamburg sowie Flensburg-Neumünster.

In Deutschland relativ selten, aber typisch für Schleswig-Holstein: die Obere Treenelandschaft zählt zu den Jungmoränen-Landschaften der Weichselvereisung vor ca. 12.000 Jahren. Beim Abtauen der Gletscher entstanden große Schmelzwasserrinnen, die noch in den Niederungen am Treßsee, am Ihlseestrom und an der Treene zu erahnen sind. Zudem wird das Gebiet durch einen kleinräumigen Wechsel von Grund-, End- und Stauchmoränen (Fröruper Berge, Moränenzug Munkwolstrup) geprägt. Steile Hänge wechseln sich mit vermoorten Senken und Niederungen ab. Somit befinden sich hier trockene Lebensräume in direkter Nachbarschaft zu Feuchtbiotopen. Besonders charakteristisch, wertvoll und bundesweit bedeutend sind die Vorkommen der Moore (Hoch- und Niedermoore), der Buchen- und Buchenmischwälder einschließlich besonderer Nutzungsformen wie Mittel- und Hutewälder, der Flusstäler einschließlich angrenzender Trockenhänge und Dünen, der Heiden sowie der großflächig extensiv genutzten Grünland- und Magerrasengebiete. Die Treene als Hauptfließgewässer ist in ihrem Verlauf bis auf den Abschnitt zwischen Oeversee und dem Treßsee nicht verändert worden.

Mit etwas Glück trifft man unterwegs auf "wollige Landschaftspfleger". Sie wandern umher und fressen unter anderem Jungbäume und Sträucher - 500 Moorschnucken und einige Ziegen der Wanderschäferin im Auftrag des Vereins "Obere Treenelandschaft". Seit dem Jahr 2000 ist der Verein Träger des Naturschutzgroßprojektes. Selten kommen Landwirtschaft und Naturschutz in dem Maße zusammen wie hier. Denn vornehmlich Tiere formen eine naturnahe Landschaft, die der Treene-Region auch touristisch zum Durchbruch verhelfen soll. Info-Tafeln zeigen dem Besucher, wo die muntere Schafschar sich gerade befindet, so dass man ein Stück mitwandern oder den Stall in traumhafter Lage besuchen kann.

Eine umfangreiche Tourbeschreibung mit Karte zum Ausdrucken findet sich auf den Internetseiten des ADFC Schleswig-Holstein www.adfc-sh.de und unter www.wasser.sh.

Auf der Internetseite http://www.wasser.sh/... stehen auch weiterhin Pressefotos zum Download zur Verfügung.
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