Die Reise zu sich selbst ist bereits Gegenstand zahlreicher Ratgeber und Coachings. Dabei geht es meist um theoretische Konzepte aus Psychologie und Spiritualität, die über intensives Training in die Praxis umgesetzt werden sollen. Die in Seoul geborene und in Berlin aufgewachsene Hiekyoung Blanz geht einen ganz anderen Weg.
Mit ihrer einzigartigen Perspektive als professionelle Tänzerin und Choreographin fokussiert ihr Buch auf den körperlichen Erfahrungsweg und bietet eine seltene Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe, spielerischem und intuitivem Vorgehen. Dabei folgt es einer inneren Bewegung und führt durch drei Teile, die aufeinander aufbauen: Erkennen, Erleben und Verkörpern. Gleichzeitig wirkt jedes Kapitel für sich und muss nicht zwingend nacheinander „abgearbeitet“, sondern kann nach Interesse und Entwicklungsstand intuitiv ausgewählt werden: „Du kannst dorthin gehen, wo dich etwas anspricht, und später wieder zurückkehren.“ Aus der Improvisation kennt die Autorin das Vertrauen, einer Bewegung zu folgen, bevor sie weiß, wohin sie führt.
Erleben statt Verstehen
Verstehen hat seinen Platz – es kann entlasten und etwas einordnen. Manchmal reicht ein einziger Gedanke, und etwas fällt an die richtige Stelle. Aber das Verstehen allein bringt nicht zurück zum eigenen Selbst. „Es bleibt ein Blick auf dich von außen. Was du suchst, wenn du dich selbst suchst, ist eine Erfahrung von dir. Etwas, das in dir spürbar wird und nicht erst durch einen Gedanken bestätigt werden muss“, weiß die Expertin für gelebte Präsenz und Selbstentwicklung und unterstreicht: „Genau diese Erfahrung geschieht in deinem Körper. Darum ist der Körper so wichtig. Er macht aus dem, was in dir geschieht, eine spürbare Wirklichkeit.“
Es sei etwas anderes zu wissen, dass man einen Körper hat, als wirklich in ihm zu sein. Denn der Körper lässt sich nicht über Gedanken erreichen, sondern er wird erfahrbar, wenn die Aufmerksamkeit dorthin gelenkt wird. Die im Buch vorgestellten Übungen aus IntuiMotion® zielen darauf ab, dem Körper zu vertrauen, dass er antworten darf, bevor der Kopf alles geordnet hat. Wahrnehmen, was geschieht, ohne sofort einzugreifen.
Spielfelder im Alltag
Die Übungen in „Die Kunst, im Hier und Jetzt zu leben“ sind keine Aufgaben, eher kleine Einladungen, sich selbst offen und neugierig auf die eigene Weise zu begegnen. Nach und nach darf das Erlebte einen festen Platz im Leben finden. Dabei geht es weniger ums Üben und mehr darum, wie das, was entdeckt wird, langsam im Alltag lebendig wird: „Was ich mir für dich wünsche, ist, dass du etwas aus diesem Buch mitnimmst, das wirklich bei dir bleibt. Etwas Schlichtes, das dir hilft, wenn der Alltag wieder laut wird und du dich selbst aus den Augen verlierst“, schreibt Blanz.
Ihren Ratgeber versteht sie als „Erfahrungsraum, in den du eintrittst und dich überraschen lässt“. Um den eigenen Weg auch nach der Lektüre „Die Kunst im Hier und Jetzt zu leben“ fortzusetzen, bietet Blanz auf ihrem gleichnamigen YouTube-Kanal geführte Meditationen, IntuiMotion®-Sequenzen und Impulse zum Mitmachen. Außerdem teilt sie in ihrem Podcast Gedanken und praktische Anregungen aus ihrer Arbeit mit Körper, Bewegung und Stille. Für die gemeinsame Vertiefung gibt es Kurse und Seminare.
Hiekyoung Blanz
Die Kunst, im Hier und Jetzt zu leben
Wie Körper, Bewegung und Stille dich zu dir selbst führen
Mankau Verlag, 1. Auflage September 2026
Klappenbroschur, 13,5 × 21,5 cm, 207 Seiten
ISBN 978-3-86374-808-1
20,00 € (D) / 20,60 Euro (A)
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