Dachsranz: Schaurige Laute und stürmisches Liebesspiel

Der Dachs hat ab Juli einen Höhepunkt seiner Ranzzeit. Lebt Meister Grimbart sonst eher zurückgezogen in seinem Bau, macht er jetzt mit schaurigen Schreien auf sich aufmerksam

(lifePR) ( München, )
Während die meisten unserer heimischen Wildtiere an heißen und schwülen Hochsommertagen ruhige, schattige Plätze aufsuchen, und ihre Bewegung und Aktivitäten nur auf das aller nötigste reduzieren, ist für den Dachs jetzt eine Hochphase der Ranz.

Zwar können sich die Marder, zu denen der Dachs zählt, das ganze Jahr über fortpflanzen, gerade die jungen Weibchen aber werden jetzt im Hochsommer ranzig, also paarungsbereit.

Stürmisches Liebesspiel und Eiruhe

Der größte Vertreter unserer heimischen Marderartigen macht in der Ranzzeit gerne auf sich aufmerksam, indem er schaurige Laute und Schreie von sich gibt, die an „Kindergeschrei“ erinnern. Sie begleiten sein stürmisches Liebesspiel, bei dem vor der Paarung ein regelrechter „Brautkampf“ ausgetragen wird. Ihre Paarungsbereitschaft signalisiert die Fähe, das weibliche Tier, dann mit einem Kreiseltanz, worauf der Rüde, das männliche Tier, sie nach Marderart mit einem rabiaten Nackenbiss packt. 

Egal, ob eine Fähe im Frühjahr oder jetzt im Hochsommer befruchtet wird – das Werfen der Jungen findet im Februar oder März statt. Thomas Schreder, Diplom Biologe und für den Naturschutz im BJV Präsidium zuständig: „Der Grund hierfür ist eine Art Eiruhe, also eine verzögerte Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterwand. Sie kann die Tragzeit um bis zu zehn Monate verlängern, während sie regulär nur etwa 60 Tage dauert. Eine ähnliche Strategie verfolgen unsere Rehe. Auch deren Fortpflanzungszeit, die Brunft, ist jetzt im Sommer und auch die Rehe durchlaufen in ihrer Entwicklung eine Art Eiruhe, damit die jungen Rehe dann im Frühsommer gesetzt werden.“ 

Die Jungtiere der Dachse sind zunächst rein weiß behaart und blind und werden bis zu vier Monate lang im Bau gesäugt. Um sie in der Dunkelheit gut zu finden, markiert die Fähe sie mit ihrer Stinkdrüse. Erst im Alter von ungefähr zwei Monaten verlassen die Jungen im Frühsommer erstmals den Bau.

„Markierte Reviergrenzen“ und soziale Familienclans im Generationenbau

Erwachsene Jungtiere legen sich feste Reviere zu, deren Grenzen durch ein System von Markierungsstellen abgegrenzt und mit Revierkämpfen verteidigt werden. Die Größe eines Reviers hängt dabei vom Nahrungsangebot ab – wo ein reichhaltiges Nahrungsangebot vorhanden ist, können sich soziale Gruppen bilden oder Familienclans zusammen leben. Dachse führen ein sehr intensives Familienleben. Ein Dachsbau kann über Jahrzehnte genutzt werden. In einem Bau lebt ein Paar lebenslang zusammen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.jagd-bayern.de
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