Jenseits der großen urbanen Zentren entwickelte sich in Europa über Jahrhunderte ein vielfältiges jüdisches Leben in ländlichen Regionen. Die Tagung nimmt dieses bislang vergleichsweise wenig erforschte Feld vergleichend in den Blick und untersucht gemeinsame historische Strukturen ebenso wie regionale Unterschiede. Im Zentrum stehen materielle Zeugnisse wie Synagogen und Friedhöfe, literarische Traditionen wie die sogenannte „Ghettoliteratur“, wirtschaftliche Netzwerke sowie der Wandel der Erinnerungskultur.
Unser interdisziplinärer Ansatz verbindet wissenschaftliche Forschung mit praktischer Erinnerungsarbeit und fragt, wie jüdisches Leben in Bayern, Böhmen und der Bukowina dokumentiert, erinnert und wissenschaftlich erschlossen werden kann. Vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer Tendenzen und aktueller Debatten um Erinnerungskultur nach dem Ende der Zeitzeugenschaft gewinnt die Auseinandersetzung mit dem jüdischen Erbe im ländlichen Raum besondere gesellschaftliche Relevanz.
Die Tagung richtet sich nicht nur an Fachleute, sondern an ein breites historisch interessiertes Publikum. Das Programm kann auf der Homepage der Schwabenakademie eingesehen und heruntergeladen werden. Anmeldungen unter Tel. 08341 906 – 661 oder per E-Mail über buero@schwabenakademie.de. Für die Teilnahme an den beiden öffentlichen Abendveranstaltungen ist keine Anmeldung erforderlich.