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Schwäbisches Bildungszentrum Irsee Klosterring 4 87660 Irsee, Deutschland http://www.kloster-irsee.de
Ansprechpartner:in Herr Dominik Fröhlich +49 8341 906665

Kloster Irsee interdisziplinär: Tagung zum jüdischen Kulturerbe im ländlichen Raum Europas

(lifePR) (Irsee, )
Im Tagungs-, Bildungs- und Kulturzentrum Kloster Irsee findet vom 20. bis 22. November 2026 eine internationale Fachtagung zum jüdischen Kulturerbe im ländlichen Raum des 19. und 20. Jahrhunderts statt. Die Veranstaltung widmet sich erstmals in vergleichender Perspektive dem jüdischen Leben in Bayern, Böhmen und der Bukowina. Die Tagung wird in Kooperation verschiedener Lehrstühle der Universität Augsburg sowie der Heimatpflege des Bezirks Schwaben und der Schwabenakademie Irsee durchgeführt. Beteiligt sind Prof. Bettina Bannasch (Neuere deutsche Literaturwissenschaft), Prof. Günter Kronenbitter (Europäische Ethnologie/Volkskunde sowie Neuere und neueste Geschichte), Prof. Jana Osterkamp (Verflechtungsgeschichte Deutschlands mit dem östlichen Europa) und Prof. Klaus Wolf (Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit mit Schwerpunkt Bayern) sowie Christoph Lang (Bezirksheimatpfleger des Bezirks Schwaben). Sie vereint damit unterschiedliche fachliche Perspektiven, die von Literatur- und Kulturwissenschaft über Geschichtswissenschaft bis hin zur Regional- und Erinnerungsforschung reichen.

Jenseits der großen urbanen Zentren entwickelte sich in Europa über Jahrhunderte ein vielfältiges jüdisches Leben in ländlichen Regionen. Die Tagung nimmt dieses bislang vergleichsweise wenig erforschte Feld vergleichend in den Blick und untersucht gemeinsame historische Strukturen ebenso wie regionale Unterschiede. Im Zentrum stehen materielle Zeugnisse wie Synagogen und Friedhöfe, literarische Traditionen wie die sogenannte „Ghettoliteratur“, wirtschaftliche Netzwerke sowie der Wandel der Erinnerungskultur.

Unser interdisziplinärer Ansatz verbindet wissenschaftliche Forschung mit praktischer Erinnerungsarbeit und fragt, wie jüdisches Leben in Bayern, Böhmen und der Bukowina dokumentiert, erinnert und wissenschaftlich erschlossen werden kann. Vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer Tendenzen und aktueller Debatten um Erinnerungskultur nach dem Ende der Zeitzeugenschaft gewinnt die Auseinandersetzung mit dem jüdischen Erbe im ländlichen Raum besondere gesellschaftliche Relevanz.

Die Tagung richtet sich nicht nur an Fachleute, sondern an ein breites historisch interessiertes Publikum. Das Programm kann auf der Homepage der Schwabenakademie eingesehen und heruntergeladen werden. Anmeldungen unter Tel. 08341 906 – 661 oder per E-Mail über buero@schwabenakademie.de. Für die Teilnahme an den beiden öffentlichen Abendveranstaltungen ist keine Anmeldung erforderlich.

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