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Neue Daten zur Therapie von Lipödem-Patientinnen: Liposuktion reduziert Schmerz und erhöht Lebensqualität signifikant

Das ist der Ergebnis eine Studie unter der Leitung der Darmstädter Hautklinik und von Prof. Dr. Maurizio Podda, die jetzt veröffentlicht wurde

(lifePR) (Darmstadt, )
Eine im Fachjournal The Lancet veröffentlichte Studie mit dem Titel „Liposuction versus conservative therapy for patients with lipoedema: A randomised controlled multi-centre clinical trial“ unter Federführung der Hautklinik des Klinikum Darmstadt zeigt erstmals im Rahmen einer groß angelegten, randomisierten, kontrollierten, multizentrischen Studie die Überlegenheit der Liposuktion gegenüber einer konservativen Therapie bei Patientinnen mit Lipödem bezüglich Schmerzreduktion sowie Erhöhung der Lebensqualität.

Das Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich Frauen betrifft. Typisch ist eine krankhafte Fettansammlung insbesondere an den Beinen, jedoch auch an den Armen, die mit Schmerzen, Schweregefühl mit Bewegungseinschränkung und Hämatomneigung einhergeht. Der bisherige Goldstandard der Therapie ist die Kompressionstherapie der betroffenen Extremitäten sowie ergänzend manuelle Lymphdrainage und Sport. Kleinere Studien deuteten auf eine gute Befundverbesserung durch eine Liposuktion hin.

Die LIPLEG Studie (LIP - Liposuktion, LEG – Bein) wurde an 11 Zentren in ganz Deutschland durchgeführt und verglich bei 410 Patientinnen mit Lipödem Stadium I – III die Liposuktion mit einer konservativen komplexen physikalischen Entstauungstherapie. Hierbei werden Kompressionstherapien, manuelle Lymphdrainage und körperliche Aktivität kombiniert.

Im Rahmen der Studie erhielten zunächst alle Teilnehmerinnen in einer mehrmonatigen Einleitungsphase die konservative Standardtherapie. Hiernach erfolgte die Randomisierung in Interventionsgruppen, in denen entweder die Liposuktion durchgeführt oder die konservative Therapie fortgeführt wurde. 12 Monaten nach der Liposuktion zeigte sich eine 26-fach höhere Wahrscheinlichkeit für eine relevante Schmerzreduktion im Vergleich zu Patientinnen, die eine konservative Therapie fortführten.

Auch in Bezug auf eine Verbesserung der Lebensqualität zeigte sich die Liposuktion gegenüber der konservativen Therapie überlegen. Es traten in der Liposuktionsgruppe mehr Komplikationen auf als unter konservativer Therapie, wie es im Rahmen einer Operation zu erwarten ist. Die Liposuktion sollte demnach nach ausführlicher ärztlicher Aufklärung und unter ausgewogener Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen. Die Studie wird aktuell fortgeführt, um Langzeitdaten zu erheben. Im Rahmen der Auswertung nach 36 Monaten werden Daten bezüglich Spätkomplikationen, Notwendigkeit für erneute Operationen und andauernder Patientenzufriedenheit erwartet.

Die Studie wurde unter der Leitung von Prof. Dr. med. Maurizio Podda, Direktor der Hautklinik des Klinikum Darmstadt, durchgeführt. Prof. Podda, der im August 2025 verstarb, beschäftigte sich im Rahmen seiner klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit schwerpunktmäßig mit dem Krankheitsbild des Lipödems. Das Klinikum Darmstadt übernahm die Funktion des Sponsors der Studie. Weitere maßgeblich beteiligte Institutionen waren die Universität zu Köln sowie das Universitätsklinikum Köln mit dem Zentrum für Klinische Studien (ZKS) Köln unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Oliver A. Cornely, einem ebenfalls zentral an der Studie beteiligten Wissenschaftler, sowie das Institut für Medizinische Statistik und Bioinformatik der Universität zu Köln.

Die Studie wurde unter Einbezug von Betroffenen durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) initiiert und somit aus den Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert. Die Ergebnisse der Studie führten zu der Entscheidung des G-BA, dass die Liposuktion unter bestimmten Voraussetzungen

in allen Stadien der Erkrankung in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen worden ist.

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