Krebserkrankungen nicht auf die lange Bank schieben!

Ein Appell der Kliniker des Onkologischen Zentrums am Klinikum Darmstadt

Krebserkrankungen nicht auf die lange Bank schieben! (lifePR) ( Darmstadt, )
Die aktuelle Covid-19-Pandemie stellt für Alle eine große Herausforderung und Belastungsprobe dar. Auch im Bereich der Gesundheit bestehen Sorgen und Verunsicherung in der Bevölkerung. Dabei darf eine Abklärung neu aufgetretener Symptome oder notwendiger Vorsorgeuntersuchungen nicht zulange aufgeschoben werden. Dies gilt generell für alle Erkrankungen. Im Besonderen sind aber Patientinnen und Patienten mit bösartigen Tumorerkrankungen betroffen. Denn je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, umso besser stehen die Chancen, sie effizient behandeln zu können. Daher appelliert das gesamte Team des von der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) zertifizierten Onkologischen Zentrums am Klinikum Darmstadt: „Scheuen Sie sich nicht, ihre Arzttermine in Praxis oder im Krankenhaus wahrzunehmen.“ Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum, die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft haben diese Warnung die Tage explizit ausgesprochen.

„Bezüglich der Therapie gilt, dass alle notwendigen Behandlungen wie chirurgische Eingriffe, medikamentöse Therapien und Strahlentherapie weiter in der gewohnten Qualität am Klinikum angeboten und durchgeführt werden können. Außerdem finden die, für die Therapieentscheidung wichtigen, interdisziplinären Tumorkonferenzen weiterhin in gewohnter Weise regelmäßig statt“, betont der Leiter des Onkologischen Zentrums Prof. Dr. Christian Weiß, Direktor des Instituts für Radioonkologie und Strahlentherapie, und ergänzt: „Außerdem stehen im Rahmen der Behandlung unserer Tumorpatienten auch weiterhin die Teams der Psychoonkologie, des Sozialdienstes und der Palliativmedizin zur Verfügung.“

Viele Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen haben Sorge, ihre Erkrankung oder die spezifische Tumortherapie beeinflusse das Risiko, an Covid-19 schwer zu erkranken. Hierauf gibt es keine allgemeingültige Antwort, so Prof. Weiß. „Je nach Tumorerkrankung, empfohlener Therapie und auch Begleiterkrankung kann das individuelle Risiko erheblich variieren. Viele Tumorerkrankungen - insbesondere solide Tumore in frühen Krankheitsstadien - und auch zahlreiche Therapien, wie antihormonelle Therapien bei Brustkrebs oder Prostatatumoren, haben nur geringen Einfluss auf die Arbeitsweise unseres Immunsystems. Aber auch bei Patienten mit fortgeschrittener oder das Immunsystem schwächenden Erkrankungen gilt generell, dass zum jetzigen Zeitpunkt in den meisten Fällen die effektive Behandlung der Krebserkrankung für das Überleben der Patienten wichtiger ist als übertriebene Vorsichtsmaßnahmen im Sinne unnötiger Unterbrechungen oder Verschiebungen von Therapien.“

Vor diesem Hintergrund betont die stellvertretende Zentrumsleiterin Prof. Dr. Helga Bernhard, Direktorin der Medizinischen Klinik V – Onkologie und Hämatologie, dass Patientinnen und Patienten, deren Erkrankung durch eine bestimmte Therapie kontrolliert ist, meistens weniger Infektionen erleiden als Patienten, die nicht effektiv behandelt sind. „Dennoch kann es sinnvoll und angezeigt unter bestimmten Voraussetzungen auf eine unmittelbare Einleitung einer Therapie zur verzichten.

Am Onkologischen Zentrum arbeiten wir täglich dafür, die therapeutische Strategie verantwortungsvoll, kompetent und individuell für  unsere Patientinnen und Patienten auszuwählen und mit höchster Qualität und maximaler Sicherheit durchzuführen“, versichert sie im Namen aller Kliniken, die im Klinikum Darmstadt Krebspatienten behandeln.

Das Klinikum Darmstadt betreut im Jahr rund 6.200 Patienten mit onkologischen Erkrankungen und ca. 280 Patienten mit vollstationärer Palliativbehandlung.

Hintergrund: Onkologisches Zentrum

Das Klinikum Darmstadt ist koordinierendes Haus des Onkologischen Zentrums (OZ) Südhessen und hat als Gesamthaus die Zertifizierung OnkoZert als Onkologisches Zentrum der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), diese bescheinigt leitliniengerechte Behandlung und positive Synergien unter den einzelnen Organ-Versorgungsstrukturen. Diese Zertifizierung erweitert die Kompetenz der bisher schon zertifizierten Zentren Hauttumor, Gynäkologisches und Brustkrebszentrums um weitere Organe (Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Kopf, Hals, Blut und Lymphorgane).

Weitere onkologische Schwerpunkte sind Urogenitaltumore, Speiseröhre und Lebertumore sowie neuroendokrine Tumore. Interdisziplinär besetzte Tumorboards besprechen alle Patienten und sorgen so für die jeweils individuell beste Behandlungsmöglichkeit. Dafür stehen moderne Chemotherapien, operative Eingriffe (auch minimalinvasiv etwa bei Speiseröhrenkrebs) und deutschlandweit zwei der modernsten Linearbeschleuniger für Bestrahlungen bereit.

Psychoonkologen und ein ambulantes Palliativteam unterstützen und begleiten Patientinnen und Patienten im Bedarfsfall. Innerhalb des OZ gibt es auch eine große stationäre Palliativeinheit, in der z.B. Patientinnen und Patienten mit einem sehr fortgeschrittenen Tumorleiden neben der Betreuung durch speziell qualifizierte Ärzte und Pflegekräfte eine umfassende Begleitung aus den Bereichen Physiotherapie, Psychotherapie, Sozialdienst, Musik- und Kunsttherapie, Atemtherapie und Seelsorge erhalten können. 
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