Freitag, 26. Mai 2017


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Alarmierender Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft

Neben Saisonarbeitskräften fehlen auch Fachkräfte

(lifePR) (Lüdinghausen, ) Zur Erntezeit werden in den landwirtschaftlichen Betrieben viele fleißige Hände benötig. Aber auch in diesem Jahr ist ein erheblicher Mangel an Erntehelfern in Deutschland zu verzeichnen. Problematisch ist dies vor allem für diejenigen Landwirte, die derzeit für die Zukunft keine Trendwende erwarten: Mehr als jeder Dritte schätzt, dass es zukünftig schwieriger werden wird, Saisonarbeitskräfte zu finden. Dies ergab eine aktuelle Studie der Kleffmann Group, dem weltweit führenden Agrarmarktforschungsinstitut.

"Um die Situation zu entspannen und wieder mehr Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa anzuwerben, müsste sich vor allem auf politischer Ebene etwas ändern. Für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in der Landwirtschaft brauchen wir die sogenannte Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus den EU-Staaten Mittel- und Osteuropas", erklärt Burkhard Kleffmann, CEO der Kleffmann Group.

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Osteuropäer gilt bereits in England, Irland, den Niederlanden und Belgien: Hier können diese Arbeitskräfte unbefristet und auch in anderen Branchen arbeiten, in denen mehr verdient wird als in der Landwirtschaft. Aber auch im Agrarbereich verdienen Arbeitskräfte in den europäischen Nachbarstaaten teilweise mehr als in Deutschland. Hierzulande liegt der Lohn zwischen 4,50 Euro und sieben Euro brutto pro Stunde - abzüglich der Pauschalen für Wohnen und Essen. Im europäischen Vergleich ist dies Platz vier.

Auch die Ende 2007 verlängerte Eckpunkteregelung für Saisonarbeitskräfte brachte keine wesentlichen Verbesserungen für die Landwirte: Weiterhin gilt, dass unter den Erntehelfern grundsätzlich 20 Prozent Arbeitslose aus Deutschland sein sollen. Gelingt dies nicht, können die Landwirte weitere zehn Prozent ausländische Helfer einstellen. Die 90-Prozent-Quote gilt auch dann, wenn sie in Regionen mit deutlich unterdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit (unter 7,5 Prozent) angewendet wird.

Landwirtschaft plagt auch Fachkräftemangel

Aber nicht nur Saisonarbeitskräfte werden dringend benötigt. Laut der Kleffmann Group fehlen in 38 Prozent der befragten Betriebe generell und langfristig Facharbeitskräfte. Eine Entspannung der Lage ist derzeit nicht in Sicht: Während die Absolventenzahlen im Ausbildungsberuf Landwirt in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind, stiegen die der agrarwissenschaftlichen Studiengänge. Jedoch sind letztere meist nicht an einer Hofübernahme interessiert, sondern gehen eher in die Agrarindustrie, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie oder in die Forschung.
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Kleffmann GmbH

Die Kleffmann Group mit Stammsitz im westfälischen Lüdinghausen ist das weltweit führende Marktforschungsinstitut für den Agrarsektor. Das Unternehmen wurde 1990 von Burkhard Kleffmann, CEO, gegründet und beschäftigt über 300 Mitarbeiter in 22 Ländern, davon 50 in Deutschland. Jedes Jahr werden von rund 2.000 Experten weltweit mehr als 500.000 Interviews erhoben - face-to-face, telefonisch oder online. In 2007 generierte das Unternehmen einen Umsatz von circa 15 Mio. Euro. Die Kleffmann Group ist in die drei Geschäftsbereiche "AMIS" (Agricultural Marketing Information System), "Marketing Services" und Business Solutions gegliedert. Weitere Informationen finden Sie unter www.kleffmann.com.

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