„Unternehmensdialoge sind für die Raiffeisen KAG ein wesentlicher Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie.“

(lifePR) ( Miltenberg, )
Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix: Dialog und Engagement im Dienst von Mensch und Umwelt

Der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix ist ein nachhaltiger Mischfonds mit langer Historie, der sowohl finanziell als auch mit Blick auf seinen ESG-Ansatz eine Fülle höchster Auszeichnungen erhalten hat. Fondsmanager Thomas Motsch erklärt im Interview, warum er in engem Austausch mit den Unternehmen steht, die für eine Investition in Frage kommen, und warum Aktien auch in einem rauer werdenden Umfeld erste Wahl zur Erzielung einer langfristigen Rendite sind.

FondsSuperMarkt: Seit seiner Auflegung 1999 erzielt der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix, ein ausgewogener, weltweit investierender Aktien-Renten-Mischfonds mit nachhaltiger Titelauswahl, eine fast durchgängige Outperformance gegenüber anderen Mischfonds mit 50%iger Aktienquote. Worauf führen Sie diese Entwicklung zurück?

Thomas Motsch: In erster Linie auf unseren eigenen stringenten Nachhaltigkeitsansatz. Dieser beinhaltet u.a. Ausschluss- und Negativkriterien, Positivkriterien, bezieht eine Stakeholder-Bewertung ein, definiert Schlüssel-Performancefaktoren, berücksichtigt eine SDG-Analyse (Social Development Goals/Nachhaltige Entwicklungsziele der UN) und greift auf einen eigens geschaffenen und berechneten Raiffeisen-ESG-Score zurück. Er umfasst zudem – im Unterschied zu vielen anderen Investmenthäusern – eine regelmäßige Kommunikation mit den Unternehmen zum Thema nachhaltiges Wirtschaften (Engagement) und ein entsprechendes Abstimmungsverhalten bei Aktionärsversammlungen. Das ist ein sehr umfassender Investmentansatz.

Der Fonds investiert hauptsächlich in Mid- und Large Caps. Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von unter 1 Mrd. EUR werden aus Liquiditätsüberlegungen üblicherweise nicht berücksichtigt. Wir überprüfen vor einem Investment natürlich auch die Liquidität eines Titels.

FondsSuperMarkt: Bevor wir zu Ihrem Nachhaltigkeitsansatz kommen – auf welche Faktoren achten Sie bei der Finanzanalyse?

Thomas Motsch: Zielsetzung ist die gute finanzielle Performance bei gleichzeitig hohem ESG-Level. Bei der finanziellen Analyse arbeiten wir eng mit anderen Abteilungen im Haus zusammen, in diesem Fall sind es die Abteilungen „Aktien, Entwickelte Märkte“ sowie „Global Fixed Income“. Die finanzielle Analyse der Unternehmen setzt sich aus verschiedenen Quellen zusammen. Auf der Aktienseite werden zum einen die Einschätzungen der Buyside-Analysten der Raiffeisen KAG zu Sektoren und investierbaren Unternehmen in regelmäßigen Abständen diskutiert. Zum anderen werden Earnings-Trends, Geschäftsmodelle und Bewertungen analysiert.  Darüber hinaus wird Sekundärresearch von verschiedenen Brokerhäusern verwendet, um das finanzielle Profil der Unternehmen zu ergänzen.

Auf der Anleihenseite steuert die Top-down-Analyse die generelle Fondsausrichtung (Teamentscheidung, von quantitativen Modellen unterstützt). Dieser Prozess stellt sich wie folgt dar: Auf Bottom-up-Ebene ist das Ziel der Einzeltitelselektion, Titel mit stabiler oder sich verbessernder Credit-Qualität zu kaufen. Die Einzeltitelentscheidung basiert traditionell auf zwei Säulen: der Einschätzung der Bonität sowie der Beurteilung der Bewertung. Unterstützt wird die Einzeltitelselektion von quantitativen Ansätzen, die auf marktimplizite Ausfallswahrscheinlichkeiten abzielen (Merton-Ansatz).

FondsSuperMarkt: Wie sieht das aktuelle Portfolio aus?

Thomas Motsch: Per Ultimo September beträgt die Aktienquote ca. 49 %. Neben Staatsanleihen wurde der Anteil an Unternehmensanleihen am Primärmarkt wieder angehoben, er beträgt nun ca. 25 %. Die Entwicklung der nächsten Monate wird entscheidend vom weiteren Anstieg der Neuinfektionen sowie den weiteren Aktivitäten der Zentralbanken (vor allem  Fed und EZB) abhängen.

FondsSuperMarkt: Das Umfeld für Anleihen ist angesichts extrem niedriger Zinsen seit Jahren problematisch. Trotzdem machen Anleihen unverändert die Hälfte des Fondsportfolios aus. Wie beurteilen Sie die Vermögensklasse, wie gehen Sie strategisch und taktisch bei der Auswahl und Allokation der Anleihen vor?

Thomas Motsch: Globale Unternehmensanleihen bringen aktuell rund 1,5 % Rendite. Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das, dass langfristig weiterhin kein Weg an Aktien vorbeiführt. Kurzfristig betrachtet, und damit zur taktischen Einschätzung, haben sich allerdings die Anzeichen verdichtet, dass sich die Anstiege bei wesentlich höherer Volatilität abflachen werden. Geldpolitik, Inflation und zuletzt auch die sprunghaft angestiegenen Gaspreise könnten auf kurze Sicht zu Nervosität an den Märkten führen. Wir bleiben bei kerneuropäischen Staatsanleihen weiterhin vorsichtig. Innerhalb der Euro-Staatsanleihen sind wir insbesondere bei inflationsindexierten Staatsanleihen zurückhaltend. Wir denken nicht, dass der unmittelbare Inflationsdruck abrupt nachlässt, die am Markt für inflationsindexierte Anleihen gepreisten mittel- bis langfristigen Inflationserwartungen erachten wir hingegen als zu hoch. Der Unternehmenssektor präsentiert sich in Summe margenstark. Hohe Rohstoffpreise und Lieferkettenengpässe belasten einen Teil der Unternehmen in Form höherer Inputkosten, gleichzeitig profitieren sie nach wie vor von pandemiebedingten Kosteneinsparungsprojekten. Für Schwellenländer-Hartwährungsanleihen wird das Timing der endenden Anleihenkäufe durch die US-Notenbank relevant sein, deren Umsetzung wir weiterhin als "marktschonend" beurteilen und risikoreichere Anleiheklassen dadurch wenig gefährdet sehen. In Summe erachten wir die Zins- und Geldpolitik der USA für relevanter als die fundamentale Verfassung der Schwellenländer.

FondsSuperMarkt: Raiffeisen Capital Management zählt zu den Vorreitern für nachhaltige Investmentfonds in Österreich. Wie funktioniert Ihr Nachhaltigkeitsansatz?

Thomas Motsch: Der Investmentprozess des Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix basiert auf dem Nachhaltigkeitsansatz der Raiffeisen KAG. Die drei Nachhaltigkeitssäulen Umwelt, Gesellschaft und verantwortungsvolle Unternehmensführung sind dabei Grundlage für jede Investmententscheidung. Auf verschiedenen Analyseebenen wird die nachhaltige Analyse in die fundamentale, finanzielle Unternehmensanalyse integriert.

Man kann sich den Investmentprozess wie einen Trichter vorstellen. Oben füllen wir das gesamte Investment-Universum ein, und dann folgen verschiedene Filter, die einzelne Unternehmen aus verschiedenen Gründen aussieben. Auf der ersten Ebene (Ausschluss- bzw. Negativkriterien) fallen ca. 10-15 % der Emittenten heraus. Dann gibt es eine detaillierte Nachhaltigkeits- und Finanzanalyse. Hier werden verschiedenste Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien überprüft und zu unserem eigenen Raiffeisen-ESG-Score aggregiert. Parallel dazu analysieren wir auch verschiedene Finanzkennzahlen. Auf dieser Ebene fallen weitere ca. 35 % der Emittenten heraus. Das heißt, es bleiben ca. 50 % des ursprünglichen Universums für unsere Investmententscheidungen übrig. Aus dieser noch immer großen Menge an Unternehmen konstruieren wir ein attraktives, ausbalanciertes Portfolio. Ein wichtiger Baustein in unserem Nachhaltigkeits-Prozess ist das Engagement, also der Dialog mit den Unternehmen. Die Details dazu veröffentlichten wir jährlich in unserem Engagementbericht.

FondsSuperMarkt: Der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix erhält vom Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) mit drei Sternen die höchste Bewertung. Voraussetzung hierfür sind neben einer nachhaltigen Investmentauswahl der aktive Dialog mit Unternehmen und das Engagement bei Hauptversammlungen. Bitte skizzieren Sie Ihre diesbezüglichen Aktivitäten und Leitlinien.

Thomas Motsch: Der Begriff „Engagement“ steht als Sammelbegriff für Unternehmensdialoge und Stimmrechtsausübung.

Die Raiffeisen KAG betreibt aktives Engagement mit Unternehmen, um die Interessen ihrer Kunden bestmöglich zu wahren. Das Engagement kann dabei unterschiedlichen Zwecken dienen. Einerseits zur genaueren Einschätzung der finanziellen Situation und der Entwicklung der Unternehmen. Andererseits dient Engagement aus nachhaltiger Sicht zusätzlich der Überzeugungsarbeit bei Unternehmen im Sinne einer verbesserten Corporate Social Responsibility (CSR; unternehmerische Gesellschaftsverantwortung) oder verbesserten Nachhaltigkeit im jeweiligen Unternehmen selbst. Diese Verbesserung soll dem Unternehmen und damit letztendlich auch den Eigentümern „nachhaltige“ Vorteile bringen, welche sich langfristig auch in einem verbesserten operativen Ergebnis widerspiegeln sollten.

Unternehmensdialoge sind für die Raiffeisen KAG ein wesentlicher Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie. Ziel des Unternehmensdialogs ist es, Unternehmen von nachhaltigerem Wirtschaften, also einer Berücksichtigung von ESG-Faktoren zu überzeugen und damit auf Umwelt-, Gesellschafts- und Investorenebene Mehrwert zu generieren.

FondsSuperMarkt: Wie groß ist das Managementteam des Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix? Über welche Erfahrungen und Ressourcen verfügen Sie für die Steuerung des Fonds?

Thomas Motsch: Die Raiffeisen KAG hat im April dieses Jahres ihren gesamten Investmentbereich umorganisiert, so dass mittlerweile von allen Teams im Fondsmanagement nachhaltige Fonds und Portfolios aktiv verwaltet werden. Alle 60 Fondsmanagerinnen und Fondsmanager der Raiffeisen KAG haben sich diesbezüglich weitergebildet und weisen eine entsprechende Expertise bei nachhaltigen Investments aus. Der Austausch von Know-how ist so auf sehr kurzem Wege möglich.

Die Raiffeisen KAG verfolgt bei ihren Fondsinvestments einen Teamansatz, so auch beim Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix. Seit 2013 bin ich bei Raiffeisen Capital Management im Bereich Sustainable and Responsible Investments tätig und für die Gestionierung von nachhaltigen Fonds mit unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten verantwortlich.

FondsSuperMarkt: Wie schätzen Sie die aktuelle Marktsituation ein? Wo sehen Sie Chancen und Risiken?

Thomas Motsch: Das Verhältnis zwischen Aktienkurs und Gewinn der Unternehmen, kurz KGV, eines globalen Aktienkorbes liegt aktuell bei ca. 24. Das ist im historischen Kontext relativ hoch, denn nur rund 15 % der Beobachtungen der letzten fünfzig Jahre zeigen eine Bewertung in dieser oder in einer höheren Größenordnung. Anders gesagt: In 85 % des genannten Zeitraumes waren Aktien günstiger als aktuell. Wenn man die Schwankungen der Unternehmensgewinne glättet, verbessert sich das Ergebnis nicht. Im Gegenteil: Dieser stabilere Bewertungsansatz deutet sogar darauf hin, dass Aktien im historischen Vergleich noch teurer sind. Warum sind diese sogenannten „Bewertungen“ überhaupt relevant? Insbesondere auf langfristige Sicht weist die Höhe der Bewertung zum Investitionszeitpunkt einen indirekten Zusammenhang mit den erwartbaren Erträgen der Investition auf. Im Klartext: Je billiger man Aktien kauft, desto besser kann die Performance ausfallen – und umgekehrt. Die historische Betrachtung ist das eine. Aktienbewertungen müssen aber auch in den Kontext des aktuellen Umfelds gestellt werden, und vor allem müssen auch Alternativveranlagungen beleuchtet werden. Globale Unternehmensanleihen bringen etwa nur noch rund 1,5 % Rendite. Somit sehen die rund 4 % Gewinnrendite aus Aktien (das ist der Kehrwert des KGV) wieder attraktiv aus. Alles relativ. Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das, dass langfristig weiterhin kein Weg an Aktien vorbeiführt. Kurzfristig mehren sich die Anzeichen, dass die Kursanstiege bei wesentlich höheren Schwankungen abflachen werden. Inflation, Geldpolitik und zuletzt auch die stark angestiegenen Energiepreise könnten kurzfristig zu Nervosität an den Märkten führen.

FondsSuperMarkt: Für welche Anleger*innen und Anlageform eignet sich der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix? Welchen Anlagehorizont sollten Anleger*innen mitbringen?

Thomas Motsch: Der Fonds eignet sich einerseits für Menschen, die bewusst nachhaltig leben und dies in der Geldanlage berücksichtigen wollen. Andererseits für Anlegerinnen und Anleger, die vom Megatrend Nachhaltigkeit überzeugt sind und davon ausgehen, dass nur ein derartiges Investment wirklich zukunftsfähig ist. Durch die ausgewogene Mischung von Aktien und Anleihen sprechen wir mit diesem Fonds eine breite Schicht an Investoren an. Dies ist uns insofern auch sehr wichtig, als wir mit möglichst hoher Beteiligung von Investoren eine möglichst positive Wirkung in Bezug auf Umwelt und Gesellschaft erzielen können.

Fondsdetails: Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix R (VT)

ISIN AT0000785381
WKN 622865
Fondskategorie Ausgewogener nachhaltiger Mischfonds
Ausgabeaufschlag Keiner
Ertragsverwendung Thesaurierend
Managementvergütung p.a. 1,25%
Performancegebühr Keine
Laufende Kosten 1,39% (31.12.2020)
Auflegung 25.08.1986
Fondsvolumen 4.683,56 Mio. EUR
Performance – 10 Jahre Durchschnittlich 8,83 % p.a. (30.09.2021)
Risiko- und Ertragsprofil (SRRI) 3 von 7

Über Raiffeisen Capital Management

Mit einem verwalteten Gesamtvolumen von 46,5 Mrd. Euro und einem Marktanteil von 20,4 % (8/2021) ist Raiffeisen Capital Management eine der führenden Fondsgesellschaften in Österreich. Rund ein Drittel des Gesamtvolumens, rund 15 Mrd. Euro, wird bereits nachhaltig gemanagt. Die Komponenten, die diese hervorragende Positionierung ermöglichen, sind ein klares Bekenntnis zu hoher Qualität, Vertriebsstärke, ein exzellenter Kundenservice sowie die Zusammenarbeit mit hervorragenden Partnern. Nachhaltigkeit ist und bleibt Programm: Mittelfristig möchte Raiffeisen Capital Management die gesamte Fondspalette nach ESG-Kriterien verwalten.
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