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Pressemitteilung BoxID: 166764 (Hochschule Osnabrück / Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP))
  • Hochschule Osnabrück / Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
  • Albrechtstraße. 30
  • 49076 Osnabrück
  • https://www.dnqp.de/

Hippokrates und/oder Cashflow im Gesundheitswesen

Hochkarätig besetztes Gesundheits-Symposium an der FH Osnabrück

(lifePR) (Osnabrück, ) Welche Auswirkungen werden politisch verordnete Sparmaßnahmen auf die Qualität der medizinischen Versorgung haben? Was muss getan werden, um ein gutes Niveau halten zu können? Diesen und weiteren Fragen stellten sich Krankenhausmanager, Chefärzte und Personalleiter aus ganz Deutschland im Rahmen des Fachhochschul-Symposiums "Unternehmensführung und Restrukturierung im Gesundheitswesen". Als Referenten begrüßt wurden unter anderem Dr. Bernd Runde, Personalleiter und Prokurist der Niels-Stensen-Kliniken, Dr. Jörg Heckenkamp, Chefarzt am Marienhospital Osnabrück, Irene Maier, Pflegedirektorin des Uniklinikums Essen und Jan Felix Simon, Vorstand des Osnabrücker Hospiz e.V. und Geschäftsführer von Mölk Pressegrosso.

Deutschland besitzt noch immer eines der komplexesten und zugleich effektivsten Gesundheitssysteme der Welt. In Folge von politischen Restriktionen und Sparzwängen steht es vor vielfältigen Herausforderungen. Dies erleben täglich mehr als 4,3 Millionen Beschäftigte. Die Mitarbeiter stehen unter dem Druck, effektiv arbeiten zu müssen, sich aber gleichzeitig auch fürsorglich um ihre Patienten zu kümmern. Zwischen medizinischer Ethik und betriebswirtschaftlicher Ratio wächst ein Spannungsfeld heran. Eine zentrale Rolle spielen deshalb das professionelle Management und das Personalwesen - insbesondere in Krankenhäusern und ihren Fachabteilungen.

"Die Anforderungen an die Führung sind sehr komplex geworden. Es gilt nicht nur Zahlen zu managen, sondern auch entsprechende Werte zu kommunizieren", betont Dr. Runde. "Immerhin liegt bei etwa 70 Prozent der Beschäftigten, die ein Krankenhaus verlassen, der Grund in der jeweiligen Führungskraft." Sein Fazit: Werteorientierung braucht auch Werteträger. Hier käme insbesondere den Führungskräften eine Vorbildfunktion zu, deren Auswahl daher nicht nur aufgrund fachlicher Qualifikationen erfolgen dürfe. Ähnlich sieht dies Dr. Heckenkamp: "Insbesondere die Chefärzte nehmen eine zentrale Rolle bei der Vermittlung von Werten jenseits der Kosten-Nutzen-Rechnung ein." Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Einschnitte im Personalwesen nicht weiter zunehmen. "Das Personal, insbesondere die Pflegekräfte, arbeiten bereits seit langem an ihrem absoluten Limit", unterstreicht Irene Maier. "Das Wertemuster des Personals kann noch so positiv justiert sein. Wenn die entsprechende Personalstärke nicht mehr gegeben ist, bleiben für den jeweiligen Patienten im ständigen Kampf gegen die Uhr nur wenige Minuten pro Tag." Sie plädiert deshalb dafür, dass Einsparungen primär über Prozessoptimierungen erfolgen und weniger über personelle Einschnitte.

Jan-Felix Simon der als Vorstand des Osnabrücker Hospiz Einblicke in den Non-Profit-Bereich gab, betonte die vielen Parallelen zwischen der Führung eines Profit-Unternehmens und eines eingetragenen Vereins. "Werte und Idealismus können mittelfristig nur dann umgesetzt werden, wenn sie von einem entsprechend betriebswirtschaftlich ausgerichteten Management begleitet werden. Ein allzu starrer Fokus auf das Wirtschaftliche kann genauso hinderlich sein wie das komplette Ausblenden."