Hochschule Osnabrück nimmt Verarbeitung, Handel und Tafeln in den Blick
„Lebensmittelketten sind eng miteinander verbunden. Wenn an einer Stelle etwas nicht funktioniert, kann sich das schnell auf die komplette Wertschöpfungskette auswirken. Gemeinsam mit den Menschen aus der Praxis wollen wir deshalb analysieren, wo besonders kritische Stellen liegen und was Betriebe präventiv unternehmen können, um sich besser auf Krisen vorzubereiten“, sagt Prof. Dr. Stephanie Krieger-Güss, die das Projekt an der Hochschule Osnabrück leitet. Im Verbundprojekt untersucht die Hochschule Osnabrück vor allem die Bereiche Lebensmittelverarbeitung und -herstellung, Lebensmitteleinzelhandel und Tafeln. Andere Projektpartner betrachten unter anderem die landwirtschaftliche Produktion. So entsteht nach und nach ein Bild davon, wo entlang der Lebensmittelkette Probleme auftreten können und wie die einzelnen Bereiche voneinander abhängen.
Die Hochschule bringt dabei insbesondere ihre Erfahrung im Qualitätsmanagement und in der Qualitätssicherung entlang der Lebensmittelkette ein. Krieger-Güss forscht unter anderem dazu, wie sich Ernährungssysteme verändern und wie sich kritische Punkte in Abläufen erkennen und bewerten lassen.
Aus den Erkenntnissen sollen konkrete Lösungen entstehen
Die laufenden Interviews sind der erste Schritt. Ende 2026 soll eine größere Online-Befragung in der Agrar- und Ernährungswirtschaft folgen. Damit wird eine größere Stichprobe entlang der Wertschöpfungskette in die Studie befragt. Die Ergebnisse werden in die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen integriert.
Im Frühjahr 2027 werden Vertreterinnen und Vertreter aus Produktion, Verarbeitung, Logistik, Einzelhandel und Tafeln in Workshops zusammenkommen. Gemeinsam werden sie Ansätze entwickeln, mit denen Schwachstellen in den Lebensmittelketten verringert werden und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren verbessern lässt. Die Ergebnisse werden anschließend so aufbereitet werden, dass sie auch für andere Regionen und Lebensmittelketten nutzbar sind. „Uns ist wichtig, die unterschiedlichen Erfahrungen aus der Praxis zusammenzubringen. Wenn sich die Beteiligten bereits im Vorfeld kennen und wissen, an welchen Stellen sie zusammenarbeiten können, sind sie auch bei möglichen Störungen besser vorbereitet“, so Krieger-Güss.
Das Projekt wird vom Land Niedersachsen mit 1,5 Millionen Euro unterstützt, die Leitung des Projekts liegt bei trafo:agrar an der Universität Vechta. Darüber hinaus sind neben der Hochschule Osnabrück die Universität Göttingen sowie das Agrar- und Ernährungsforum Nord-West beteiligt.