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Coburg ein Wochenende lang Dachdecker-Hochburg

109. Landesverbandstag der Bayerischen Dachdecker

(lifePR) (Mintraching, )
Das Thema "Barrierefreiheit" zieht sich wie ein roter Faden durch den 109. Landesverbandstag der Bayerischen Dachdecker in Coburg.

"Es gilt, auf allen Ebenen Barrieren abzubauen", fordert A. Ewald Kreuzer, Landesinnungsmeister der Bayerischen Dachdecker, auf dem 109. Landesverbandstag von 03.-05. Juli 2015 in Coburg.

Barrierefreies Bauen ist das Thema einer Podiumsdiskussion, die zu den Höhepunkten des jährlichen Treffens der Dachdecker gehört. "Die Alterspyramide der Bevölkerung hat sich drastisch verändert - und darauf haben sich Planer und Handwerker einzustellen", betont Kreuzer. "Das Dachdeckerhandwerk wird dazu - Hand in Hand mit Herstellern - enorme Aufgaben zu stemmen haben".

Nach Ansicht des Landesinnungsmeisters beginnt die Barrierefreiheit nicht erst beim Zugang zum Bad. Ein immer knapper werdender Wohnraum, der gerade in den Ballungsregionen immer teurer wird, muss optimal genutzt und ausgestattet sein. Dazu gehört auch die technisch und ästhetisch bestmögliche Gestaltung des "einzigen grunderwerbssteuerfreien Bauplatzes in Deutschland", wie Kreuzer das Dachgeschoss bezeichnet. "Balkon und Terrasse dürfen kein Privileg der darunter liegenden Etagen mehr sein", fordert er. Sein Gewerk wird verstärkt gefordert sein, hier barrierefreie Lösungen zu realisieren.

"Barrieren bei Vorschriften abbauen"

Barrierefreiheit muss auch in der Bürokratie gewährleistet sein, so eine Grundforderung des bayerischen Dachdeckerhandwerks. Handwerksmeister und Betriebsinhaber werden durch die permanent zunehmende Bürokratie gezwungen, mittlerweile fast schon mehr Zeit am Schreibtisch als auf der Baustelle zu verbringen. "Der Mindestlohn ist für das Dachdeckerhandwerk schon seit Jahrzehnten eingeführt und schützt Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen vor Billigentloh-nern und Billiganbietern", betonen die Dach-Experten anlässlich ihres Treffens in Coburg. Die ohnehin geführten Aufzeichnungen zu Arbeitszeiten seien schließlich unverzichtbare Grundlage jeder seriösen Abrechnung mit ihren Kunden. Noch detailliertere Aufzeichnungen führen wohl kaum zu noch mehr Arbeitsplätzen. Dennoch sind Bayerns Dachdecker stolz auf die Arbeitsplatzentwicklung: Mit 4.919 Mitarbeitern im Jahresdurchschnitt stieg deren Zahl um 1,8% gegenüber dem Vorjahr. Und die Steigerung der Bruttolohnsumme um 7,7% auf 144 Mio. € zeigt, dass Dachdecker gefragte und gut bezahlte Handwerker sind, die einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 € schon lange hinter sich gelassen haben.

"Planungsbarrieren verursachen Kosten"

Nach Meinung der bayerischen Dachdecker gehört es zu den häufigsten und teuersten Fehlern am Bau, das Handwerk erst nach der Planung zu involvieren. "Wenn Auftraggeber, Planer und Ausführender bereits im Planungsstadium an einem Tisch sitzen, können Lösungen gemeinsam erarbeitet werden, die auch praxisgerecht und nach den Fachregeln vertretbar und durchführbar sind", berichtet der stv. Landesinnungsmeister Kay Preißinger. Hier schaffen sich Bauherren und Planer oft selbst "Barrieren", die vermeidbar seien.

"Barriere in den Köpfen abbauen"

Stolz auf die Jahresbilanz kann auch der Ausbildungsleiter des bayerischen Kompetenzzentrums Dachtechnik Waldkirchen und Hauptgeschäftsleiter Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Werner sein. Entgegen dem Trend in den meisten anderen Handwerksberufen konnten Bayerns Dachdecker beim Nachwuchs um satte 6,1% zulegen auf mittlerweile 346 Auszubildende. Ein Erfolg, der auf dem Einsatz eines hauptberuflichen Jugendbeauftragten, einer massiven Öffentlichkeitsarbeit und nicht zuletzt auf aufmerksamkeitsstarke Aktionen zur Imageverbesserung zurückzuführen ist. So waren z. B. Bayerns Dachdecker-Lehrlinge maßgeblich am Bau einer 15 m hohen Rampe für die Weltelite der Mountainbiker beim Red Bull District Ride im September 2014 in Nürnberg beteiligt.

"Meisterbrief ist keine Barriere"

Kein "ungebührliches" Hindernis sieht das bayerische Dachdeckerhandwerk in der Beibehaltung des Meisterbriefs als Zugangsvoraussetzung für die Handwerksausübung in ihrem Gewerk. "Für die wichtigsten Bauteile des Hauses müssen hohe Maßstäbe angesetzt werden, um Kunden vor Pfusch zu schützen", betont der Landesinnungsmeister. Sein Gewerk ist laut offizieller Definition das Fachgewerk für die "Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik".

Die Dachdecker im "Netz":

Homepage Landesinnungsverband Bayern:
www.dachdecker.bayern

Nachwuchs-Informationen:
www.DachdeckerDeinBeruf.de

Facebook:
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