Handwerk braucht gewerbefreundliche Verkehrspolitik

Umfrage-Ergebnisse: "Verkehrspolitik und Handwerk"

(lifePR) ( Wiesbaden, )
"Das Handwerk ist vom flexiblen Einsatz eigener Fahrzeuge abhängig. Das wird aus unser Sicht von der Verkehrspolitik häufig zu wenig beachtet", so Harald Brandes, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden. Handwerksbetriebe seien für die Anfahrt zu Baustellen, zur Auslieferung, für Servicefahrten oder zur Materialbeschaffung dringend auf die Nutzung ihrer Fahrzeuge angewiesen.

"In den letzten Jahren haben die Belastungen für Handwerksbetriebe zugenommen. Als Beispiele nenne ich nur die Einrichtung von Umweltzonen und die Einführung der digitalen Tachographen. Zukünftig", so Harald Brandes weiter, "drohen weitere Probleme durch die Umgestaltung der Kfz-Steuer, durch neue Qualifikationspflichten für Kraftfahrer oder durch Überlegungen zu Citymautsystemen."

An einer bundesweit durchgeführten Umfrage "Verkehrspolitik und Handwerk - Was bewegt die Handwerker" nahmen 3.800 Betriebe aus allen Kammerbezirken in Deutschland teil. Gefragt war auch nach Umfang und Zusammensetzung ihres Fuhrparks.

Danach bewegen sich die Handwerksbetriebe mit ihren Fahrzeugen vor allem im städtischen und regionalen Umfeld bis zu 50 km Entfernung vom Betrieb, so dass Verkehrsanlagen und Parkmöglichkeiten im Nahbereich von entscheidender Bedeutung sind. Aber auch Einsatzbereiche bis zu 150 km sind keine Seltenheit mehr. Hier stellten die komplizierten Überwachungspflichten - so z.B. mit digitalen Tachographen - eine Belastung für die Betriebe dar.

Der Fuhrpark der Handwerksbetriebe besteht bei knapp 50 Prozent der Betriebe aus bis zu 3 Fahrzeugen, 40 Prozent verfügen über 4 bis 10 Fahrzeuge. Die leichten Transporter in der Gewichtsklasse bis 3,5 Tonnen sind dabei das typische Fahrzeug. Entgegen der landläufigen Meinung ist der Fahrzeugbestand keineswegs stark überaltert. Etwa 60 Prozent der Fahrzeuge sind sechs und weniger Jahre alt.

92 Prozent der befragten Handwerksbetriebe haben allerdings auch mindestens ein älteres dieselbetriebenes Fahrzeug, so dass die Einführung von Umweltzonen Handwerksbetriebe besonders treffen werde. Denn spätestens die zweite Stufe der Umweltzonen könne zu einer Existenzbedrohung führen. "Je nach Ausgestaltung könnten in zwei oder drei Jahren bis zu 40 Prozent der Fahrzeuge und bis zu drei Viertel der Betriebe in den Umweltzonen betroffen sein", beschreibt Harald Brandes die mögliche Konsequenz.

Gerade viele ältere Fahrzeuge haben in den Betrieben nur geringe Laufleistungen, sind aber für spezielle Anwendungen ausgestattet (Werkstattwagen, Verkaufsfahrzeuge). Eine Auswechslung gegen Neufahrzeuge sei in diesen Fällen weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Brandes: "Wir fordern die Politik in Städten, Ländern und im Bund dringend auf, angemessene Übergangsfristen und Fördermöglichkeiten zur Nachrüstung leichter LKW zu schaffen. Unseren Betrieben muss eine realistische Chance gegeben werden, ihre Fuhrparks zu modernisieren."
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