Montag, 11. Dezember 2017


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Signale der Abschwächung verstärken sich

Konjunkturumfrage Handwerkskammer Kassel, Herbstquartal 2008

Kassel, (lifePR) - "Die über 15.300 Handwerksbetriebe im Kasseler Kammerbezirk blicken zwar noch auf ein insgesamt ordentliches Herbstquartal zurück, allerdings hat sich die konjunkturelle Situation gegenüber dem Vorjahr weiter abgeschwächt," so Präsident Gerhard Repp bei der Vorstellung der Herbstumfrage der HWK, die im Autohaus Funke in Kirchhain vorgestellt wurde. "Die weiteren Aussichten sind deutlich eingetrübt. Das machen neben den derzeitigen Rahmenbedingungen auch die Konjunkturindikatoren der HWK-Umfrage deutlich, so dass ein weiterer Rückgang der konjunkturellen Entwicklung für das Jahresschlussquartal bevorsteht" so Repp weiter. Die weltweite Finanzkrise spiegelt sich in der aktuellen Umfrage noch nicht wider, da die Betriebe unmittelbar vor dem Börsencrash und der Bankenpleiten befragt wurden.

Geschäftsklimaindex sinkt Die Befragung der Betriebe im Kammerbezirk hat ergeben, dass der Geschäftsklimaindex (Mittelwert aus der Bewertung der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage) um 4,6 auf aktuell 75 Punkte gegenüber der Herbstumfrage 2007 zurückgegangen ist. Dies resultiert zum einen aus einer insgesamt negativeren Erwartung aller Befragten an die Zukunft, aber auch aus aktuellen Problemen einzelner Handwerksgruppen. Die aktuelle Geschäftslage wurde von 77,5 Prozent der Betriebe als gut bzw. befriedigend bezeichnet (Vorjahr: 81,9 Prozent), knapp jeder vierte Betrieb (23,5 Prozent; Vorjahr: 18,1 Prozent) bezeichnete sie als schlecht.

Branchenentwicklungen sehr unterschiedlich Das Gesamtergebnis darf nicht über die großen Unterschiede in den einzelnen Handwerksgruppen hinwegtäuschen: Im Ausbaugewerbe, bei den gewerblichen Zulieferern und in der Lebensmittelbranche ist die Stimmung insgesamt noch gut. Das Ausbaugewerbe profitiert von den hohen Heizkosten, viele Verbraucher investieren in die Gebäudesanierung. Probleme haben die Betriebe im Bauhauptgewerbe. Der Wohnungsneubau ist zum Erliegen gekommen, der gewerbliche und öffentliche Bau konnte dies nicht kompensieren. Die Lage in den Gesundheitshandwerken und bei den privaten Dienstleistern bleibt ebenfalls schwierig. Die größte Unzufriedenheit herrscht jedoch in den Kfz-Handwerken, fast jeder zweite Betrieb bezeichnet die momentane wirtschaftliche Lage als "schlecht".

Umsätze und Auftragseingänge unter Vorjahresniveau Die Umsatzentwicklung verlief von Juli bis September mit deutlich weniger Dynamik als vor zwölf Monaten und hat sich dadurch schwächer entwickelt. Insgesamt 17,6 Prozent (Vorjahr: 21,5 Prozent) meldeten steigende und 29,9 Prozent (Vorjahr: 22 Prozent) zurückgehende Erlöszahlen. Auch die Auftragseingänge und -bestände der Handwerksbetriebe lagen unter dem Stand des Vorjahres, so dass sich auch hier die Trendumkehr des letzten Quartals weiter fortgesetzt hat. Die Auftragsreichweite der Betriebe im Kammerbezirk Kassel sank binnen Jahresfrist um 0,7 auf 5,7 Wochen.

Dagegen hatte sich die Beschäftigtensituation noch einmal positiv entwickelt, was insbesondere den Betrieben im Ausbaugewerbe zu verdanken war. 18,6 Prozent (Vorjahr: 22,2 Prozent) der Befragten im Gesamthandwerk stellten neues Personal ein, während 9 Prozent (7,7 Prozent) weniger Personal beschäftigten. Vor Jahresfrist war diese Entwicklung allerdings noch günstiger. Schwach blieb die Investitionstätigkeit in den Betrieben, knapp jeder Dritte (32,7 Prozent) schraubte das Investitionsvolumen zurück, und auch die Erweiterungsinvestitionen blieben auf sehr geringem Niveau. Die Preisentwicklung bleibt ebenfalls eine Belastung für die nord-, ost- und mittelhessischen Handwerker. Mehr als jeder zweite Betrieb (53,9 Prozent) sieht sich steigenden Einkaufspreisen für Vorprodukte gegenüber, nur 16,8 Prozent konnten diese an den Endkunden weitergeben.

"Die Erwartungen unserer Handwerksbetriebe sind ungünstiger als in den Herbstquartalen der Vorjahre, die Betriebe verlieren zunehmend das Vertrauen in die wirtschaftliche Dynamik," so Kammerpräsident Repp weiter: "Daher ist es notwendig, Maßnahmen einzuleiten, die Wirtschaft und Konsum stützen, um Schlimmeres zu verhindern. Ein funktionierender Binnenmarkt ist wichtiger denn je."
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