Herr Becker: Schrott ist in Wahrheit ein wertvoller Rohstoff. Die meisten denken bei dem Begriff an rostige Nägel oder alte Fahrräder. Aber tatsächlich stecken in vielen Gegenständen, die Menschen entsorgen, wertvolle Metalle wie Kupfer, Aluminium oder Messing. Diese lassen sich nahezu vollständig recyceln. In Zeiten von Rohstoffknappheit und Energiewende ist das eine enorme Chance – sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich.
Interviewer: Wie genau funktioniert die Schrottabholung durch Ihre Zentrale?
Herr Becker: Wir koordinieren die Abholung von Schrottmaterialien in ganz Nordrhein-Westfalen. Das bedeutet: Privatpersonen, Betriebe oder öffentliche Einrichtungen können sich bei uns melden, wenn sie Altmetall zu entsorgen haben. Unser System prüft dann automatisch, welcher unserer Partnerbetriebe in der Nähe verfügbar ist. In der Regel erfolgt die Abholung innerhalb von 24 bis 48 Stunden – direkt vor Ort, kostenlos und auf Wunsch mit Vergütung, je nach Metallart.
Interviewer: Welche Metalle sind besonders gefragt?
Herr Becker: Kupfer steht ganz oben, vor allem in Form von Kabelresten oder Rohrleitungen. Aber auch Aluminium, zum Beispiel aus Fensterrahmen oder Felgen, ist sehr gefragt. Messing aus alten Armaturen und Edelstahl gehören ebenfalls zu den sogenannten Buntmetallen, die im Handel stabile Preise erzielen. Selbst alte Elektrokabel sind wertvoll – wegen des Kupferkerns, den viele unterschätzen.
Interviewer: Welche Rolle spielt dabei das Thema Nachhaltigkeit?
Herr Becker: Eine sehr große. Durch das Recycling von Metallen sparen wir nicht nur enorme Mengen an Energie ein, sondern reduzieren auch CO₂-Emissionen. Um ein Beispiel zu nennen: Die Wiederverwertung von Aluminium verbraucht nur etwa fünf Prozent der Energie, die man für die Herstellung aus Rohbauxit benötigen würde. In einer Region wie Nordrhein-Westfalen mit seiner industriellen Vergangenheit und seiner ökologischen Zukunftsvision ist Recycling ein zentrales Thema.
Interviewer: Wer nutzt Ihre Dienste am häufigsten – eher Privatkunden oder Gewerbe?
Herr Becker: Beides. Wir sehen auf der einen Seite viele Haushalte, die Keller, Garagen oder Gärten aufräumen und sich über das zusätzliche Geld freuen. Auf der anderen Seite stehen kleine Handwerksbetriebe, Bauunternehmen oder Demontagefirmen, die regelmäßig größere Mengen Altmetall abzugeben haben. Die digitale Bündelung über unsere Zentrale sorgt dafür, dass wir flexibel und effizient reagieren können.
Interviewer: Wie stellen Sie sicher, dass die Materialien umweltgerecht weiterverarbeitet werden?
Herr Becker: Wir arbeiten ausschließlich mit zertifizierten Fachbetrieben zusammen, die über entsprechende Entsorgungsnachweise verfügen. Außerdem dokumentieren wir die gesamte Wertstoffkette – vom Abholort bis zur Weiterverarbeitung. Das ist nicht nur gesetzlich gefordert, sondern schafft auch Transparenz und Vertrauen bei unseren Kunden.
Interviewer: Wo sehen Sie die Zukunft der Branche in Nordrhein-Westfalen?
Herr Becker: Ganz klar in der Kombination aus Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Wir wollen weg vom „Schrotthändler“-Image und hin zu einem modernen Recyclingdienstleister. Das bedeutet: einfache Buchung, schnelle Abwicklung, faire Preise – und dabei gleichzeitig einen messbaren Beitrag zum Umweltschutz leisten. NRW hat dafür beste Voraussetzungen: Industrie, Infrastruktur und ein wachsendes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung.
Interviewer: Herr Becker, vielen Dank für das Gespräch.
Herr Becker: Ich danke Ihnen.