Rügen: Großes Geisternetz und 13 Autoreifen aus der Ostsee geborgen

Zweiter Großeinsatz gegen Geisternetze in der Ostsee

"FÜR MEER LEBEN"- Geisternetztaucher
(lifePR) ( München, )
Vor wenigen Tagen holten Taucher der Tauchbasis Prora und der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) ein großes Nylon-Schleppnetz, 13 Autoreifen, mehrere Metallteile und anderen Unrat vor Rügen aus der Ostsee. Insgesamt wurde bei dieser Aktion mit sechs „Für MEER LEBEN“-Geisternetztauchern an zwei Tauchtagen in 22 Tauchgängen weit über eine Tonne Müll vom Meeresgrund geborgen.

Die Geisternetz-Kampagne wird unterstützt von Teilnehmern der Deutschen Postcode Lotterie und dem Reiseportal Ostsee24.de.

Erfolgreiche Bergungsaktion trotz widriger Wetterbedingungen

Gleich am ersten Aktionstag gelang es, mit Hilfe des Forschungsschiffs „GOOR II“ bei Windstärken von vier bis fünf Beaufort und bis zu 1,5 m hohem Wellengang ein ca. 15 m langes Schleppnetz und eine schwere Eisenkette vor Rügen zu bergen.

Das Geisternetz war teilweise von Sand bedeckt, was den Tauchern die Arbeit schwer machte. Wegen des sich zunehmend verschlechternden Wetters, fanden an diesem Tag keine weiteren Tauchgänge statt.

Mikroplastik unter Wasser – Autoreifen großer Verursacher

Auch am zweiten Aktionstag hielt sich das stürmische Wetter, daher entschloss sich Aktionsleiter Wolfgang Frank (Tauchbasis Prora) auf Nummer sicher zu gehen. Fortan konzentrierten sich die Taucher auf nahe der Küste versenkte Autoreifen. Bis zum Ende der Aktion kamen so 13 große Reifen ans Tageslicht.

„Autoreifen verursachen große Mengen an schädlichem Mikroplastik. Sie bestehen aus Gummi bzw. natürlich und künstlich hergestelltem Kautschuk, der mit der Zeit zerfällt. Reifen altern unabhängig von ihrem Gebrauch, und deswegen ist es wichtig, diese neben den Geisternetzen zusätzliche Gefahrenquelle für die Meeresumwelt vor Rügen aus der Ostsee zu holen“ erklärt Verena Platt-Till die Bergung der Autoreifen vom Meeresboden.

Auch abgerissene Fenderreifen belasten die Meeresumwelt vor Rügen

Überwiegend handelte es sich um LKW-Reifen aus der Bundesrepublik Deutschland. Vermutlich von Schiffen abgerissene Fenderreifen.

Erfolgreiche Bergungsaktion vor Rügen

„Trotz der schlechten Wetterbedingungen waren es für uns zwei anstrengende, aber dennoch sehr erfolgreiche Tauchtage. Die Gefahren durch Altlasten, die noch Schaden anrichten können, müssen gebannt werden. Und da ist es letztlich egal, ob es sich um herrenlose Fischernetze oder Autoreifen handelt. Mikroplastik ist Mikroplastik und damit Gift für die Umwelt und uns Menschen“, betont Tauchleiter Wolfgang Frank.

Gemeinsames Ziel von GRD und Wolfgang Frank ist es, die Ostsee rund um Rügen von Geisternetzen und anderem Meeresmüll zu befreien.
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