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LOYS Philosophie Bruns: Ein Gespräch mit dem Fondsmanager Dr. Christoph Bruns

(lifePR) (Miltenberg, )
Seit dem Jahr 2006 überzeugt der LOYS Philosophie Bruns durch seine maximale Anlagefreiheit und die stringente Umsetzung des Absolute Return-Ansatzes. Der flexibelste Fonds des Hauses LOYS kann in alle Anlageklassen investieren, ist jedoch tendenziell – der Stärke der Aktienfondsboutique folgend – aktienlastig aufgestellt. LOYS-Fondsmanager Dr. Christoph Bruns, der vor seinem Eintritt als Fondsmanager und Vorstand in die LOYS AG im Januar 2005 für das Portfoliomanagement von Union Investment verantwortlich war, ist selbst größter Einzelinvestor des Fonds. Der LOYS Philosophie Bruns eignet sich insbesondere für Langfristanleger, die sich ein flexibles internationales Portfolio für ihr Depot sichern wollen.

FondsSuperMarkt: Mit Mitte 30 verantworteten Sie bei Union Investment bereits milliardenschwere Fonds. Heute arbeiten Sie mit einem deutlich kleineren Fondsvolumen und einer unabhängigen Boutique. Was können Sie heute als Fondsmanager tun, was Ihnen in einem großen Haus damals nicht möglich war?

Dr. Christoph Bruns: Heute kann ich meine eigene Strategie konsequent umsetzen, ohne dass zu viele Nebenbedingungen mit eingreifen. Genau das war immer mein Traum, mit Blick auf Warren Buffett: ein eigenes Vehikel zu haben. In einem großen Haus wird vieles in Gremien abgestimmt, hier ist das anders. Ich kann frei arbeiten, global und über alle Größenklassen hinweg. Vor allem kann ich Nein sagen: Wenn Dinge sehr beliebt sind oder in den Indizes hoch gewichtet werden, interessiert mich das nicht sonderlich. Jede Aktie muss für sich genommen günstig sein, sonst fasse ich sie nicht an. Zudem erlaubt mir das kleinere Volumen Investments in Unternehmen, die für einen milliardenschweren Fonds zu klein wären.

FondsSuperMarkt: Sie haben einmal gesagt, dass Sie den Begriff „Value" nicht mögen, obwohl LOYS selbst seinen Ansatz als wertorientiert beschreibt. Was stört Sie an dem Begriff, und wie würden Sie Ihre eigene Investmentphilosophie stattdessen beschreiben?

Dr. Christoph Bruns: Mit „Value“ verbinden viele heute schlicht das Billige, und das greift mir zu kurz. „Billig“ allein ist kein Kaufargument. Meist komme ich bei einer Analyse zu dem Schluss, dass die Aktie zwar billig ist, es dafür aber gute Gründe gibt. Also: Finger weg! Nur selten ist ein Unternehmen gut aufgestellt, hat interessante Produkte und Wachstumsaussichten und ist auch noch attraktiv bewertet. Dann kann es ins Portfolio kommen, aber auch nur dann. Meine Philosophie beschreibe ich daher lieber so: Qualität günstig kaufen. Ich möchte den Euro gern für 70 Cent kaufen. Wenn zwei ähnliche Unternehmen gleich bewertet sind, dann kaufe ich den Titel mit dem größeren Wachstumspotenzial.

FondsSuperMarkt: Sie kaufen eine Aktie nur, wenn sie aus Ihrer Sicht deutlich weniger kostet, als das Unternehmen tatsächlich wert ist. Können Sie uns das an einem aktuellen Beispiel aus dem Fonds Schritt für Schritt erklären: Wie kommen Sie zu Ihrem fairen Wert, und ab welchem Kurs wird eine Aktie für Sie interessant? Was sieht der Markt aus Ihrer Sicht derzeit falsch?

Dr. Christoph Bruns: Ich ermittele den fairen Wert in mehreren Schritten, wobei er am Ende immer eine Schätzung bleibt. Die Zukunft lässt sich nicht exakt vorhersagen, wohl aber mit großer Wahrscheinlichkeit, welche Unternehmen von einer Entwicklung besser profitieren als andere. Zunächst prüfe ich die qualitative Seite: Branche, Marktposition, Produkte, Bilanz, Management und Wettbewerb. Anschließend das Quantitative: Verschuldung, Kurs-Umsatz- und Kurs-Gewinn-Verhältnis. Daraus bilde ich ein Dividendendiskontierungsmodell mit konservativen Annahmen und erhalte so den fairen Wert in fünf Jahren. Eine Aktie wird für mich interessant, wenn sie mindestens 30 Prozent unter diesem Wert notiert.

Ein Beispiel ist Nomura, der größte Broker Japans. Nach der Archegos-Pleite fiel die Aktie um 40 Prozent. Ich wusste jedoch, welche Gewinne in diesem Segment möglich sind, und erkannte, dass das Problem temporär war. Heute läuft Nomura gut und wir stehen deutlich im Plus. Grundsätzlich gilt: In Korrekturen verkauft der Markt alles ab und unterscheidet kaum zwischen Qualität und weniger guter Qualität.

FondsSuperMarkt: Sie stehen ETFs skeptisch gegenüber, und zwar weniger wegen der Kosten als wegen der „Denkweise dahinter". Was stört Sie an dieser Denkweise konkret, und was kann ein aktiver Fonds wie Ihrer aus Ihrer Sicht besser?

Dr. Christoph Bruns: Die Kosten sind das kleinere Thema. Ein ETF kauft, was groß und beliebt ist, und je teurer eine Aktie wird, desto mehr davon. Nach dem Preis fragt er nicht. Hinzu kommt: Die gängigen Benchmarks sind vollkommen US- und dollarlastig. Ob das zu einem in Euro denkenden Anleger passt, ist fraglich. Ich fand schon immer, dass das nicht passt. Darum arbeiten wir benchmarkfrei und können konsequent auf günstige Bewertungen setzen. Diese finden sich nämlich gerade nicht bei den großen Indextiteln. Ein aktiver Fonds kann wählerisch sein und gezielt dort investieren, wo Preis und Wert auseinanderliegen. Letztendlich ist es eine Frage des Risikos: Ein ETF ist wie ein Flugzeug ohne Piloten. Das kann technisch klappen. Aus Risikovermeidungsgründen würde ich mich jedoch nicht in einem solchen Flugzeug transportieren lassen.

FondsSuperMarkt: Beim geplanten SpaceX-Börsengang haben Sie öffentlich vor dem Hype gewarnt und gesagt: „Wir von LOYS sind da nicht dabei." Welche anderen Investments meiden Sie derzeit bewusst, obwohl sie am Markt sehr beliebt sind, und woran erkennen Sie für sich den Unterschied zwischen einer echten Chance und einem Hype?

Dr. Christoph Bruns: Dabei sein ist nicht alles. Das gilt nicht nur für SpaceX, sondern derzeit etwa auch für Anthropic und Open AI. Da wird auf großer Trommel geschlagen. Die zukünftigen Cashflow-Überschüsse sind jedoch hochgradig ungewiss. Beim großen Thema künstliche Intelligenz kann man heute noch gar nicht genau sagen, wer die großen Gewinner und wer die großen Verlierer sein werden. Den Unterschied zwischen Chance und Hype erkenne ich an der Bewertung: Eine echte Chance liegt vor, wenn ein gutes Unternehmen deutlich unter seinem fairen Wert zu haben ist. Ein Hype nimmt dagegen bereits Jahre des Erfolgs im Kurs vorweg, sodass keine Sicherheitsmarge mehr bleibt.

FondsSuperMarkt: Der Fonds besteht seit 2006 und wurde in dieser Zeit immer wieder ausgezeichnet, unter anderem mit dem Sauren Golden Award (2008 bis 2013) und zuletzt mit dem Fund Award 2026. Was ist an Ihrer Investmentphilosophie über diese 20 Jahre gleichgeblieben und was haben Sie im Laufe der Zeit angepasst?

Dr. Christoph Bruns: Grundsätzlich hat sich an meiner Philosophie nichts geändert. Sie hat sich über die Jahrzehnte bewährt, und deshalb halte ich daran fest. Im Mittelpunkt steht das einzelne Unternehmen, und das Ziel ist unverändert der langfristige Vermögensaufbau, ohne das eingesetzte Kapital grundsätzlich zu gefährden. Ich habe immer gesagt, ein Fonds müsse netto 6 bis 8 Prozent pro Jahr erzielen, sodass sich das Vermögen alle zehn Jahre verdoppelt. So ist es auch gekommen.

Angepasst habe ich einiges im Detail: Ich bin konservativer geworden und verlange heute einen höheren Abschlag beim Kauf. Früher habe ich verkauft, wenn der faire Wert erreicht war. Heute verkaufe ich in der Regel erst bei einer Überbewertung von mehr als 20 Prozent, da Aktien auch nach oben hin übertreiben können. Die Technik hilft mir dabei: Fast 3.000 Unternehmensmodelle werden heute automatisch aktualisiert. Am Ende zählt jedoch das Urteil im Einzelfall.

FondsSuperMarkt: Sie sehen durchaus Risiken für die USA, unter anderem bei Verschuldung und Zinsen. Trotzdem bleiben Sie in US-Aktien investiert. Was muss ein US-Unternehmen aus Ihrer Sicht mitbringen, damit Sie solche makroökonomischen Risiken bewusst in Kauf nehmen?

Dr. Christoph Bruns: Ein US-Unternehmen muss bei mir dasselbe mitbringen wie jedes andere auch: eine starke Bilanz, eine gute Marktposition und einen deutlichen Bewertungsabschlag. Woher eine Aktie kommt, ist für mich zweitrangig. Entscheidend ist, dass das Unternehmen gut ist und die Aktie günstig. Die Risiken bei Verschuldung und Zinsen sehe ich sehr wohl, und genau dafür ist der Bewertungsabschlag mein Puffer. Hinzu kommen die Standortvorteile: In den USA kostet eine Kilowattstunde Strom 13 Cent und der Unternehmenssteuersatz liegt bei 20 Prozent statt bei rund 30 Prozent in Deutschland. Gegen Makrorisiken helfen zudem die breite Streuung und eine Kassenquote von derzeit rund 20 Prozent.

FondsSuperMarkt: Sie sind mit rund 20 Millionen Euro Ihres eigenen Vermögens größter Einzelinvestor im Fonds. Wie beeinflusst das Ihre Anlageentscheidungen, insbesondere dann, wenn die Börsen stark fallen und auch Ihr eigenes Vermögen deutlich an Wert verliert?

Dr. Christoph Bruns: Weil mein eigenes Geld im Feuer steht, arbeite ich mit einer viel schärferen Geisteshaltung und achte stark auf das Thema Risiko. Ob die Dinge klappen, sehe ich an meinem Kontostand: Aus jedem Euro, den ich am ersten Tag investiert habe, sind rund vier geworden, und das gilt auch für die anderen Anleger.

Wenn die Börsen fallen, gilt: Der größte Fehler besteht darin, in der Krise zu niedrigen Kursen zu verkaufen. Dagegen bin ich immun. Die größte Tugend lautet, in der Krise, wenn Stimmung, Prognosen und Klima schlecht sind, das Gute günstig zu kaufen. So habe ich es in der Finanzkrise und nach der Corona-Pandemie gehalten. Zunächst nimmt man am Rückgang teil, kommt dann aber mit entsprechender Verve aus jeder Krise heraus.

FondsSuperMarkt: Der Fonds trägt seit 2024 Ihren Namen. Warum die Umbenennung und was passiert mit dem Fonds, wenn Sie selbst irgendwann nicht mehr an Bord sind?

Dr. Christoph Bruns: Mit der Umbenennung haben wir sichtbar gemacht, was seit 2006 gelebt wird. Für mich ist Fondsmanagement ein personenbasiertes Geschäft. Am Ende muss einer die Verantwortung tragen. Genau genommen ist der LOYS Philosophie Bruns also der Bruns-Fonds. Natürlich arbeite ich nicht allein: Unser Team in Frankfurt analysiert Unternehmen und steuert Ideen bei. Was in den Fonds kommt, entscheide jedoch ich. Obendrein kann ich sagen, dass sich mein Sohn Benjamin anschickt, perspektivisch in meine Fußstapfen treten zu wollen.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Dr. Bruns.

Fondsdetails: LOYS Philosophie Bruns B

ISIN DE000A0H08U6
WKN A0H08U
Fondskategorie Mischfonds dynamisch, Welt
Ausgabeaufschlag 5 % (FondsSuperMarkt-Rabatt 100%)
Ertragsverwendung Thesaurierend
Laufende Kosten (ohne Transaktionskosten) 1,63 % (14.10.2026)
Performance Fee max. 10 % (High-Water-Mark)
Auflegung 08.02.2006
Fondsvolumen 243,93 Mio. EUR (30.09.2026)
Performance (seit Auflage) 308,64 % / 7,04 % durchschnittlich pro Jahr (14.10.2026)
Risikoklasse (SRI) 4 von 7

Über LOYS

Die LOYS AG ist eine auf die wertorientierte Aktienanlage spezialisierte Investmentboutique mit bewährter, konservativer und antizyklischer Anlagestrategie. Gegründet 1995 ist die LOYS AG heute an den Standorten Frankfurt am Main, Oldenburg, Chicago und Zürich vertreten und zählt zu den etablierten Investmentboutiquen im deutschsprachigen Raum.

Seit 2024 hat die LOYS AG ihr Angebot durch strategische Partnerschaften mit der Vates Invest GmbH, mit der 2025 neu gegründeten LOYS Innovation GmbH, sowie mit der AWEA Fonds AG kontinuierlich um komplementäre Anlagestrategien erweitert. Die LOYS AG zeichnet sich durch eine langjährige und überzeugende Leistungsbilanz mit konsequentem Fokus auf Aktieninvestments aus und die inhabergeführte Unternehmensstruktur sichert ein Höchstmaß an Unabhängigkeit und Flexibilität.
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