Der Geschäftstourismus ist für Erlangen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Tagungen, Kongresse und Konferenzen bringen Gäste aus dem In- und Ausland in die Stadt und sorgen für zusätzliche Nachfrage in Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel sowie weiteren Dienstleistungsbereichen. Die Halbjahresbilanz des Erlanger Tagungsbüros zeigt, welchen Beitrag diese Veranstaltungen zur regionalen Wertschöpfung leisten.
Mehr als 430.000 Euro regionale Wertschöpfung
Die vom Erlanger Tagungsbüro betreuten Veranstaltungen generierten im ersten Halbjahr eine Wertschöpfung von über 430.000 Euro. Davon entfielen gut 127.000 Euro auf Tagungspauschalen, knapp 102.000 Euro auf die Verpflegung der Tagungsgäste und gut 203.000 Euro auf Übernachtungen.
Dabei sind die Effekte des Geschäftstourismus noch größer als die direkte Wertschöpfung vermuten lässt: Tagungsgäste bleiben im Durchschnitt 4,5 Nächte in Erlangen und damit deutlich länger als der Durchschnitt aller Übernachtungsgäste, dieser lag 2025 bei 2,1 Nächten. Ein Tagungsgast bringt im Durchschnitt rund 1.100 Euro Umsatz durch Tagung und Unterkunft.
Nicht berücksichtigt sind dabei weitere Ausgaben, die während des Aufenthalts entstehen können – beispielsweise für Einkäufe, Gastronomie, Mobilität oder Freizeitangebote. Auch sogenannte Bleisure-Reisen, bei denen eine Geschäftsreise um einen privaten Aufenthalt verlängert wird und deren Beliebtheit immer mehr wächst, können die wirtschaftlichen Effekte deutlich erhöhen. Eine Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus zeigt, dass Bleisure-Reisende in Bayern durchschnittlich knapp 1.650 Euro pro Reise ausgeben. Rund 615 Euro davon entfallen auf den privaten Teil der Reise. Für Erlangen bedeutet das: Wird ein beruflicher Aufenthalt mit einem privaten Aufenthalt verbunden, kann die tatsächliche Wertschöpfung eines Tagungsgastes deutlich über den direkten Ausgaben für Tagung und Unterkunft liegen.
Halbjahresbilanz mit positivem Trend
Auch die allgemeine Tourismusentwicklung im ersten Halbjahr 2026 fällt positiv aus. Insgesamt wurden in Erlangen 154.186 Ankünfte registriert – ein Plus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei den Übernachtungen wurde ein Zuwachs von 2,2 Prozent verzeichnet. Der deutsche Markt entwickelte sich mit einem Plus von 3,0 Prozent besonders dynamisch, während die Übernachtungen aus dem Ausland um 0,5 Prozent zunahmen. Zu den wichtigsten internationalen Quellmärkten gehörten die Niederlande mit 12.731 Übernachtungen, Indien mit 9.092 und die USA mit 7.416.
Mit 325.645 Übernachtungen liegt Erlangen im ersten Halbjahr im Vergleich der fränkischen Städte auf Platz vier hinter Bamberg, Nürnberg und Würzburg. Damit positioniert sich Erlangen vor Städten wie Ansbach, Bayreuth, Coburg, Hof, Fürth und Schweinfurt.
ETB setzt auf Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft
Eine besondere Bedeutung für den Tagungsstandort Erlangen hat die enge Verbindung von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Das Erlanger Tagungsbüro unterstützt Veranstalter bei der Planung und Durchführung von Kongressen, Tagungen und Konferenzen und bringt dabei Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Institutionen zusammen.
Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit ist die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). FAU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Joachim Hornegger betont in einem Interview mit dem ETB die Bedeutung internationaler Kooperationen für den Wissenschaftsstandort: „Erlangen hat alle Voraussetzungen und Möglichkeiten, um deutschland- und europaweit ein Zentrum für Innovation und Forschung zu sein.“ Für die FAU sei es daher von großer Bedeutung, Kooperationspartner aus der ganzen Welt nach Erlangen einzuladen.
„Genau hier setzt die Arbeit des Erlanger Tagungsbüros an“, erklärt Christian Frank, Geschäftsführer des ETM. „Unser Team unterstützt Veranstalter dabei, Erlangen als Tagungs- und Kongressstandort zu nutzen, und schafft gemeinsam mit unseren Partnern die Voraussetzungen für erfolgreiche Veranstaltungen. Davon profitieren nicht nur die Veranstalter und Teilnehmenden, sondern die gesamte Stadt und die Region.“