Bei EDITION digital liegen weitere acht seiner Bücher vor, darunter die für die Reihe „Die kleinen Trompeterbücher“ des DDR-Kinderbuchverlags geschriebenen Titel „Ben sucht die Quelle“ (1977) und „Der Mann mit dem traurigen Birnengesicht“ (1982). Ben, ein Großstadtjunge, verbringt ein paar Tage seiner Ferien auf dem Dorf bei seiner Tante. Dort macht er sich, gleich einem Forscher, auf, den Ursprung eines Baches zu finden. Wie und wo mag der Bach entspringen? fragt sich Ben. Er will es genau wissen. Zu den fünf Geschichten über ungewöhnliche Freundschaften in „Der Mann mit dem traurigen Birnengesicht“ gehört „WIE ICH EINEN FREUND FAND“, die so beginnt: „Als Kind ging ich oft auf die Müllkippe. Vielleicht kann ich dort etwas finden, dachte ich. Ich besaß nicht ein einziges Spielzeug. Als Schreibpapier für die Schule musste ich mir Packpapier schneiden, und als Schreibstift besaß ich nur einen fingerlangen Bleistiftstummel, den ich an einem Bindfaden trug. Auch einen richtigen Freund hatte ich in dem Dorf noch nicht gefunden. Denn überall, wo ich hinkam nach dem Krieg, war ich fremd.“ Die neun E-Books sind unter edition-digital.de und im Online-Buchhandel zu haben.
Reinhard Bernhof wurde am 6. Juni 1940 in Breslau geboren. 1945 flüchtete seine Familie aus Schlesien über Sachsen, das Sudetenland, Bayern und Niedersachsen ins Ruhrgebiet. Dort wuchs er auf und besuchte die Schule. Von 1955 bis 1958 absolvierte er eine Schlosserlehre in Duisburg. Dort gehörte er zu den Initiatoren der Ostermärsche von Duisburg nach Dortmund. Von 1965 bis 1967 studierte Bernhof, der 1963 aus familiären Gründen in die DDR übergesiedelt war, am Leipziger Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ und arbeitet seitdem als freischaffender Schriftsteller. In den Jahren 1988 und 1989 gab er die illegale Literaturzeitschrift „Umfeldblätter“ heraus. 1989 war er Mitbegründer des „Neuen Forums“ in Leipzig.