Potentiale der Solarenergie verstärkt nutzen!

DEN: Baden-Württembergs PV-Pflicht auf neuen Nichtwohngebäuden richtig

Das schwimmende Solarkraftwerk der Firma Ossola GmbH auf dem Maiwaldsee bei Renchen. 2300 Module erzeugen deutlich mehr Strom als die errechneten 750 KWp und versorgen das Kieswerk. Die PV-Anlage spart mindestens 560 to CO2 jährlich ein / Bild: Ossola GmbH (lifePR) ( Offenbach am Main, )
Das deutsche Energieberater Netzwerk DEN e.V. begrüßt den Beschluss der baden-württembergischen Landesregierung, bei neuen Nichtwohngebäude die Installation von Photovoltaikanlagen zwingend vorzuschreiben. „Solaranlagen bieten ein ausgesprochen hohes Potential, sowohl was die Förderung von elektrischer Energie als auch von thermischer angeht“, sagt der Vorsitzende des DEN, Dipl.-Ing. Hermann Dannecker. „Mit Blick auf die Einsparungen von CO2 und damit auf den Klimaschutz sollten große Flächen, wie sie etwa Nichtwohngebäude auf ihren Dächern bieten, nicht ungenutzt bleiben. Bei der Novelle seines Klimaschutzgesetzes bewegt sich Baden-Württemberg insofern in die richtige Richtung.“

Das grün-schwarze Landeskabinett in Stuttgart hatte sich vor wenigen Tagen auf eine sogenannte Solarpflicht geeinigt. Sie schreibt vor, dass künftig Gewerbegebäude wie etwa Parkhäuser oder Produktions- und Lagerhallen, aber auch Bürogebäude zwingend mit Solaranlagen ausgerüstet werden müssen. Dannecker: „Dies ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende. Es ist gleichzeitig ein gutes Beispiel für andere Bundesländer.“ Der Beschluss zu einer Solarpflicht ist ein zentraler Bestandteil der Novelle des baden-württembergischen Klimaschutzgesetzes, das noch vor der Sommerpause vom Landtag beschlossen werden soll. Es löst das Klimaschutzgesetz aus dem Jahr 2013 ab.

Gerade in den südlichen Bundesländern Deutschlands, also in Bayern und Baden- Württemberg, sind Solaranlagen bereits überdurchschnittlich häufig anzutreffen. Dannecker: „Angesichts der hohen Anzahl an Sonnenstunden im deutschen Süden sollten wir diesen Schatz an erneuerbaren Energien weiter heben und konsequent Photovoltaik- und Solarthermieanlagen ausbauen. Ein erhebliches Potential an ungenutzten Flächen bietet sich etwa in Rohstoffgewinnungsstätten. Besonders vorteilhaft sind schwimmende Anlagen auf Baggerseen.“

Ein sehr gutes Beispiel dafür biete der Maiwaldsee bei Renchen am Oberrhein. Dort produziere seit dem vergangenen Jahr die größte schwimmende Solaranlage in Deutschland umweltfreundliche Energie, die das Kieswerk zu 70 Prozent mit klimaneutralem Strom versorge. „Nach einer ersten Bilanz der Betreiber übertrifft dieses Solarkraftwerk sogar ihre Berechnungen und Erwartungen, weil das Wasser des Sees kühlend wirkt und die Effizienz der Anlage erhöht“, so Dannecker. Eine Flächenkonkurrenz mit der Landwirtschaft oder dem Naturschutz gebe es nicht. Dieses Beispiel ließe sich anderenorts leicht kopieren.

Der DEN-Vorsitzende begrüßt ferner die Absicht der Landesregierung, im neuen Klimaschutzgesetz 100 Städte und Kommunen in Baden-Württemberg zu verpflichten, eine umfassende Wärmeplanung vorzulegen. „Damit bieten sich neue Möglichkeiten, ganze Stadtquartiere umweltfreundlich mit Wärmenetzen zu versorgen. Die Planungskosten, die das Land Baden-Württemberg übernehmen will, sind insofern gut angelegtes Geld.“
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