„645 Millionen hungernde Menschen weltweit sind ein Warnsignal. Sicherheit wird zu oft nur militärisch gedacht. Dabei ist Ernährungssicherheit eine Voraussetzung für Frieden und Stabilität. Kriege führen oft zu Hunger, und Hunger kann Konflikte weiter verschärfen. Gleichzeitig drohen die aktuellen Kriege auch weit entfernt von den Fronten noch mehr Menschen in den Hunger zu treiben“, betont Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe.
Der Irankrieg und die Störungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus sowie die Eskalation rund um die Meerenge Bab al-Mandab lassen die Kosten für Diesel, Transporte und Düngemittel steigen. Zugleich drohen infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und eingeschränkter Getreideexporte über das Schwarze Meer weitere Preissteigerungen bei Weizen. Für Familien im Globalen Süden werden Lebensmittel damit kaum noch bezahlbar.
Laut WHI ist die Entwicklung in Afrika südlich der Sahara besorgniserregend. Dort liegen sieben der acht Länder mit einem sehr ernsten Hungerniveau. Somalia weist den höchsten WHI-Wert auf und El Niño wird die Ernährungslage dort noch weiter verschärfen. Trotz dieser Trends zeigt der Bericht, dass Fortschritte möglich sind: In Ländern wie Uganda und Nepal ist der Hunger zurückgegangen. Politische Stabilität und kontinuierliche Investitionen in Ernährung, Gesundheit, Bildung und Sanitärversorgung tragen zu diesen Erfolgen bei.
„Wer heute bei der Überwindung des Hungers und der Krisenvorsorge spart, riskiert morgen noch größere humanitäre Katastrophen und weitere Instabilität. Die Bundesregierung muss die Kürzungen bei Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe zurücknehmen und Ernährungssicherheit zum festen Bestandteil ihrer Außen-, Friedens- und Sicherheitspolitik machen. Dafür braucht es verlässliche, langfristige Investitionen in nachhaltige Landwirtschaft, widerstandsfähige Ernährungssysteme und soziale Sicherungssysteme. Zugleich muss Deutschland sich stärker für diplomatische Konfliktlösungen und die konsequente Einhaltung des humanitären Völkerrechts einsetzen“, fordert Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe. „Ich habe in Gaza selbst gesehen, wie sehr das Überleben der Menschen davon abhängt, ob humanitäre Hilfe sie erreicht“, unterstreicht Mogge.
Die Synopse sowie den englischen Bericht, Grafiken und Fotos finden Sie unter: https://www.welthungerhilfe.de/pressemappe-whi-2026