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Lernen braucht Turnhallen

Täglich knapp 10 Millionen Lernende – und trotzdem nicht im Fokus. Ein Realitätscheck zum Internationalen Tag der Bildung

(lifePR) (Frankfurt am Main, )
Während über Lernrückstände, mentale Gesundheit, fehlende Bildungsgerechtigkeit oder demokratisches Grundverständnis debattiert wird, bleibt häufig ein zentraler Bildungsakteur weiterhin unter dem Radar: der organisierte Sport.  

Aus diesem Grund lässt die dsj zum Internationalen Tag der Bildung Fakten sprechen:  

Der größte Bildungsort außerhalb der Schule ist der Sportverein  

Rund 10 Millionen Kinder und Jugendliche lernen täglich in Sportvereinen. Freiwillig. Ohne Notendruck. Mit enormer Reichweite und nachhaltigen Ergebnissen. Sportvereine sind damit die größten außerschulischen Bildungs- und Entwicklungsorte junger Menschen in Deutschland – größer als jeder andere Jugendverband. 

Sportvereine ermöglichen Bildung, die Schule allein nicht leisten kann: 
  • soziale Kompetenzen UND kognitive Leistungen – statt nur Faktenwissen 
  • Persönlichkeitsentwicklung UND Teamwork – statt nur Einzelarbeit 
  • demokratisches Handeln UND gemeinsame Problemlösung – statt Frust und Resignation 
  • Verantwortungsübernahme – statt sich darauf zu verlassen, das andere die eigenen Probleme lösen 
  • freiwilliges Engagement, Selbstwirksamkeit und Mitgestaltung – statt Pflicht- und Frontalunterricht  
Anders gesagt: Im Sportverein wird gelernt, was unsere Gesellschaft, die Menschen, zusammenhält. Diese Kompetenzen sind kein „Nice-to-have“. Sie sind Grundvoraussetzungen für psychische Gesundheit, Demokratie und Bildungserfolg. 

Im Sportverein wird Resilienz und mentale Gesundheit gefördert 

Die MOVE-Studie der Deutschen Sportjugend belegt die Zusammenhänge zwischen psychischer Gesundheit und Bewegung in einem Sportverein deutlich: Sportlich aktive Kinder und Jugendliche zeigen einen besseren Gesundheitszustand, weniger Einsamkeit, höhere Lebenszufriedenheit und geringere psychische Belastungen als inaktive Gleichaltrige. Bewegung fördert zudem exekutive Funktionen wie Konzentration, Selbststeuerung und Problemlösefähigkeit – Fähigkeiten, die nachweislich mit Bildungserfolg, Gesundheit und späterem Wohlstand zusammenhängen. 

Sport macht Schlau: Mehr als 60 % der Engagierten im Sport sind Bildungsengagierte 

Über 564.000 lizenzierte Trainer*innen und Übungsleiter*innen engagieren sich bundesweit. Das qualifizierte Personal im Sportverein ist also längst da, ihr Bildungsniveau liegt über dem Bevölkerungsschnitt, über ein Drittel verfügt über einen Hochschulabschluss. 

Die Botschaft dahinter ist klar: Die Kompetenz ist da, die Strukturen sind es aber nicht. 

Sportvereine als Bildungspartner im Ganztag 

Ab dem 1. August 2026 wird es sich zeigen: Der Ganztag ist entweder eine historische Chance – oder eine verpasste Investition. Der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung ist eine der größten bildungspolitischen Reformen der kommenden Jahre. Doch ohne Bewegung, Spiel und Sport wird der Ganztag sein Versprechen nicht einlösen können. 

Sportvereine können den Ganztag mitgestalten: 
  • so werden alle Kinder mit Bewegung, Spiel und Sport erreicht und profitieren davon, nicht immer nur die Leistungsstarken 
  • sie unterstützen bei niedrigschwelligen Zugängen zu Sport und Bewegung und bieten freiwillige Lernsettings 
  • sie machen Bildung erlebbar statt abstrakt! 
Aber: Kooperationen zwischen Sportvereinen und Schulen brauchen ausreichende und verlässliche Finanzierung, systematische Netzwerke, Fachkräfte und ausreichend Räume. Projektlogik reicht an nicht und das Ehrenamt allein auch nicht! 

Ohne Räume keine Bildung  

All diese Potenziale scheitern an einer politischen Realität: marode Sporthallen, fehlende Räume, überlastete Infrastruktur. Dabei sind Sportstätten längst mehr als Trainingsorte. Sie sind Bildungsräume, Begegnungsräume, soziale Ankerpunkte. Wer sie verfallen lässt, spart nicht – er verhindert Bildung. Wenn Bildung ganzheitlich gedacht werden soll, dann muss Bewegung dazugehören. Wenn Bildung gerecht sein soll, dann braucht sie Sportvereine. Wenn der Ganztag gelingen soll, dann braucht er Räume, Personal und verlässliche Strukturen. 

Zum Internationalen Tag der Bildung fasst die dsj zusammen: Die Zukunft junger Menschen entscheidet sich nicht nur im Klassenzimmer. Sie entscheidet sich auf dem Sportplatz, in der Turnhalle, im Verein.  

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