Montag, 23. Oktober 2017


Sobek-Stiftung würdigt international herausragende Multiple Sklerose-Forscher

Die Sobek-Stiftung zeichnete am 28. November im Neuen Schloss in Stuttgart zwei Mediziner für ihre wegweisenden wissenschaftlichen Arbeiten in der Multiple-Sklerose-Grundlagenforschung aus

Hannover, (lifePR) - Hannover, 01.12.2014 – Der mit 100.000 Euro europaweit höchstdotierte Preis für Grundlagenforschung, der Sobek-Forschungspreis, ging an Prof. Dr. Marco Prinz (44), Direktor am Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Freiburg. Den Sobek-Nachwuchspreis mit 10.000 Euro Preisgeld erhielt Dr. Stefan Bittner (31) vom Institut für MS-Forschung der Universitätsklinik Münster.

Sobek-Forschungspreis 2014

Das Forschungsinteresse des 1970 in Cottbus geborenen Prof. Dr. Marco Prinz gilt dem angeborenen Immunsystem bei Erkrankungen des Zentralen Nervensystems, dabei insbesondere der Rolle der Mikroglia-Zellen. Diese Immunzellen übernehmen im Gehirn wichtige Aufgaben beim Erkennen und Beseitigen schadhafter Nervenzellen und Fremdkörper. Die Erkenntnisse des Direktors des Instituts für Neuropathologie des Universitätsklinikums Freiburg liefern die Basis für ein besseres Verständnis der Krankheitsmechanismen bei Multipler Sklerose (MS). So konnten Forscher um Prinz erstmals erklären, dass und wie Mikroglia-Zellen im Gehirn zur Schädigung von Nervenzellen beitragen. Daraus ergeben sich wichtige Impulse für die Entwicklung neuartiger Forschungsansätze und neuer Therapien. Durch seine Forschungsbeiträge über die Mikroglia hat Prinz bereits heute Welt-geltung erlangt. Das belegen zahlreiche hoch angesehene wissenschaftliche Publikationen und mehrere Wissenschaftspreise.

Staatssekretär Jürgen Walter, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, hob in seiner Laudatio auf den Sobek-Forschungspreisträger hervor: „Prof. Prinz hat es in beeindruckender Weise vermocht, in weltweiten Netzwerken der Wissenschaft die noch immer ungelösten Fragen der Neurodegeneration bei MS mit neuen Ideen und Projekten anzugehen – und somit die Forschungsarbeit voranzutreiben. Prof. Prinz hat schon in jungen Jahren herausragende wissenschaftliche Leistungen vollbracht, wodurch er in seinem Gebiet international zur Spitzengruppe gehört.“

Sobek-Nachwuchspreis 2014

Der Sobek-Nachwuchspreis ging an den 31-jährigen Dr. Stefan Bittner von der Universität Münster. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Rolle der Ionenkanäle in der Pathophysiologie der Multiplen Sklerose. Er konnte zeigen, dass Zwei-Poren-Kaliumkanäle Immunzellen das Durchdringen der eigentlich nicht überwindbaren Blut-Hirn-Schranke und damit den Eintritt ins Nervensystem ermöglichen. Der junge Mediziner kann darüber hinaus auch erklären, wie die Kanäle weiterhin zur Entstehung der Krankheit beitragen: „Zuerst regulieren sie die Aktivierung von Immunzellen, dann steuern sie die Einwanderung ins zentrale Nervensystem.
Dort tragen sie zum Tod von Nervenzellen bei.“

Er gratulierte den Preisträgern Prof. Prinz und Dr. Bittner: „Multiple Sklerose ist immer noch in vielen Fällen unheilbar. Aufgrund enormer Forschungsanstrengungen der Wissenschaft wissen wir inzwischen viel mehr über die Ursache dieser Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die beiden Wissenschaftler, die heute für ihre herausragenden Forschungsarbeiten ausgezeichnet werden, tragen mit dazu bei, die Symptome dieser heimtückischen Krankheit erträglicher zu machen und den Menschen durch Verbesserungen in Diagnose und Therapie mehr Lebensqualität zu schenken.“

Walter würdigte die Sobek-Stiftung als prominentes Beispiel zivilgesell-schaftlichen Engagements für Wissenschaft und Forschung. Nur durch die Bündelung der öffentlichen wie privaten Anstrengungen werde es gelingen, im weltweiten Wettbewerb der Wissensgesellschaften auch künftig Spitzenleistungen in der Forschung zu erzielen. Der mit 100.000 Euro dotierte Multiple Sklerose-Preis leiste hierzu einen wichtigen Beitrag.

Prof. Dr. med. Klaus V. Toyka, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Sobek-Stiftung, würdigte die herausragende wissenschaftliche Leistung Bittners und bekräftigte in seiner Laudatio: „Dr. Bittners aktuelle Arbeit zur Rolle von Kaliumkanälen bei MS wird einen möglicherweise entscheidenden neuen Weg der Pathogenese der MS eröffnen.“


DMSG, Bundesverband e.V.
Hannover, 01. Dezember 2014

Hintergrund

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste Erkrankung des Zentralnervensystems. Die Symptome reichen von Taubheitsgefühlen über Seh-, Koordinations- und Konzentrationsstörungen bis hin zu Lähmungen. Die bislang unheilbare Krankheit bricht gehäuft zwischen dem 20. Und 40. Lebensjahr aus. In Deutschland leiden weit mehr als 130.000 Menschen an MS. Weltweit sind schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen an MS erkrankt.

Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung
Mit dem Sobek-Forschungspreis der Stiftung aus Renningen, Baden-Württemberg, werden richtungsweisende Leistungen von Wissenschaftlern an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Bereich der Multiplen Sklerose und der dazugehörenden Grundlagenforschung ausgezeichnet. Entscheidungskriterien sind allein Qualität und Exzellenz der Forschungsleistung. Es kann sowohl eine außerordentliche wissenschaftliche Einzel- als auch eine Gesamtleistung gewürdigt werden. Die Sobek-Stiftung verleiht ihren Forschungspreis auf Vorschlag eines wissenschaftlichen Beirates in Zusammenarbeit mit der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG). Die Schirmherrschaft für die Preisverleihung hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg.

Der DMSG-Bundesverband e.V., 1952/1953 als Zusammenschluss medizinischer Fachleute gegründet, vertritt die Belange MS-Erkrankter und organisiert deren sozialmedizinische Nachsorge. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft mit Bundesverband, 16 Landesverbänden und derzeit 900 örtlichen Kontaktgruppen ist eine starke Gemeinschaft von MS-Erkrankten, ihren Angehörigen, über 4.000 engagierten ehrenamtlichen Helfern und 231 hauptberuflichen Mitarbeitern. Insgesamt hat die DMSG 45.000 Mitglieder. Mit ihren umfangreichen Dienstleistungen und Angeboten ist sie heute Selbsthilfe- und Fachverband zugleich, aber auch die Interessenvertretung MS-Erkrankter in Deutschland. Schirmherr ist Christian Wulff, Bundespräsident a.D. Mehr unter www.dmsg.de

AMSEL e. V.
Die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. ist Fachverband, Selbsthilfeorganisation und Interes-senvertretung für MS-Kranke in Baden-Württemberg. Die Ziele der AMSEL: MS-Kranke informieren und ihre Lebenssituation nachhaltig verbessern. Der AMSEL-Landesverband hat rund 8.600 Mitglieder, 61 AMSEL-Gruppen und Initiativen und 24 Junge Initiativen in Baden-Württemberg. Mehr unter www.amsel.de.
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Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Der DMSG-Bundesverband e.V., 1952/1953 als Zusammenschluss medizinischer Fachleute gegründet, vertritt die Belange Multiple Sklerose Erkrankter und organisiert deren sozialmedizinische Nachsorge.
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft mit Bundesverband, 16 Landesverbänden und derzeit 900 örtlichen Kontaktgruppen ist eine starke Gemeinschaft von MS-Erkrankten, ihren Angehörigen, 4.230 engagierten ehrenamtlichen Helfern und 245 hauptberuflichen Mitarbeitern. Insgesamt hat die DMSG 45.000 Mitglieder.
Mit ihren umfangreichen Dienstleistungen und Angeboten ist sie heute Selbsthilfe- und Fachverband zugleich, aber auch die Interessenvertretung MS-Erkrankter in Deutschland. Schirmherr des DMSG-Bundesverbandes ist Christian Wulff, Bundespräsident a.D.

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der Sinnesempfindungen und auch zur Beeinträchtigung von Sinnesorganen führt.
In Deutschland leiden rund 130.000 Menschen an MS. Nach neuesten Zahlen des Bundesversicherungsamtes sind es möglicherweise deutlich mehr MS-Erkrankte. Trotz intensiver Forschungen ist die Ursache der Krankheit nicht genau bekannt.
MS ist keine Erbkrankheit, allerdings spielt offenbar genetische Veranlagung eine Rolle. Zudem wird angenommen, dass Infekte in Kindheit und früher Jugend für die spätere Krankheitsentwicklung bedeutsam sind. Welche anderen Faktoren zum Auftreten der MS beitragen, ist ungewiss.
Die Krankheit kann jedoch heute im Frühstadium günstig beeinflusst werden.
Weltweit sind schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen an MS erkrankt.

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