Digitalisierungswerkstatt mit Dachdeckern erfolgreich durchgeführt

Auch über die Nutzung von Drohnen informierte diese Veranstaltung.
(lifePR) ( Karlsruhe, )
Der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks BW beteiligte sich gemeinsam mit mehreren Mitgliedsbetrieben an einer gewerkeübergreifenden Digitalisierungswerkstatt unter dem Titel „Digitales 3D-Aufmaß und Drohneneinsatz auf der Baustelle“. Die Werkstatt wurde im Rahmen der Zukunftsinitiative Handwerk 2025 gefördert.

Die Digitalisierungswerkstatt hat gezeigt, dass moderne Vermessungsverfahren – egal, ob
3D-Laserscanning oder Drohnenaufnahmen – dem Dachdeckerhandwerk vielfältige Chancen bieten und mitentscheidend für die spätere Realisierung von BIM-Projekten (Building Information Modeling) sind. Denn die Betriebe können dadurch:
  1. Zeit einsparen
  2. Übertragungsfehler minimieren
  3. die Prozesssicherheit und Messgenauigkeit verbessern
  4. die Prüfbarkeit und Nachvollziehbarkeit des Aufmaßes gewährleisten
  5. die Durchsuchbarkeit und Archivierung von Aufmaßunterlagen ermöglichen
Florian Jentsch, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands des Dachdeckerhandwerks BW: „Die Herausforderung für unsere Betriebe ist es, ein für die eigenen technischen und personellen Möglichkeiten geeignetes Verfahren auszuwählen. Ob sich ein Betrieb schlussendlich für die Laserdistanzmessung, Tachymetrie, Photogrammmetrie oder 3D-Laserscanning entscheidet, hängt maßgeblich von der verfolgten Zielsetzung des Unternehmens ab“.

Was unterscheidet die unterschiedlichen Messtechnologien?

Laserdistanzmessgeräte bieten eine hohe Genauigkeit bei vergleichsweise geringen Investitionskosten. Die Tachymetrie ist, als Übergangstechnologie zum digitalen 3D-Aufmaß, vergleichbar exakt bei moderater Komplexität und überschaubaren Investitionskosten. Laserentfernungsmesser und Tachymetrie bietet eine hohe Zeitersparnis. In Kombination mit entsprechenden Apps und der damit verbundenen Möglichkeit, die Daten in 2D- oder 3D-Modelle zu überführen, sind sie zudem der ideale Einstieg in die digitale 3D-Vermessungstechnik. Bei Hightech-Methoden wie dem 3D-Laserscanning oder der Photogrammetrie wird diese hohe Messgenauigkeit nur durch höhere Investitionen erreichbar.

Florian Jentsch erklärt: „Komplexe Verfahren wie das 3D-Laserscanning und die Photogrammetrie sind sehr zeit- und kostenintensiv. Sie lohnen sich jedoch, wenn die erfassten Daten mehreren Gewerken als Kalkulations- und Abrechnungsbasis dienen, ein klassisches Aufmaß aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich ist, sich das Gesundheitsrisiko beim Aufmaß minimiert (Schrägdachaufmaß) oder die Genauigkeit der Massenermittlung nur durch diese Art des Aufmaßes gewährleistet werden kann“.

Wie gestaltet sich die Einarbeitungszeit?

Je komplexer eine Technologie, desto aufwändiger die Einarbeitung. Digitale Vermessungsgeräte unterscheiden sich dabei nicht von anderen Technologien. „Niemand wird einen Autokran bedienen, ohne dass er eine Einweisung durch den Hersteller und entsprechende Kurse und Befähigungszertifikate nachweisen kann. Genauso verhält es sich bei digitalen Vermessungsverfahren“, so Jentsch. Insbesondere, wenn von den Geräten eine bestimmte Gefahr ausgehe – wie beispielsweise von Flugdrohnen – seien entsprechende Schulungen unerlässlich.

Während sich der Einsatz von Laserdistanzmessgeräten quasi nebenbei erlernen lässt, sind für die Einführung komplexer, digitaler Vermessungsverfahren im Unternehmen, Mitarbeiter entsprechend freizustellen. Herstellerschulungen, Weiterbildungskurse und Praxisseminare sind für Drohnenaufmaß, 3D-Laserscanning und die vorgestellten photogrammetrischen Verfahren unerlässlich. Der zeitliche Aufwand hierfür ist bei der Anschaffung mit zu berücksichtigen.

Soll ich einen Dienstleister anheuern?

„Bereits heute ist es im Dachdeckerhandwerk gang und gäbe, bestimmte Tätigkeiten an Dienstleister zu übertragen. Gerüststellung und Abfallentsorgung sind hierfür gängige Beispiele“, so Geschäftsführer Jentsch. Auch für die Vermessungstechnik biete sich unter Umständen ein Outsourcing an.

Jedes Unternehmen muss sich jedoch selbst die Frage beantworten, ob es sich dabei um eine Schlüsselqualifikation handelt oder nicht. In der durchgeführten Digitalisierungswerkstatt hat sich gezeigt, dass es sich lohnen kann, solche Kompetenzen im eigenen Betrieb aufzubauen. Das ist umso mehr dann der Fall, je mehr Projekte anstehen und je höher deren Anforderungen sind. Ist im Unternehmen erstmal die Entscheidung gefallen, diese Kompetenzen selbst aufzubauen, lässt sich mit diesem Knowhow gegebenenfalls sogar ein eigener, neuer Dienstleistungsbereich aufbauen.


Jentsch abschließend: „Die Bandbreite an digitalen Aufmaßtechnologien am Markt ist enorm. Für unsere Betriebe ist es da nur schwer möglich, sich selbst einen umfänglichen Überblick zu den unterschiedlichen Systemen - einschließlich möglicher Anwendungsbereiche und Fördermöglichkeiten - zu verschaffen“. Der Landesinnungsverband setze alles daran in diesem Bereich weitergehende Angebote für seine Mitgliedsbetriebe ins Leben zu rufen und stehe diesen auch in allen Fragen der Digitalisierung als kompetenter Ansprechpartner zu Verfügung.  

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