Der Kamin – nicht nur eine Sache für den Weihnachtsmann

Rund um den Schornstein auf dem Dach

Dachdecker als Dachgestalter: Auch so kann eine Kaminbekleidung mit darunter liegender Dämmung aussehen (lifePR) ( Düsseldorf, )
Wie kommen die Geschenke unter den Weihnachtsbaum? Eine der Möglichkeiten, so heißt es, ist: Der Weihnachtsmann kommt durch den Kamin.

Auch wer im Zeitalter von Brennwertkessel nicht mehr an diese Version glaubt, sollte dennoch den Kamin auf dem Dach nicht vernachlässigen. Er stellt aus Sicht des Dachdeckerhandwerks zunächst einmal eine Dachdurchdringung dar. „Jede Öffnung im Dach muss so angelegt sein, dass sie die Eigenschaften und Aufgaben des Daches selbst nicht negativ beeinflusst“, erklärt Thomas Schmitz vom Dachdecker Verband Nordrhein.

Zu diesen Eigenschaften und Aufgaben eines Daches gehört es, alle Umwelteinflüsse von anderen Bauteilen fern zu halten – von Regen bis Schnee, von Hitze bis Kälte. Zunächst einmal muss die Dachöffnung rund um den Kamin also so beschaffen sein, dass keine Feuchtigkeit ins Dach eindringen kann. Um den Kamin fachgerecht einzufassen, wie es in der Fachsprache heißt, ist für das Dachdeckerhandwerk einmal mehr reine Handarbeit gefordert. Denn je nach Dacheindeckung, Dachneigung und Größe des Kamins muss die Einfassung nach Maß gefertigt werden. Standardisierte Lösungen sind daher kaum möglich. Ein Grund, weshalb bereits in der Ausbildung für angehende Dachdecker ein Schwerpunkt auf die Metallbe- und Verarbeitung gelegt wird.

Die Metalleinfassung wurde in der Vergangenheit oft aus Blei angelegt. Heute werden die Einfassungen meist aus Zink, Kupfer oder Edelstahl vom ausführenden Dachdeckerbetrieb individuell gefertigt und angepasst. Mittels einer Abkantbank können die erforderlichen Winkel gradgenau ausgeführt werden. Danach erfolgt das Verfalzen oder Verlöten der einzelnen Elemente der Einfassung.

Durchaus nicht nur optische Gründe hat übrigens die Bekleidung des Kaminbereichs, der über die Dachoberfläche hinaus ragt. Besonders bei älteren Heizungsanlagen, die weiterhin in Betrieb sind, und bei Kaminöfen wird durch die Verbrennung eine relativ hohe Abgastemperatur erzeugt. Gerade in der Heizperiode mit niedrigen Außentemperaturen trifft dann der warme Abgasstrom oberhalb der Dachfläche auf einen kühleren Bereich des Kamins. Dies könnte zu einer unerwünschten Kondenswasserbildung führen. Um diesem Effekt vorzubeugen, werden Kamine vielfach von außen bekleidet und mit einer darunterliegenden Dämmung optimiert.

„Das Beispiel des Kamins macht deutlich, wie wichtig es ist, alle Arbeiten am Dach und seinen Komponenten ausschließlich jenen zu übertragen, die dafür ausgebildet und entsprechend qualifiziert sind, um teure Folgeschäden von vornherein auszuschließen“, so der Dach-Experte aus Düsseldorf.

Dachdecker-Fachbetriebe in der Nähe können bei der regionalen Dachdecker-Innung erfragt oder im Internet unter www.dachdecker-verband-nr.de gesucht und gefunden werden.
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