Aigner: Gemeinsam handeln im Kampf gegen den Hunger

Internationaler Agrarministergipfel mit Delegierten aus fast 50 Staaten

(lifePR) ( Bonn, )
Vor dem Hintergrund steigender Preise für Agrarrohstoffe und einer dramatischen Zahl hungernder Menschen in den ärmsten Ländern der Welt hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner eine engere Vernetzung von Agrarpolitik, Entwicklungspolitik sowie Handels- und Finanzpolitik gefordert. "Der Kampf gegen den Hunger steht ganz oben auf der Agenda der Weltgemeinschaft. Nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung kann es gelingen, den Hunger in der Welt einzudämmen und den Milleniumszielen ein Stück näher zu kommen", sagte Aigner zum Abschluss des 3. Internationalen Agrarministergipfels am Samstagabend in Berlin. Auf Einladung von Bundesministerin Aigner hatten 49 Agrarministerinnen und Agrarminister aus der ganzen Welt am Rande der Internationalen Grünen Woche über die Sicherung der Welternährung und Fragen des globalen und regionalen Handels beraten.

"Wir stehen vor einer gewaltigen Herausforderung: Die Ernährung einer bis 2050 auf etwa neun Milliarden Menschen anwachsenden Weltbevölkerung muss gesichert werden", sagte Aigner. Nach Prognosen der FAO wird die Nachfrage nach Getreide von derzeit 2,1 Milliarden Tonnen bis 2050 auf 3 Milliarden Tonnen steigen. Gleichzeitig werde sich jedoch die landwirtschaftliche Fläche pro Kopf von derzeit rund 0,23 Hektar auf 0,17 Hektar verringern. Aigner forderte, die Landwirtschaft und die ländlichen Räume müssten im Kampf gegen den Hunger stärker in den Mittelpunkt gerückt werden, zumal die meisten der hungernden und unterernährten Menschen nach wie vor in ländlichen Regionen leben. "Die Internationale Entwicklungsbank hat festgestellt: Investitionen in Landwirtschaft leisten einen vier Mal größeren Beitrag zur Armutsbekämpfung als Investitionen in andere Sektoren."

Eine weitere Herausforderung sei es, die Rahmenbedingungen für den Handel deutlich zu verbessern und die Funktionsfähigkeit der Märkte zu gewährleisten, erklärte Aigner. Mit Blick auf rapide steigende Preise für einzelne Agrarrohstoffe zeigten sich Aigner und die Teilnehmer des Gipfels "besorgt, dass exzessive Ausprägungen von Preisvolatilität und Spekulationen auf internationalen Agrarmärkten eine Bedrohung für die Ernährungssicherung darstellen können", heißt es im Abschluss-Kommunique des Gipfels.

"Schwankungen der Preise gehören zum Markt. Allerdings sehe ich die Gefahr, dass durch reine Spekulationen erheblicher Einfluss auf die Preise genommen wird. Hier sind wir gefordert", so Aigner. "Wir müssen auf diesem Feld dringend handeln: Die Nahrungsmittelmärkte dürfen nicht zum Objekt von Zockern werden. Nahrungsmittel und Agrarrohstoffe sind eben kein Produkt wie jedes andere, hier geht es um die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen."

Das Abschluss-Kommunique des 3. Internationalen Agrarministergipfels findet Eingang in den laufenden Prozess auf G20-Ebene. Als Vorsitzland hatte Frankreich die Preisschwankungen der Rohstoffe auf die Tagesordnung der G20 gesetzt. Die Teilnehmer des Berliner Agrarministergipfels appellierten an die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten und die zuständigen internationalen Organisationen, sich für eine Stärkung der Funktionsfähigkeit von Agrarmärkten einzusetzen und für die Verbesserung der Markttransparenz und Marktinformation zu sorgen sowie sich gegen Missbrauch und Preismanipulationen einzusetzen. Die Agrarministerinnen und Agrarminister der G20-Staaten treffen sich auf Einladung Frankreichs Mitte 2011 in Paris.
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