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BMW International Open 2011: "Es kann nur aufwärts gehen"

Interview mit Alex Cejka

(lifePR) (München, )
Frage: Herr Cejka, Sie kommen von der US Open, haben dort allerdings den Cut verpasst.

Alex Cejka: Es war ein bisschen unglücklich. Ich hatte mir in der Woche davor in Memphis einen Nerv eingeklemmt, daher konnte ich nur neun Löcher Proberunde spielen und praktisch nur chippen und putten. Im Turnier konnte ich dann zwar spielen, aber nur mit 60 Prozent. Ich habe nur drei Fairways getroffen in zwei Tagen. Das ist bei einer US Open tödlich. Na ja, jetzt ist es schon viel besser. Ich hoffe, ich kann hier was reißen.

Frage: Wie geht es Ihnen insgesamt?

Cejka: Es geht mir nicht besonders gut. Das ist das schlechteste Jahr meiner Karriere, gesundheitlich. Seit Monaten kämpfe ich mit meiner Allergie. In New Orleans habe ich mir den kleinen Zeh gebrochen, dann kam noch die Sache mit dem Hals. Es kann nur aufwärts gehen.

Frage: Was können Sie bei der BMW International Open überhaupt von sich erwarten. Letztes Jahr waren Sie ja starker Dritter.

Cejka:Die letzten zwei Tage lief es schon viel besser. Am Sonntag habe ich in Washington gut trainiert und auch hier schon ein paar gute Bälle geschlagen. Ich habe hier immer gut gespielt in den letzten Jahren. Ein Sieg wäre natürlich optimal.

Frage: Was machen Sie, um fit zu werden?

Cejka: Beten. Nein. Im Ernst, ich gehe zum Physio. Bei der Sache mit dem Zeh konnte man nicht viel machen, außer mit Schmerzmitteln zu spielen. Letzte Woche konnte ich zum ersten Mal wieder mit normalen Schuhen spielen. Der Hals ist die ganze Woche behandelt worden, es geht schon besser, und auch mit der Allergie ist es ein bisschen besser.

Frage: Wie bricht man sich den kleinen Zeh?

Cejka: Ich habe gegen den Schläger getreten, gegen den Putter.

Frage: War kein guter Putt?

Cejka: War kein guter Putt.

Frage: Wie lautet Ihre sportliche Bilanz dieser Saison bislang?

Cejka: Ich bin ein bisschen enttäuscht. Es gab drei, vier Turniere, die hätte ich besser beenden müssen. Ich habe jetzt noch vier Monate, in denen ich Gas geben muss. Als nächstes werde ich kommende Woche in Paris spielen. Insgesamt spiele ich dieses Jahr ein paar mehr Turniere in Europa.

Frage: Wie schwer ist es, immer wieder mit diesen ganzen Verletzungen fertig zu werden?

Cejka: Es ist mental schwer. Als Sportler hat man ja immer irgendwelche Kleinigkeiten, aber jetzt ist es schon extrem. Man ist fit vom Golfschwung her, und dann hapert es immer anderswo, so dass man nicht gut spielen kann.

Frage: Wie lange wollen Sie sich das noch antun?

Cejka: Ich bin auf einem guten Weg und hoffe, dass ich das bald lösen kann. Das Wichtigste ist jetzt, in Amerika die Tourkarte wieder zu machen. Im Golf kann es schnell gehen. Es kann in drei Wochen passieren bei der John Deere Classic oder erst am Ende der Saison in Florida. Es ist eine Frage der Zeit, wann alles zusammenklickt.

Frage: Noch einmal zurück zu Ihren Verletzungen. Erschwert das nicht die Motivation?

Cejka: Das macht die Motivation noch stärker. Je mehr Probleme man hat, desto motivierter muss man sein. Sonst kann man schnell im Keller landen. Ich bin positiv, wenn ich das nicht wäre, wenn ich nicht daran glauben würde, dann würde ich diese Turniere nicht spielen.

Frage: Ist es insgesamt schwerer geworden, vorn zu landen?

Cejka: Klar. Jedes Jahr kommen zehn Neue, junge Leute, direkt vom College, und die hauen die Bälle viel weiter und arbeiten noch mehr. Es ist nicht mehr wie in den 1980er Jahren oder so: Statt an die Bar muss man nach der Runde trainieren gehen, laufen, arbeiten.

Frage: In Ihrer schwierigen Situation - gibt es da Zuspruch von den Kollegen?

Cejka: In Amerika macht das jeder eher für sich selbst aus. Das ist ein Job, ein hartes Geschäft, man muss seine 900.000 verdienen, um dabei zu bleiben. Die Amerikaner gehen da ihren eigenen Weg, das ist nicht wie hier in Europa. Hier wohnt jeder im selben Hotel, und wenn du in die Pizzeria gehst, dann siehst du jeden.

Frage: Ist es da nicht eine Option, ganz nach Europa zurück zu kommen?

Cejka: Ich spiele mehr in Europa als früher, vier, fünf, sechs Turniere im Jahr. Aber mein Kopf ist in Amerika und da will er auch noch lange bleiben.
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