Haug: Formel 1 sollte voll auf E-Fuels setzen

Früherer Motorsportchef von Mercedes: Motorsport muss schnellstens Vorreiterrolle übernehmen

(lifePR) ( Stuttgart, )
Die Formel 1 sollte nicht nur auf Hybrid-Antriebe, sondern vor allem auf synthetische Kraftstoffe setzen, um zu zeigen, wie umweltfreundlich auch leistungsstarke Verbrennungsmotoren sein können. „Würden wir heute schneller den Einsatz von synthetischen E-Fuels im Motorsport umsetzen, wäre mir das viel lieber als alle Nachhaltigkeits-Zukunftsbekenntnisse, die zeitgeistig allenthalben medial vertreten werden“, sagt der frühere Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug anlässlich des 75. Geburtstages der Zeitschrift auto motor und sport. Haug war vor seiner Mercedes-Karriere Motorsportchef der Zeitschrift und stellvertretender Chefredakteur. „Eine Formel-1-Weltmeisterschaft, in der 20 Autos mit jeweils über 1000 PS starken Hochleistungsmotoren, gespeist von klimaneutralem Kraftstoff, um die Wette fahren, ist die beste weltweit wirksame Beweisführung, dass jeder Allerwelts-Verbrennungsmotor klimaneutral und damit nicht umweltbelastend betrieben werden kann.“

Die Formel 1 habe dabei Vorbildfunktion. „Der Motorsport muss aus meiner Sicht hierbei schnellstens eine Vorreiterrolle übernehmen und Innovationstreiber werden, am allerbesten ganz wirkungsvoll von der Spitze weg, der Formel 1 also“, betont Haug. „Über 1,3 Milliarden Bestandsfahrzeuge auf der ganzen Welt könnten mit synthetischen Kraftstoffen, Biogas und Biokraftstoffen klimaneutral betrieben werden. Batterieelektrische Fahrzeuge allein werden die für den Individualverkehr zur Klimawende verabschiedeten Ziele nicht schaffen.“

Haug geht es dabei nicht darum, das Elektroauto schlecht zu reden. „Nicht der Verbrennungsmotor – egal ob Diesel oder Otto – ist das Problem, als das er von bestimmten Kreisen heute fälschlicherweise beschrieben wird, sondern das, was hinten rauskommt. Und ist dies breitflächig klimaneutraler Treibstoff, hilft das im Verbrennungsmotor der Klimawende genauso breitflächig.“

Interview: Birgit Priemer, Michael Pfeiffer, Jochen Knecht
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