Erfolgreiche Best Practices und Lösungsansätze
Die Veranstaltung startete mit einer Vorstellung des IAB und seiner Forschungsprojekte im Bereich Arbeitsmarkt und Inklusion durch Dr. Ulrich Wenzel (IAB), Leiter des Wissensmanagements und Inklusionsbeauftragter. Besonders im Fokus stand das Projekt „InklusionsGuides“, das von Marta Mistela (Geschäftsbereich Personal, Qualifizierung und Infrastruktur am IAB) und Monika Biermeier (Inklusionsbotschafterin IAB) präsentiert wurde. Biermeier beriet als eine von zwei Studentinnen mit Behinderung / chronischer Krankheit das IAB als Expertinnen in eigener Sache. Durch verschiedene Aktivitäten, wie einen Aktionstag Inklusion, Besuchen in verschiedenen Institutsbereichen oder der Reflektion der Bewerber*innen-Ansprache haben sie die Bedeutung der Begegnung und Einbeziehung von MmB am Institut nachhaltig unterstrichen. Das Fazit: Inklusion kann in Unternehmen maßgeblich vorangetrieben werden, wenn kontinuierlich kommuniziert, sensibilisiert und kompetenzorientiert gearbeitet wird.
Inklusive Stellenausschreibungen und Jobcarving als Erfolgsfaktoren
Im Rahmen der anschließenden Diskussionsrunde ging Birgit Eiber (Leiterin Koordinierungsstelle Inklusion an der Bundesagentur für Arbeit) auf die Erfolgsfaktoren inklusiver Stellenausschreibungen ein. Besonders positiv hervorgehoben wurde eine explizite Ansprache von MmB in den Stellenausschreibungen der Bundesagentur, die auf Inklusionsvereinbarungen, die Schwerbehindertenquote und mögliche Arbeitsplatzanpassungen hinweist sowie den direkten Kontakt zu einer Vertrauensperson im Unternehmen anbietet.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Konzept des „Jobcarving“, das von Phyllis Ros (Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit im Projekt LAUT bei der Access gGmbH) vorgestellt wurde. Jobcarving umfasst die gezielte, innerbetriebliche Suche nach geeigneten Tätigkeiten für Menschen mit Behinderungen, die zu einem neuen, passgenauen Stellenprofil zusammengestellt werden. Das Konzept gewinnt zunehmend auch für bestehendes Fachpersonal an Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf den Anstieg psychischer Erkrankungen und erfolgreicher Wiedereingliederung. Durch die anhaltende Auslagerung unterstützender Dienstleistungen an externe Unternehmen sinkt jedoch der direkte Einfluss und die Möglichkeit zur Anpassung dieser Arbeitsplätze wird reduziert.
Herausforderungen bei Personalbudgets und Lösungsansätze
Ein zentrales Thema war die Herausforderung durch die strikte Budgetierung von Personalressourcen, die den schnellen Zugang von MmB zu Arbeitsplätzen erschwert. Lösungsansätze wie finanzielle Anreize, die Einführung von Sonderfonds und die Unterstützung durch externe Fachdienste wie Access oder auch dem IFD wurden intensiv diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere der Austausch innerhalb von Unternehmen sowie die Wirkung von Onboarding-Patensystemen zur erfolgreichen Inklusion von MmB beitragen können.
Ausblick: Weiteres Netzwerken für Inklusion
Für die Zukunft wurde beschlossen, das Netzwerk regelmäßig weiterzuführen und auch virtuelle Austauschmöglichkeiten zwischen den halbjährlichen Treffen zu schaffen. Das Netzwerktreffen verdeutlichte, wie wichtig es ist, Inklusion als Chance zu begreifen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um den Zugang von Menschen mit Behinderungen in Großunternehmen nachhaltig zu fördern.