Vanessa Redgrave, geboren 1937 in London, entstammt einer der größten Schauspieldynastien Großbritanniens. Ihre Karriere umspannt siebn Jahrzehnte — von der Royal Shakespeare Company über das New Hollywood der 1960er und 70er Jahre bis ins zeitgenössische europäische Arthouse-Kino. Mit Michelangelo Antonionis „Blow-Up" (1966) wurde sie einem weltweiten Publikum bekannt; für ihre Titelrolle in Karel Reisz' „Isadora" (1968) gewann sie den Darstellerpreis in Cannes. Den Oscar erhielt sie 1978 als Beste Nebendarstellerin für Fred Zinnemanns „Julia" — an der Seite von Jane Fonda, unter der Regie eines der großen Humanisten des Weltkinos.
Redgrave arbeitete mit den Besten ihres Fachs: Michelangelo Antonioni, Fred Zinnemann, Karel Reisz, James Ivory, Ken Russell, Joe Wright, Ralph Fiennes. Ihre Rollen reichen von Mary, Queen of Scots bis zur sterbenden Gesellschaftsdame in Joe Wrights „Abbitte" (2007), von der Suffragette in James Ivorys „The Bostonians" (1984) bis zur Mrs. Dalloway (1997). Für ihre Bühnenarbeit — von Shakespeare bis Eugene O'Neill — wurde sie mit dem Tony Award ausgezeichnet, für ihre Fernsehrolle in Arthur Millers „Playing for Time" (1980) mit dem Emmy.
Dass Redgrave auch als Komödiantin brillieren kann, bewies sie früh: Ihre Rolle in Karel Reisz' Komödie „Morgan – A Suitable Case for Treatment" (1966) brachte ihr ihre allererste Oscar-Nominierung ein — und markierte den Beginn einer Weltkarriere, die auf Konventionen stets pfiff. 2022 wurde sie von Königin Elizabeth II. zur Dame Commander of the British Empire ernannt — eine Auszeichnung, die Redgrave lange abgelehnt hatte.
Klaus Windheuser, Vorstandsmitglied der Sparkasse Bremen:
„Die Sparkasse Bremen versteht sich seit 200 Jahren als Möglichmacherin — für die Menschen in dieser Stadt, für Kultur, für alles, was Bremen ausmacht. Vanessa Redgrave hat ihr Leben lang dasselbe getan: Dinge möglich gemacht, die es ohne sie nicht gegeben hätte. Rollen, die niemand sonst gewagt hätte. Haltungen, die unbequem waren und es bewusst sein wollten. Ein Werk, das Generationen von Filmschaffenden und Zuschauern bewegt und geprägt hat. Mit dem Bremer Filmpreis 2026 ehren wir eine Künstlerin, die den Begriff des Möglichmachens mit Leben füllt — auf der Leinwand, auf der Bühne und weit darüber hinaus."
Matthias Greving, Festivalleiter Filmfest Bremen:
„Vanessa Redgrave steht für alles, wofür das Filmfest Bremen brennt: Kino mit Haltung, Figuren mit Geschichte, Mut zur Unbequemlichkeit. Sie hat das europäische Kino über Jahrzehnte mitgeprägt wie kaum eine andere — als Darstellerin von unvergleichlicher Intensität, aber auch als Künstlerin, die nie aufgehört hat, die Welt um sich herum zu befragen. Dass wir sie mit dem Bremer Filmpreis ehren und hier im Theater am Goeteplatz begrüßen dürfen, ist für das Filmfest Bremen ein besonderer Moment — und ein Zeichen dafür, dass Bremen längst zu einem Ort geworden ist, an dem das internationale Kino seine Besten feiert."
Der mit 8.000 EUR dotierte Preis wird seit 1999 von der Sparkasse Bremen verliehen, seit 2019 in Kooperation mit dem Filmfest Bremen. Er zeichnet Persönlichkeiten der internationalen Filmszene für langjährige Verdienste aus.
Seit 2021 liegt der Fokus auf dem humoristischen und komödiantischen Gesamtwerk. Der mit 8.000 Euro dotierte Preis wird in Kooperation mit dem Filmfest Bremen verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Lars von Trier, Agnès Varda, Tilda Swinton, Bruno Ganz, Aki Kaurismäki, Maria Schrader, John Malkovich und Stephen Frears.
Weitere Infos:
filmfestbremen.com
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Filmfest Bremen
Das Filmfest Bremen feierte 2025 sein 10-jähriges Jubiläum. Das Festivalprogramm 2026 umfasst 116 Filme aus 30 Ländern, darunter 33 Deutschlandpremieren von vier verschiedenen Kontinenten. Die Filme werden an sechs Spielstätten in fünf Wettbewerben präsentiert. Seit seiner Gründung verfolgt das Filmfest Bremen das Ziel, die Stadt als Filmstandort und kreative Produktionsstätte sichtbarer zu machen, eine Plattform für Netzwerke und Austausch zu bieten sowie Filmschaffende und Publikum gleichermaßen zu begeistern. Das Festival versteht sich als mediales Innovationslabor und als Bühne für deutsche und internationale Filmkunst sowie anspruchsvolle Unterhaltung.