Es gibt fünf Möglichkeiten, über den Betrieb für den Ruhestand zu sparen. Man spricht von den Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge. Hier eine Übersicht:
Direktversicherung
Sie ist besonders bei kleinen und mittelständischen Unternehmen verbreitet. Arbeitgeber schließen eine Lebens- oder Rentenversicherung zugunsten ihrer Beschäftigten ab – idealerweise in Form eines kostengünstigen Gruppenvertrags. Auch Hinterbliebene sowie eine Berufsunfähigkeit lassen sich absichern – mitunter auch ohne Gesundheitsprüfung. Da der Kapitalerhalt im Vordergrund steht, setzen Lebensversicherer häufig auf festverzinsliche Anlageformen. Ein kleinerer Teil der Sparbeiträge fließt in Fonds. Die lange Niedrigzinsphase ging somit auf Kosten der Rendite. Der Garantiezins lag lange bei mageren 0,25 Prozent und ist erst 2025 auf ein Prozent gestiegen. Auch die – nicht garantierten – Überschussbeteiligungen sanken. Inzwischen gibt es aber auch Direktversicherungen, die einen bAV-Fondsparplan im Versicherungsmantel anbieten. Dann fließen 60 bis 70 Prozent der bAV-Beiträge – nach Abzug der Kosten – entweder wie bei Canada Life in einen Mischfonds mit hohem Aktienanteil oder in ETF- oder Indexfonds.
Biallo-Tipp: Auch privat können Sie renditestark mit ETF-Fondssparplänen fürs Alter vorsorgen. Wie das funktioniert, verrät unser Ratgeber.
Pensionskasse
Dieser Durchführungsweg ist bei tarifgebundenen Unternehmen verbreitet. Pensionskassen sind rechtlich selbstständig und kümmern sich um die Anlage und Verwaltung der bAV-Beiträge einer oder mehrerer Firmen einer Branche. Die Leistungen ähneln denen privater Lebensversicherungen, doch meist sind die Konditionen besser. Zum Jahreswechsel hat die Finanzaufsicht für Pensionskassen die Anlagevorschriften gelockert. Sie dürfen nun mehr in Aktien und Fonds investieren, um bessere Renditen zu erzielen. Langfristig könnte das zu höheren Betriebsrenten führen.
Pensionsfonds
Im Unterschied zu Versicherungen können Pensionsfonds einen Großteil der eingezahlten Gelder am Kapitalmarkt anlegen und so höhere Renditen erwirtschaften. Zinsgarantien gibt es nicht, nur die eingezahlten Beiträge sind sicher. Wie viel Betriebsrente am Ende herausspringt, hängt vom Erfolg der Anlage ab. Firmenchefs sollten sich daher das Portfolio genau anschauen. Langfristig lassen sich mit Fonds aber höhere Erträge erwirtschaften als mit niedrigverzinsten Versicherungen.
Direktzusage
Vor allem größere Unternehmen verpflichteten sich in der Vergangenheit, Führungskräften im Alter eine Betriebsrente zu bezahlen. Die Höhe hängt vom Gehalt und der Betriebszugehörigkeit ab. Ansprüche aus einer arbeitgeberfinanzierten Zusage sind dem Mitarbeiter sicher, wenn er mindestens drei Jahre im Unternehmen gearbeitet hat. Die Rente muss der Betrieb selbst erwirtschaften, bildet dafür Rückstellungen in der Bilanz und zahlt weniger Steuern. Vielen ist das Risiko jedoch zu groß, zugesagte Renten nicht bezahlen zu können. Häufig schließen Unternehmen daher eine Rückdeckungsversicherung ab.
Unterstützungskasse
Konzerne und große Unternehmen gründeten in der Vergangenheit diese eigenständigen Versorgungseinrichtungen, die sich um die bAV der Belegschaft kümmern. Sie sind in der Kapitalanlage frei: Sparbeiträge können in Wertpapiere, aber auch im Unternehmen investiert werden, das dafür einen vereinbarten Zins zahlt. Um Rentenansprüche abzusichern, sind auch hier Rückdeckungsversicherungen weit verbreitet.