Mittwoch, 22. Februar 2017


  • Pressemitteilung BoxID 132017

Erste Kontakte für Artenschutzprojekt in Gondwanaland

Treffen mit Umweltminister auf Borneo

(lifePR) (Leipzig, ) Leipzig beteiligt sich wie alle großen Tiergärten an der Umsetzung der "Welt-Zoo- und Aquarium-Naturschutzstrategie", und dies nicht nur durch die Mitarbeit an Zuchtprogrammen bedrohter Arten und durch Aufklärung der Besucher, sondern auch vor Ort in den Heimatländern der Tiere: Für jeden der sechs Themenbereiche im "Zoo der Zukunft" soll ein sogenanntes in situ-Artenschutzprojekt unterstützt werden.

Nachdem für die Tropenerlebniswelt Gondwanaland das Richtfest gefeiert wurde, gibt es bereits erste Bestrebungen, ein geeignetes Artenschutzprojekt zu finden, das der Zoo inhaltlich mit der Halle verbinden kann. Die Insel Borneo gilt als "Hotspot" der Artenvielfalt, die aber gleichzeitig durch Abholzung der Regenwälder, oft zur Umwandlung in Palmöl-Plantagen, hoch bedroht ist. Einige der Tierarten, die künftig in Gondwanaland gehalten werden, haben hier ihren Lebensraum. Daher lag es nahe, diese südostasiatische Insel für ein Artenschutzprojekt auszuwählen. Dabei hat sich der Zoo einen besonderen Partner gesucht: das Leinbiz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Hier bestehen schon lange Arbeitsbeziehungen, z.B. bei der Untersuchung des Zuchtstatus der Leipziger Elefanten. Die Tierärzte des IZW sind führend auf dem Gebiet der assistierten Reproduktionsbiologie, wenn es z.B. um künstliche Besamung oder andere unterstützende Maßnahmen geht.

Vom 01. - 07.11.2009 waren Zoodirektor Dr. Jörg Junhold, Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard, Artenschutzreferent Frank Oberwemmer sowie Prof. Dr. Heribert Hofer, Direktor des IZW, in Sabah/Malaysia unterwegs. Hier standen Gespräche mit der Deutschen Botschaft in Kuala Lumpur und Termine mit dem Tourismus- und Umweltminister Sabahs, dem Direktor des Wildlife Departments und Vertretern der Organisation Borneo Rhino Alliance (BORA) auf dem Programm. Besichtigt wurde u.a. die Orang-Utan-Schutzstation in Sepilok als ein beispielhaftes Schutzprojekt sowie die vor kurzem eingerichtete Zucht- und Forschungsstation für Sumatra-Nashörner im Tabin Wildlife Reservat. Dieses von der Regierung Sabahs betriebene Projekt, das Zoo und IZW unterstützen möchten, hat sich die Rettung des Sabah-Nashorns zum Ziel gesetzt. Von dieser Unterart des Sumatra-Nashorns existieren nur noch geschätzte 50 Individuen, die durch die Abholzung und Übernutzung der Tieflandregenwälder bedroht sind.

Mit Hilfe gezielter Zuchtbemühungen soll die Population verstärkt werden, indem einige der vereinzelt außerhalb des Schutzreservats lebenden Tiere in der Zuchtstation zusammengeführt werden. Die Wissenschaftler des IZW können hierbei ihre in den Zoos gewonnenen Erfahrungen bei der Unterstützung der Zucht auf die Wildtiere übertragen. Gleichzeitig muss der Schutz des Tabin Wildlife Reservates verbessert werden, indem zusammen mit der Bevölkerung illegale Aktivitäten wie Wilderei und Holzeinschlag vermindert werden. Der Ausbau der Zuchtstation zu einer touristischen Einrichtung soll neue Arbeitsmöglichkeiten schaffen, die Einnahmen daraus sollen zum Betrieb der Station nachhaltig beitragen. Eine wichtige Maßnahme ist daher neben den Zuchtbemühungen die Aufklärung der Bevölkerung über die Einmaligkeit des Nashorns und seine Bedeutung für das Ökosystem des Regenwaldes. Nur ein Projekt, das die Belange aller Betroffenen berücksichtigt, kann dauerhaft erfolgreich sein.

Der Part des Zoo Leipzig wird vor allem in der Fachberatung bei der Haltung und Pflege der Sabah-Nashörner liegen, sowie in der Unterstützung aller Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit vor Ort in Sabah. Gleichzeitig wird er aber auch die kostenintensiven veterinärmedizinischen Zuchtbemühungen des IZW unterstützen sowie den Betrieb der Zuchtstation an sich. Die Gespräche mit dem Umweltminister von Sabah, Datuk Masidi Manjun, und den Vertretern der Borneo Rhino Alliance verliefen sehr positiv. Zwei Vereinbarungen zur künftigen Zusammenarbeit sind in Vorbereitung. Diese beinhalten auf Wunsch des Ministers auch eine Kooperation zwischen Zoo Leipzig und IZW mit dem Zoo der Hauptstadt von Sabah, Kota Kinabalu.

Die Tropenerlebniswelt Gondwanaland dient als Informationsplattform für das neue Artenschutzprojekt, so dass alle Zoobesucher sich informieren und z.B. durch Spenden beteiligen können. Auf diese Weise wird es eine direkte Verknüpfung des Regenwalderlebnisses in Leipzig mit dem Schutzprojekt auf Borneo geben.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Sturmwarnung der Niedersächsischen Landesforsten

, Energie & Umwelt, Niedersächsische Landesforsten

Der erste stärkere Frühjahrssturm überquert Niedersachsen. Die Windböen erreichen in der Spitze insbesondere in den Mittelgebirgslagen stellenweise...

Weltweit 92 neue Wasserstoff-Tankstellen im Jahr 2016

, Energie & Umwelt, TÜV SÜD AG

92 neue Wasserstoff-Tankstellen wurden 2016 weltweit eröffnet – so viele wie nie zuvor. Inklusive der vier Anfang 2017 eröffneten Tankstellen...

Gemeinsam stark im Artenschutz

, Energie & Umwelt, Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) ist Mitglied der Naturschutzinitiativ­e e.V. geworden. Die GRD wurde vor über 25 Jahren...

Disclaimer