Mittwoch, 22. Februar 2017


  • Pressemitteilung BoxID 63972

Überleben ist Glücksache

(lifePR) (Basel, ) Unter Grünfüssigen Teichhuhnküken im Zoo Basel ist es ein Privileg, erwachsen zu werden. Auch in der noch laufenden Fortpflanzungssaison haben es nur einige wenige geschafft. Im üppigen Grün zwischen den Gehegen gelten oftmals andere Gesetze als in den Anlagen der Zollitiere. Tierarten, welche die Pflanzrabatten freiwillig, als ihr zu Hause wählen, sind der Konkurrenz aus den eigenen Reihen und verschiedensten Fressfeinden ausgesetzt. Es kommt zu einer Auslese, beinahe wie in der Natur.

Nur ganz wenige haben überlebt. Die meisten Küken des Grünfüssigen Teichhuhns wurden Tage nach ihrem Schlupf Opfer eines der vielen im Zolli lebenden Beutegreifer. Gefürchtet sind die Rabenkrähen und natürlich die Graureiher, die an zahlreichen Gewässern im Zolli geduldig auf der Lauer stehen. Auch Marder oder Fuchs sind als Fressfeinde nicht auszuschliessen. Die Teichhühnchen, die es geschafft haben, sind an ihrem charakteristisch braunen Jugendkleid leicht von ihren oliv-anthrazitfarbenen Eltern unterscheidbar. Sie halten sich tagsüber häufig in der Nähe von Gewässern auf und sind häufig bei der Futtersuche zu beobachten.

Die Grünfüssigen Teichhühner besitzen im Zolli weder Voliere, Stall noch Futternapf. Sie erscheinen auch in keiner Tierbestandeskartei und sind in keinem Tierinventar aufgeführt. Trotzdem sind die "Hühner", die zoologisch eigentlich Rallen sind, im Garten überall präsent. Sie sind vor Jahren spontan eingewandert. Damit sie sich niederlassen und zu Hause fühlen, ist das Vorkommen eines Gewässers allerdings Voraussetzung. Von diesen gibt es im Zolli genügend, denn die Tiergruppen und die Besucherinnen und Besucher sind häufig nur durch schön gestaltete Wassergräben von einander getrennt. In den dicht bewachsenen Uferpartien finden die Rallen Schutz und auch das nötige Pflanzenmaterial für den Nestbau. Die Brutzeit ist mit etwa 20 Tagen kurz. Nach dem Schlupf von fünf bis zwölf Jungen beginnt für die Eltern eine aufreibende Zeit. Es ist für sie beinahe unmöglich, die muntere Schar, es sind Nestflüchter, zusammen und im Auge zu behalten. Unermüdlich suchen sie Futter und greifen aufopfernd jedes Wesen an, das ihrem Nachwuchs zu nahe kommt. Dabei scheuen sie auch waghalsige Konfrontationen mit den viel grösseren Wildeseln nicht. Mut und Aufmerksamkeit reichen aber nicht immer aus, um eine Brut gut über die Runden zu bringen. Obwohl sehr gut getarnt, wurden die Wollaffen eines Tages auf die Aktivitäten eines Teichhuhnpaars am Ufer ihrer Anlage aufmerksam und liessen sich die Gelegenheit nicht nehmen, ihren Speiseplan durch Ei und Teichhuhnküken etwas aufzubessern.

Es schmerzt, wenn wir im Zoo Zeuge eines solchen Dramas werden. Doch in der Natur gehört dies zum Alltag!

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