Montag, 11. Dezember 2017


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Spargel zur falschen Jahreszeit - Röhrenaale im Vivarium

Basel, (lifePR) - Sie leben in selbstgegrabenen Höhlen im Boden, schwimmen nicht und haben die Gestalt einer kleinen Schlange: Im Zoo Basel sind seit Anfang Oktober wieder Röhrenaale zu bestaunen. Obschon Röhrenaale Fische sind, sehen sie weder so aus, noch benehmen sie sich entsprechend: Entdeckt wurden die schlanken Fische erst 1959 vom berühmten Meeresforscher Hans Hass und seinem Kollegen Irenäus Eibl-Eibesfeldt.

Das Dutzend bleistiftlange und ebenso schlanke Fische im Aquarium 17 erinnert eher an eine Gruppe Würmer oder Schlangen als an Fische. Die Röhrenaale verbringen fast ihr gesamtes Leben in einer selbst gegrabenen Wohnröhre im Sand. Sie sind, abgesehen von einer kurzen Larvenphase, vollständig sesshaft, leben in Kolonien von bis zu 500 Tieren und schnappen die meiste Zeit des Tages nach vorüberziehenden Planktonorganismen.

Der Meeresbiologe Wolfgang Klausewitz beschrieb die Entdeckung der Röhrenaale durch seine berühmten Kollegen Hans Hass und Irenäus Eibl-Eibesfeldt um 1959 auf den Malediven folgendermassen: „Sie standen wie lebender Spargel im lockeren Kalksand des Lagunenbodens und steckten mit dem Hinterende offenbar in einer Röhre, in die sie sich zurückzogen, wenn sich ein Feind näherte. Auch beim Erscheinen der beiden Taucher versanken sie langsam im Grund und hinterliessen keinerlei Spuren. (…) Wir nannten diese Fische Röhrenaale (…)“.

Da Röhrenaale nicht schwimmen, können sie auch keiner Beute nachjagen. Das Leben in der Kolonie wiegt diesen Nachteil jedoch bei Weitem auf: In einer Kolonie wird die anfallende Arbeit auf viele verteilt. Naht ein Feind, lässt das Warnsignal eines einzelnen Röhrenaals die gesamte Kolonie schleunigst in den Boden versinken. Dabei kommt ein einzigartiges Alarmsystem zum Einsatz: Röhrenaale haben entlang ihrer Flanke drei Flecken. Zeigt ein Röhrenaal alle drei Flecken und ragt dabei mit mehr als der Hälfte seines Körpers aus dem Boden, wissen seine Nachbarn, dass keine Gefahr im Anzug ist. Zeigt er nur zwei Flecken, könnte es gefährlich werden. Ist jedoch nur ein Fleck oder keiner mehr sichtbar, weil der Fisch im Boden versunken ist, signalisiert dies höchste Gefahr. Eine lebende Gefahrenampel!

Das „Versinken“ in den Boden funktioniert im Prinzip hydraulisch, mit Unter- oder Überdruck: Will der Röhrenaal absinken, pumpt er mit wellenförmigen Körperbewegungen Wasser aus seiner Höhle. Dies saugt ihn regelrecht nach unten. Pumpt er Wasser hinein, drückt ihn dies aus seiner Röhre heraus. Damit die Hydraulik funktioniert ist eine recht feste Wohnhöhle vonnöten. Röhrenaale verkleben die Sandpartikel im Boden mit einer speziellen Leimdrüse an ihrem Hinterende und verfestigen so die Höhle.

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