»Wohin und Woher in Europa?«

Do, 27.04.2017, 19.00 Uhr, ZKM_Medientheater, Eintritt frei / Vortrag von Prof. Heinz Bude (Universität Kassel)

(lifePR) ( Karlsruhe, )
Unsicherheit und Orientierungslosigkeit prägen derzeit die Stimmungslage westlicher Demokratien - das haben nicht zuletzt die Ergebnisse der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich gezeigt. Globalisierung, Digitalisierung und die geplanten transatlantischen Handelsabkommen werden von einem größer werdenden Teil der Bevölkerung als Bedrohung der eigenen Identität betrachtet. Das Verhältnis des Einzelnen zur Welt ordnet sich neu: es ist komplizierter und unübersichtlicher geworden. 
Diese Entwicklung geht mit einer Sehnsucht nach der Vergangenheit einher. Die »gute alte Zeit« gilt wieder als Zukunftsmodell, als eine Zeit mit anscheinend mehr Werten, mehr Zufriedenheit und vor allem mehr Geborgenheit.


In Großbritannien soll die Antwort auf die Globalisierung und die europäische Krise der Brexit sein, in den USA will ein absurder Präsident Amerika durch Abschottung wieder groß machen. Auch der sogenannte »Islamische Staat« ist in seiner Ausrichtung ein auf die Vergangenheit ausgerichtetes Modell. Der nationale Sonderweg gilt als neues altes Heilmittel, das die Sehnsüchte nach einer neuen Übersichtlichkeit erfüllt.

Im Nachgang zur Ausstellung »Kunst in Europa 1945-1968. Der Kontinent, den die EU nicht kennt«, die von Oktober 2016 bis Ende Januar 2017 am ZKM stattfand und aktuell in Moskau im Staatlichen Museum für Bildende Künste A.S. Puschkin zu sehen ist, stellt sich Heinz Bude, Professor der Soziologie an der Universität Kassel, der Frage, welche Idee, welches Konzept Europa künftig tragen soll.

Heinz Bude hat einen Lehrstuhl für Makrosoziologie an der Universität Kassel inne. Er beschäftigt sich mit den Generationen im sozialen Wandel und erkennt mit dem Begriff der sozialen Exklusion neue Formen der gesellschaftlichen Ungleichheit. Zu seinen wichtigen letzten Publikationen gehören »Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft« (Carl Hanser Verlag 2008) und der zusammen mit Thomas Medicus und Andreas Willisch herausgegebene Band »ÜberLeben im Umbruch. Am Beispiel Wittenberge: Ansichten einer fragmentierten Gesellschaft« (Hamburger Edition 2011). 2014 erschien  »Gesellschaft der Angst« (Hamburger Edition) und 2016 »Das Gefühl der Welt. Über die Macht von Stimmungen« (Carl Hanser Verlag). Zuletzt hat er 2016 zusammen mit Philipp Staab den Band »Kapitalismus und Ungleichheit. Die neuen Verwerfungen« herausgebracht.
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