Freitag, 24. Februar 2017


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Chrobog wirft Westen Versäumnisse im Jemen vor

(lifePR) (Hamburg, ) Die Länder des Westens und vor allem die USA haben nach Ansicht des früheren Diplomaten und Jemen-Kenners Jürgen Chrobog den Aufstieg des Terrorismus in dem Land verschlafen. "Man hätte die Regierung des Jemens früher entwicklungspolitisch unterstützen müssen - bevor sie begann, die Kontrolle über einzelne Regionen zu verlieren", sagte Chrobog der ZEIT. Immer mehr Stämme seien von islamischem Fundamentalismus durchsetzt, "von al-Qaida, aber auch von normaler Kriminalität", sagte er. Der ehemalige US-Präsident Bush habe das Problem unterschätzt, "Obama hat es jetzt erkannt".
Nach Ansicht von Chrobog wird die Lage im Jemen noch schlimmer werden. "Ich fürchte, dass die Talsohle noch nicht durchschritten ist. Die wirtschaftliche Lage und besonders die Ausbildungssituation sind desolat. Es gibt haufenweise Jungen, die noch nie einen Lehrer gesehen haben, aber alle wissen, wie eine Kalaschnikow funktioniert", sagte der ehemalige Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, der mit seiner Familie 2005 selbst Opfer einer Entführung im Jemen geworden war.

Chrobog lobte den Ansatz von US-Präsident Obama, der nach Afghanistan und Pakistan nun auch im Jemen gegen den Terrorismus vorgehen will. "Ich finde Präsident Obamas Ansatz richtig - man kann al-Qaida nicht allein durch Luftschläge auslöschen. Man muss das Land politisch und wirtschaftlich stabilisieren, sonst hat die Welt noch einen gescheiterten Staat. Wir müssten gezielt investieren: in die Ausbildung von Kindern und jungen Männern." Chrobog sagte, im Jemen sei der Hass auf Amerikaner gewachsen. "Aber wir Deutschen sind nach wie vor relativ angesehen. Wir schicken Ärzte und sind der größte Entwicklungshilfegeber. Darin liegt zumindest ein kleiner Funken Hoffnung."

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