"Integration ist keine Einbahnstraße" - Zur Zukunft der Integration

(lifePR) ( Leinfelden-Echterdingen, )
Integration ist und bleibt eine Aufgabe für uns alle. Gerade nach dem deutlichen Rückgang der öffentlichen Aufmerksamkeit für das Flüchtlingsthema stellt sich die Frage nach der Zukunft der Integration umso dringlicher. Denn die bundesrepublikanische ist bei weitem noch keine hinreichend integrierte Gesellschaft. Weder aus der Sicht der Ankommenden noch aus der Sicht der Aufnehmenden. Als Orte der Integration können die Volkshochschulen durch ihr vielfältiges Angebot Integrationskompetenzen sowohl für Ankommende wie auch für Aufnehmende vermitteln. Um die Zukunft der Integration zu sichern, bedarf es aber neben der politischen Anerkennung der Zweiseitigkeit der Bildungsaufgabe Integration vor allem auch weiterer finanzieller Mittel.

Nachhaltige Integration ist eine zweiseitige Bildungsaufgabe. Mit der Initiative „gut ankommen – gut aufnehmen“ widmen sich die Volkshochschulen dieser Aufgabe in der Regie des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg. Sie leisten nicht nur Integrationsarbeit im Bereich des Lernens der deutschen Sprache, sondern decken mit der Grund- und Allgemeinbildung, der Gesundheitsbildung und der beruflichen Weiterbildung das gesamte Spektrum des Bildungsangebotes ab. Kein anderer Bildungsträger kann die Menschen mit einem vergleichbar breiten Bildungsangebot unterstützen. „Integration ist keine Einbahnstraße. Das ist eine Binsenweisheit. Die Konsequenz aus dieser Binsenweisheit zieht unsere Gesellschaft aber noch viel zu selten: Nicht nur die Ankommenden müssen dazulernen, sondern auch wir, die Aufnehmenden. Die einheimische Bevölkerung muss auf die Notwendigkeit ihrer eigenen interkulturellen Fortbildung aufmerksam gemacht werden, auch wenn das gegenwärtig politisch inopportun erscheint“, erklärt der Direktor des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg Dr. Hermann Huba.

Die Zukunft der Integration hängt aber auch von ganz praktischen Fragen ab. So muss die öffentliche Hand in unbürokratischer Weise eine ausreichende Finanzierung der Kinderbetreuung während der Deutschkurse der Eltern, vor allem der Mütter, gewährleisten, damit zugewanderte Frauen ihren Spracherwerb nicht vernachlässigen. „Die Vernachlässigung des Spracherwerbs ist fatal, weil es doch gerade die Mütter sind, die ihre Kinder im Kindergarten oder in der Schule begleiten und in Kontakt zu den betreuenden Pädagogen treten“, warnt Martina Haas, Fachreferentin für Sprachen und Integration beim Volkshochschulverband.

Auch junge Erwachsene, die ohne Schulabschluss nach Deutschland zugewandert sind oder einen höheren Schulabschluss nachholen wollen, benötigen besondere Hilfestellungen beim Übergang in die Bildungsangebote des Zweiten Bildungswegs. So genannte Brückenkurse, beispielsweise im Bereich der mathematischen oder sprachlichen Grundbildung, oder auch Angebote zum Erwerb einer ersten oder zweiten Fremdsprache unterstützen die Lernenden auf ihrem Weg zum Nachholen von Schulabschlüssen. Diese Kurse, die den Grundstein zur Behebung des Fachkräftemangels legen, so wie auch die im Vorfeld notwendige Beratung müssen öffentlich finanziert werden. Und bei der anschließenden beruflichen Integration ist es wichtig, Angebote zu finanzieren, die Zugewanderten die notwendigen Hilfestellungen bei der Integration in das Arbeitsleben geben, denn die tradierten Bildungsmaßnahmen berücksichtigen nicht hinreichend die individuellen Bedarfe der Migrantinnen und Migranten. Dazu gehören u.a. interkulturelle Kompetenzen und Kenntnisse in Bezug auf den Arbeitsalltag in unseren Betrieben.
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