Ludwig Sothmann übergibt LBV-Vorsitz

Nach über 36 Jahren wird der langjährige Vorsitzende bei den anstehenden Vorstandswahlen nicht mehr kandidieren

(lifePR) ( Hilpoltstein, )
Knapp vier Jahrzehnte war Ludwig Sothmann das Gesicht des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern (LBV). Der langjährige 1. Vorsitzende hat den mittlerweile über 75.000 Unterstützer zählenden bayerischen Naturschutzverband zu dem gemacht, was er heute ist. Bei den anstehenden Vorstandswahlen am 18. Oktober in Amberg wird Sothmann nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. "Ich will rechtzeitig loslassen", erklärt der 74-Jährige. Seinem Verband und der Politik wird der scheidende LBV-Vorsitzende aber weiterhin in einigen wichtigen Gremien erhalten bleiben. Als designierten Nachfolger schlägt der LBV-Landesvorstand das ehemalige Vorstandsmitglied Dr. Norbert Schäffer vor.

Über die letzten 36 Jahre nutzte Ludwig Sothmann seine zahlreichen einflussreichen Ehrenämter, um mit viel Verhandlungsgeschick, Diplomatie und Zähigkeit erfolgreich Einfluss für die Natur zu nehmen. "Ich bin mit Leib und Seele ein LBVler und so lange es mir gut geht, werde ich weiterhin aktiv bleiben", erklärt der scheidende Vorsitzende. Sothmann kennt alle wichtigen Entscheidungsträger und wird die Interessen seines Verbands daher auch zukünftig in wichtigen Gremien wie im Präsidium des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und im Obersten Naturschutzbeirat des Bayerischen Umweltministeriums vertreten. Außerdem bleibt er Sprecher der Umweltarbeitskreise "Biber" und "Kormoran" und sitzt weiterhin im Fachbeirat des Nationalparks Bayerischer Wald. "Meine Arbeit für die Natur und in der Natur geht mir garantiert nicht aus."

Als der aktive Naturschützer Ludwig Sothmann 1978 gebeten wird, den Vorsitz beim Landesbund für Vogelschutz zu übernehmen, ist der LBV noch eine weitgehend unbekannte Naturschutzorganisation. Da er seinen Beruf als Apotheker nicht aufgeben kann, bindet er die Zusage für das angebotene Ehrenamt an einige entscheidende Bedingungen. Er veränderte zunächst die Satzung, so dass eine effiziente Verbandsführung möglich wird. Aus diesem Grund holte er 1980 auch die Landesgeschäftsstelle von Garmisch-Partenkirchen nach Hilpoltstein. Weiterhin etabliert er Verbandsstrukturen auf Kreis- und Bezirksebene, an denen sich später auch der bundesweite LBV-Partner NABU orientieren wird. Vor allem aber verwandelte Ludwig Sothmann den LBV von einem reinen Vogel- in einen modernen Naturschutzverband, der sich um Arten, Lebensräume und Zukunftssicherung kümmert. "Wenn wir Arten langfristig erhalten wollen, müssen deren Lebensräume gesichert und möglichst optimiert werden. Die Verantwortung für unsere Mitgeschöpfe muss deshalb durchgängig das Handeln von Staat und Gesellschaft bestimmen."

In der Folge wächst der LBV unter Sothmanns Regie kräftig und das nicht nur durch steigende Mitgliederzahlen. Der Flächenerwerb wird zu einem wichtigen Naturschutzfaktor. "Wir müssen auf unseren Flächen eine Vision der Naturnähe zeigen. Das Spektakulärste ist hier sicher der Rainer Wald (250 Hektar), wo Natur ganz Natur sein darf", so Sothmann. Heute verfügt der LBV deshalb über knapp 2.800 Hektar Schutzgebiete, was etwa 4.000 Fußballfeldern entspricht. Zu den weiteren Erfolgen Ludwig Sothmanns zählen die Einrichtung der ersten deutschen Verbandsstelle für Umweltbildung, die Aufnahme der Quellen als naturgeschützter Bestandteil ins Gesetz und der Bau von bayernweit 11 LBV-Umweltstationen. Diese dienen dazu, möglichst vielen Menschen, insbesondere Kindern und Jugendlichen, die Faszination der Natur wieder näher zu bringen.

Unter Sothmanns Führung verstand sich der LBV stets als verlässlicher aber durchaus kritischer Partner der Naturschutzverwaltung. Aus dieser Zusammenarbeit resultierten viele erfolgreiche Artenhilfsprogramme wie zum Weißstorch, Feldhamster oder Böhmischen Enzian. Trotz des stetigen Wachstums blieb Ludwig Sothmann über all die Jahre ein ehrenamtlicher Vorsitzender. Für viele LBV-Aktive war er damit auch immer ein Vorbild. "Ich habe mich bewusst für den LBV entschieden. Dafür mussten in der Vergangenheit gelegentlich persönliche Dinge zurückstehen. Nun freue ich mich, dass die Arbeit am Schreibtisch etwas zurückgedrängt wird, und der direkte Kontakt zu Tieren, Pflanzen und Lebensräumen wieder mehr Platz einnimmt", so Sothmann abschließend.
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