Dienstag, 21. November 2017


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Spielposition beeinflusst das Verletzungsrisiko

Zweiter VBG-Sportreport zeigt Unterschiede in der Risikoverteilung

Hamburg, (lifePR) - Am 18. August geht es wieder los: Die Fußball-Bundesliga startet in die neue Saison. Leider kommt es immer wieder zu verletzungsbedingten Ausfällen, doch das Risiko ist unterschiedlich verteilt: Wer beim Fußball im Tor steht, verletzt sich seltener als ein Feldspieler – und ist doch in besonderer Weise gefährdet. Vergleichbare Unterschiede gibt es auch in anderen Mannschaftssportarten, wie die statistischen Auswertungen im Rahmen des Sportreports der gesetzlichen Unfallversicherung VBG zeigen. Für den Sportreport 2017 hat die VBG zum zweiten Mal das Unfallgeschehen in den zwei jeweils höchsten Männerligen der Mannschaftssportarten Basketball, Eishockey, Fußball und Handball untersucht.

Ungleichverteilung im Fußball

Torhüter verletzten sich in der Saison 2015/2016 mit durchschnittlich 1,8 Verletzungen wesentlich seltener als Abwehr- (2,7 Verletzungen) und Mittelfeldspieler (2,6). Aber auch Stürmer (2,2) waren seltener verletzt als ihre defensiveren Kollegen. Die erheblich niedrigeren Verletzungsraten von Torhütern ergeben sich aus dem grundlegend unterschiedlichen Anforderungsprofil im Vergleich zu allen anderen Positionen. Neben der geringeren Gesamtlaufleistung, einer niedrigeren Anzahl an Sprints und weniger Ballaktionen führen Torhüter auch weniger Zweikämpfe als Feldspieler. Und doch gibt es spezifische Risikofaktoren. „Torhüter sind häufig Situationen ausgesetzt, die ein sehr hohes Kollisionspotenzial mit sich bringen“, erklärt VBG-Präventionsexperte Sport Christian Klein. „Als besonders riskant hat sich das Abfangen von Hereingaben erwiesen. Hier kommt es oftmals zu Zusammenstößen mit dem heranstürmenden Angreifer oder sogar dem eigenen Mannschaftskollegen.“ So ist das Risiko einer Gehirnerschütterung bis zu 3,7 Mal höher als bei Feldspielern.

Risikoreiche Positionen im Basketball, Eishockey und Handball

Mit einem Anteil von nahezu 60 Prozent ereigneten sich beim Basketball in der Saison 2015/2016 die meisten Verletzungen unmittelbar unter den Körben. Hier finden typischerweise die meisten risikoreichen Spielaktionen wie Korbleger, Rebounds und Shotblocks statt. Mit durchschnittlich 2,2 Verletzungen im untersuchten Zeitraum kamen Power Forwards und Centerspieler auffallend häufiger zu Schaden als Point Guards (1,8 Verletzungen) sowie Shooting Guards und Small Forwards (jeweils 1,7 Verletzungen).

Beim Eishockey konnten zwischen den einzelnen Feldspielerpositionen keine statistischen Unterschiede in Bezug auf das Risiko festgestellt werden. Mit 2,6 bis 3,0 Verletzungen wurde bei ihnen im Durchschnitt jedoch über eine Verletzung mehr beobachtet als bei den Goalies (1,2 Verletzungen). „Wir führen das vornehmlich auf die insgesamt niedrigere Gesamtdynamik des torwartspezifischen Anforderungsprofils und die deutlich niedrigere Anzahl an Checks zurück“, sagt Christian Klein. Gleichermaßen kommt den Goalies eine deutlich erhöhte Protektion durch die torwartspezifische Schutzausrüstung zugute.

Auch im Handball ist die Position des Torhüters am seltensten betroffen. Durch den abgegrenzten Torraum sind die Torhüter von Zweikämpfen mit intensivem Körperkontakt weitgehend ausgeschlossen. Mit durchschnittlich 2,1 Verletzungen kamen sie dadurch wesentlich seltener zu Schaden als Rückraum- (3,0 Verletzungen) und Kreisspieler (2,8). Außenspieler (2,4) weisen unter den Feldpositionen den niedrigsten Wert auf.

„Diese und andere Erkenntnisse des Sportreports helfen uns und den Vereinen dabei, zielgerichtete Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Dazu zählt unter anderem, die Trainingsinhalte an die spezifischen Anforderungen der unterschiedlichen Positionen anzupassen“, sagt Christian Klein. Die VBG versteht sich als Partnerin des bezahlten Sports und ihr Ziel ist es, Anzahl und Schwere von Verletzungen zu reduzieren. Denn Sportunfälle sind kein Schicksal.

Auf der Webseite www.vbg.de/sportvereine bietet die gesetzliche Unfallversicherung VBG Sportunternehmen umfangreiche Präventionsangebote. Interessierte finden den VBG-Sportreport online unter www.vbg.de, Suchwort: „Sportreport“.

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft

Die VBG ist eine gesetzliche Unfallversicherung und versichert bundesweit über eine Million Unternehmen aus mehr als 100 Branchen - vom Architekturbüro bis zum Zeitarbeitsunternehmen. Der Auftrag der VBG teilt sich in zwei Kernaufgaben: Die erste ist die Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Die zweite Aufgabe ist das schnelle und kompetente Handeln im Schadensfall, um die Genesung der Versicherten optimal zu unterstützen. Rund 480.000 Unfälle oder Berufskrankheiten registriert die VBG pro Jahr und betreut die Versicherten mit dem Ziel, dass die Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft wieder möglich ist. 2.400 VBG-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter kümmern sich an elf Standorten in Deutschland um die Anliegen ihrer Kunden. Hinzu kommen sechs Akademien, in denen die VBG-Seminare für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz stattfinden.

Weitere Informationen: www.vbg.de.

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