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Blindfisch - Über eine Reise in die Dunkelheit

(lifePR) (Hamburg, )
Lon ist sechzehn und ist am Usher-Syndrom erkrankt, welches das Sehvermögen ebenso angreift wie das Hörvermögen. Dass Lon schlecht hört, ist nichts Neues, aber das sich zunehmend verengende Gesichtsfeld wird zu einer echten Herausforderung. Denn Lon erzählt niemandem davon, selbst der Mutter oder dem Arzt nicht. Neben der Schwierigkeit, die unaufhaltsamen Veränderungen des Sehvermögens im Alltag zu vertuschen, verspürt Lon eine anhaltende seelische Belastung. Zum einen muss Lon die krankheitsbedingten Veränderungen akzeptieren lernen und zum anderen ist da auch noch der neue Mitschüler Damian, der Lons Gedanken einfach nicht loslassen will. – Auf dem Weg in die Dunkelheit sehnt sich Lon nur nach einem: Liebe. Doch zuerst muss Lon lernen, sich selbst zu lieben.

Eine mitreißende und hochemotionale Geschichte über einen Menschen in der pubertären Hochphase, die ohnehin von Unsicherheiten, Identifikationskrisen und Veränderungen geprägt ist. Dabei gelingt es Karen-Susan Fessel die Frage nach der geschlechtlichen Identifikation Lons, die sich beim Lesen zu Beginn vielleicht noch stellt, irrelevant werden zu lassen und Lons Gefühlswelt und die Sehnsucht nach Liebe unabhängig von geschlechtlicher Identifikation in den Mittelpunkt zu rücken.

„Blindfisch“ weitet den Blick und gibt dem/der Lesenden die Möglichkeit, viel über sich selbst und die eigenen Erwartungshaltungen und Denkmuster zu erfahren – und zu hinterfragen. Ein wichtiger Beitrag zu einem hochaktuellen Thema im gesellschaftlichen Diskurs.

Über das Usher-Syndrom

Das Usher-Syndrom ist eine seltene, erblich bedingte Kombination von langsam fortschreitender Netzhautdegeneration und bereits früh einsetzender Innenohrschwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit von Geburt an. Es ist benannt nach dem englischen Augenarzt Charles H. Usher, der 1914 die rezessive Vererbung des Syndroms beschrieb. - (Quelle: https://leben-mit-usher.de/usher-syndrom/)

Die Autorin

Karen-Susan Fessel, ist 1964 in Lübeck geboren, studierte Theaterwissenschaften, Germanistik und Romanistik und lebt als freie Journalistin und Schriftstellerin in Berlin. Sie hat über 40 Romane und Erzählbände für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschrieben. Bereits ihr erstes Kinderbuch "Ein Stern namens Mama", 1999 erschienen, war ein großer Erfolg und wurde sogleich sowohl auf die Bestenliste des Zürcher Kinderbuchpreises "La vache qui lit" als auch auf die Empfehlungsliste des Evangelischen Buchpreises gesetzt. "Und wenn schon!" stand u. a. auf der Liste der BESTEN 7 (Deutschlandradio/Focus) und war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, für "Steingesicht" erhielt sie den Taiwan Book Award. 2020 wurde Karen-Susan Fessel für ihr kulturelles Schaffen und ihr soziales Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Sie ist Autorin mit Leib und Seele und sagt:

"Ich mache das, was ich mein ganzes Leben lang machen wollte - ich schreibe Bücher. Ich bin eigentlich ein fröhlicher Mensch, aber ich schreibe viel Trauriges, Ernstes, Schwieriges. In meinen Büchern geht es fast immer um Kinder und Jugendliche, denen es nicht so besonders gut geht oder die es nicht besonders leicht haben. Ich glaube nämlich, dass das helfen kann, wenn es einem selbst nicht so gut geht: wenn man sieht, dass andere die gleichen oder ähnliche Probleme haben oder vielleicht auch viel schlimmere und dass sie daran trotzdem etwas ändern können. Das Leben ist nicht immer lustig und leicht. Aber Bücher lesen kann helfen. Und wenn eines meiner Bücher auch nur einen einzigen Menschen tröstet, ihm Mut oder Freude macht oder hilft, andere Menschen besser zu verstehen, dann hat sich für mich das ganze Schreiben schon gelohnt!"

Mehr Informationen zur Autorin unter:

http://www.karen-susan-fessel.de/

Außerdem erschienen bei Oetinger Taschenbuch:

Karen-Susan Fessel

Alles ist echt

213 Seiten – gebunden – ab 12 Jahren

Hamburg: Oetinger Taschenbuch

7,99 € (D) / 8,30 € (A)

ISBN 978-3-8415-0439-5

Erscheinungstermin: 20. März 2017

Interview mit Karen-Susan Fessel zu „Blindfisch“

Wie sind Sie zur Idee zu Blindfisch gekommen?

Die Idee zu einem Roman über einen jungen Menschen, der nach und nach erblindet, ist mir bekommen, als ich für die Usher-Gruppe Berlin mehrere Lesungen und später auch einen Workshop gehalten habe. Dabei habe ich viele Betroffene kennengelernt, die Ähnliches wie Lon in „Blindfisch“ erlebt haben. Und so reifte die Geschichte dann nach und nach in mir heran. 

In der Geschichte bleibt das Geschlecht bzw. die geschlechtliche Identifikation von Lon offen. Wieso haben Sie sich dafür entschieden? Hatten Sie das von Anfang an so vor oder ist das einfach entstanden?

Zunächst hatte ich die Hauptfigur weiblich angelegt, dann männlich. Aber beides fühlte sich nicht richtig perfekt an. Irgendwann vermischte sich beides in mir, und schließlich fragte ich mich, ob dieses Gefühl sich nicht auch auf den Text übertragen lassen könnte. Das war dann genau das, was das Buch für mich rund machte! Ich bin gespannt, was die Leser*innen dazu sagen, wie sie Lon interpretieren und ob das überhaupt wichtig für sie ist …

Ist es Ihnen beim Schreibprozess passiert, dass Sie Lon automatisch in eine bestimmte Richtung geschlechtlicher Identität interpretiert haben? Oder konnten Sie sich davon vollkommen frei machen?

Dadurch, dass ich Lons Identität schon in zwei Richtungen komplett durchdacht hatte, gelang es mir dann am Ende tatsächlich, mich von einer festgelegten Interpretation zu lösen. Aber was Lon nun wirklich für eine Identität mit sich trägt, das bleibt mein Geheimnis.

Haben Sie die Art der Erkrankung von Lon, die das Hör- und Sehvermögen betrifft, bewusst mit der Unbekanntheit über Lons geschlechtliche Identität kombiniert? Unsere Wahrnehmung und Interpretation von Geschlechteridentitäten hängt ja zu großen Teilen von dem ab, was wir sehen und hören.

Ja, sicherlich, aber ich habe vorrangig darüber nachgedacht, welche Bedeutung das langsame Erblinden, von dem niemand weiß, wie vollständig es am Ende sein wird, für einen jungen Menschen hat und ob es einen Unterschied macht, welche Geschlechtsidentität dieser junge Mensch hat. Das war ein spannender Prozess für mich, denn ich glaube, wir sind immer noch an einem gesellschaftlichen Punkt, an dem wir männlichen Jugendlichen weitaus mehr aktive Sexualität und Lust zusprechen als weiblichen, auch im Hinblick auf Selbstbefriedigung und Lustempfinden. Das wollte ich mit „Blindfisch“ unbedingt aufbrechen.

Wie viel haben Sie für die Geschichte zum Usher-Syndrom recherchiert und wo?

Ich habe versucht, alles über das Syndrom zu erfahren, was mir möglich war. Sehr hilfreich waren mehrere Interviews mit Betroffenen, die ich über die Usher-Gruppe kennen gelernt hatte. Das Syndrom ist kaum bekannt und verläuft sehr unterschiedlich, Lon kommt ja relativ glimpflich davon. Sehr gern hätte ich natürlich gehabt, dass das Buch auch als Hörbuch erscheint, damit gerade die Hör- und Sehgeschädigten es lesen und hören können. Vielleicht kommt das ja noch!

Was wünschen Sie sich, dass Jugendliche oder auch Erwachsene, die das Buch lesen, daraus mitnehmen?

Dass das Leben auch mit radikalen Einschränkungen der Sinneswahrnehmungen absolut spannend sein kann, und dass es zudem gelingen kann, den eigenen Ängsten in einer konstruktiven Art zu begegnen.  Lon macht am Ende Frieden mit den eigenen Ängsten, und noch dazu wird Lons Geschlechtsidentität ganz offensichtlich von ihrer Klasse und den Lehrkräften respektiert, wie auch immer sie nun aussehen mag. Das wünsche ich mir für die Zukunft unserer Gesellschaft auch – dass niemand ausgegrenzt wird, weil er nicht in die altbekannten Muster passt. Wenn mein Buch dazu in irgendeiner Form beitragen kann, wäre ich sehr froh!

Karen-Susan Fessel         

Blindfisch

240 Seiten – gebunden – ab 14 Jahren

Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger

18 € (D) /18,50 € (A)

ISBN 978-3-7512-0260-2

Erscheinungstermin: 13. Juli 2022
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