Sonntag, 19. November 2017


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Steinkohle weltweit auf dem Weg zum wichtigsten Energieträger

Hamburg, (lifePR) - Die Steinkohle blieb in 2012 erneut die am schnellsten wachsende fossile Primärenergie der Welt. Sie deckte den Bedarf an Primärenergie der Welt von 19,1 Mrd. t SKE zu rund 28 %. Vor allem der asiatisch-indische Raum nutzte Strom aus Kohle für sein Wachstum. Die Förderung erhöhte sich in 2012 um 208 Mio. t oder 3 % auf knapp 7,2 Mrd. t. Der Löwenanteil entfällt davon auf China, das für über 50 % der Förderung und 21 % des globalen Energieverbrauchs steht. Fünf pazifische Staaten (China, Indien, Australien, Indonesien und Vietnam) stehen für ca. 70 % der weltweiten Steinkohleförderung.

Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert in ihrem jüngsten mittelfristigen Energieausblick 2012-2017, dass Kohle in fünf Jahren Öl als wichtigsten globalen Energieträger ablösen könnte. Die IEA hat weiterhin abgeschätzt, dass der globale Kohleverbrauchszuwachs in den kommenden fünf Jahren ebenfalls um durchschnittlich 2,6 % pro Jahr weiter ansteigen wird. Nicht China, sondern Indien wird das Land sein, das seinen Kohleverbrauch am meisten steigert und zum größten Kohleimporteur aufsteigen könnte. Die Steinkohle wird also ihre dominante Position behalten. In den OECD-Staaten prognostiziert die IEA einen leichten Rückgang des Kohleverbrauchs um 0,8 % p. a. bis 2017, dagegen einen Zuwachs in den Nicht-OECD-Staaten von 3,9 %.

In der EU-27 sank aufgrund der wirtschaftlichen Stagnation der Primärenergieverbrauch von 2,46 Mrd. t SKE auf 2,37 Mrd. t SKE (- 3,7 %). Der Anteil der Kohle erhöhte sich dabei von 16 % auf 19 % trotz des Ausbaus der Regenerativen Energien aber zu Lasten des Gases. In Europa verringerte sich die Steinkohleförderung um 1 Mio. t auf 128 Mio. t. Hiervon entfielen allein auf Polen 78 Mio. t, auf UK 17 Mio. t und auf Deutschland 12 Mio. t.

Seewärtiger Welthandel mit Steinkohle weiter gewachsen

Der Steinkohleweltmarkt (seewärtiger Handel und Binnenhandel) stieg 2012 um 122 Mio. t oder rund 12 % auf 1.164 Mio. t. Der seewärtige Handel mit Steinkohle stieg in 2012 dabei gegenüber dem Vorjahr um 104 Mio. t auf 1.082 Mio. t (+ 11 %) an, der Binnenhandel sogar um 28 % oder 18 Mio. t auf 82 Mio. t. Insgesamt hat damit der Welthandel mit Steinkohle in 2012 mit 1.164 Mio. t zum zweiten Mal die Milliardengrenze deutlich überschritten. Während der Kokskohlemarkt wegen des stagnierenden bis rückläufigen Stahlmarktes nur eine Steigerung von 17 Mio. t auf 256 Mio. t verzeichnen konnte, wuchs der Kraftwerkskohlemarkt dagegen um 12 % oder 87 Mio. t auf insgesamt 826 Mio. t. Die Erhöhung des Binnenhandels geht vornehmlich auf die Exporte der Mongolei nach China und von Kasachstan nach Russland zurück.

Für 2013 wird ein weiteres leichtes Wachstum der Nachfrage nach Überseekohle vor allem in Asien erwartet. Wegen des im Übrigen eher verhaltenen Ausblicks der Weltkonjunktur vor allem in den OECD Ländern, ist seit Jahresbeginn ein Rückgang der Preise sowohl für Kessel- als auch für Kokskohle und Koks zu verzeichnen

Kohleimporte nach Deutschland in 2012 profitieren von deutschen Stromexporten ins benachbarte Ausland - Steinkohleverbrauch insgesamt um 3,1 % gestiegen

Die deutsche und die Importsteinkohle konnten in Bezug auf die Erzeugungskosten von den gefallenen Kohleweltmarktpreisen, den niedrigen CO2-Zertifikatskosten und den hohen Gaspreisen profitieren. Der Primärenergieverbrauch stieg nach vorläufigen Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) insgesamt in Deutschland 2012 nur um 0,9 % auf 466 Mio. t SKE. Deutsche und importierte Steinkohle leisteten 2012 dagegen mit einem Anteil von 12,2 % am Energieträgermix den drittgrößten Versorgungsbeitrag nach Mineralöl und Erdgas, aber vor den Beiträgen von Braunkohle und erneuerbaren Energien. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 3,1 %.

Stromerzeugung und Stahlindustrie führten bei der Kohle zu einem unterschiedlichen Verbrauch: Während der Kokskohle- und Koksverbrauch konjunkturbedingt von 17,1 Mio. t um 10 % auf 15,4 Mio. t zurückging, erhöhte sich der Einsatz von Kraftwerkskohle um 6,1 % auf 40,1 Mio. t SKE und im Wärmemarkt um 0,1 Mio. t SKE auf 1,5 Mio. t SKE.

Das grenzüberschreitende Stromhandelsvolumen (Summe Importe und Exporte) erreichte in 2012 rund 112 TWh bzw. 18 % der Bruttostromerzeugung. Während der Stromimport um fast 6 TWh zurückging, erhöhte sich der Export um über 11 TWh.

Der Grenzübergangspreis für Kraftwerkskohle folgte der Spotmarktentwicklung und fiel von 105 €/t SKE Anfang 2012 auf 87 €/t SKE Ende 2012. In den ersten 3 Monaten dieses Jahres fiel er auf durchschnittlich 84 €/t SKE.

Importe nach Deutschland in 2012 nur leicht gefallen

Mit insgesamt 47,9 Mio. t wurde nur geringfügig weniger Steinkohle nach Deutschland importiert als 2011 (48,3 Mio. t), davon Kraftwerkskohle 35,3 Mio. t (+ 1,1 Mio. t) sowie Kokskohle 9,6 Mio. t (- 0,4 Mio. t) und Koks 3 Mio. t (- 1,2 Mio. t). Wegen der unverändert abgeschwächten Stahlkonjunktur wird sich der Import 2013 nicht erhöhen. Der Kraftwerkskohlebedarf wird nach unserer Einschätzung durch den günstigen clean dark spread gegenüber dem Gas und den weiter rückläufigen deutschen Steinkohlebergbau in etwa auf dem Niveau von 2012 bewegen.

Für 2013 wird daher ein Steinkohleimport in einer Größenordnung von rund 46 Mio. t erwartet.

Zum Verein der Kohlenimporteure

Der Verein der Kohlenimporteure e. V. (VDKi) ist die Interessenvertretung des Importsteinkohlemarktes in Deutschland. Die deutschen und europäischen Mitglieder stammen aus den Bereichen Kraftwirtschaft, Industrie, Handel und Logistik. Der Verein hat aktuell 76 Mitglieder, die in ihren Anlagen etwa 83 % des deutschen Steinkohlebedarfs von rund 57 Millionen t verbrauchen. Die Importkohle deckte in 2012 den Kohleabsatz Deutschlands zu 73 % ab. Damit vertritt der VDKi den ganz überwiegenden Steinkohlemarkt (deutsche und importierte Steinkohle) in Deutschland mit einem finanziellen Volumen in Milliardenhöhe.

Weitere Informationen unter www.verein-kohlenimporteure.de.

Aufgabenfelder: Der VDKI untersucht regelmäßig die Bedeutung der Importkohle für den internationalen, europäischen und deutschen Steinkohlemarkt, zeigt Perspektiven für die weitere Einfuhrentwicklung auf und veröffentlicht regelmäßig Statistiken über deutsche Steinkohleimporte und -preise.

Veröffentlichungen: Jahresberichte, in denen die Einbeziehung der Importkohle in den internationalen, europäischen und deutschen Steinkohlemarkt dargestellt und die Perspektiven für die weitere Einfuhrentwicklung beschrieben werden.

Statistiken über deutsche Steinkohleimporte und -preise werden monatlich im Internet veröffentlicht.

Vorsitzender: Dr. Wolfgang Cieslik, STEAG GmbH, Essen
Stellvertretender Vorsitzender: Reinhard Seifert, HCC Hanseatic Coal & Coke Trading GmbH, Hamburg
Geschäftsführer: Dr. Erich Schmitz, RA, Hannover

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