Sonntag, 24. September 2017


  • Pressemitteilung BoxID 666437

Teure Routenplanung

Verbraucherzentrale Hessen warnt vor ungerechtfertigten Mahnungen

Frankfurt am Main, (lifePR) - Unter wechselnden Adressen für Routenplanerseiten versuchen Abzocker, Verbraucher in ein teures Abonnement zu locken. Verbraucher beschweren sich aktuell über Mahnungen für 500 Euro teure Abonnements. Das Besondere daran: eine ordentliche Rechnung mit Zahlungsziel erhalten die Betroffenen meist nicht. Bei diesen Routenplanern handelt es sich um Internetabzocke. Verbraucher sollten die geforderten Beträge nicht zahlen. Wer nicht sicher ist, ob er einen Vertrag geschlossen hat, kann dies mit den Beraterinnen und Beratern der Verbraucherzentrale Hessen klären.

Aktuell erreichen die Verbraucherzentrale Hessen zahlreiche Beschwerden über die Seiten maps-routenplaner-pro.com und maps-24-routenplaner.com. So wie einem Rentner aus Hessen ergeht es dabei vielen: Über die Seite  maps-routenplaner-pro.com wollte er für sich und seine Ehefrau eine Ausflugstour von Hanau nach Korbach planen. Nach Aufforderung des Seitenbetreibers meldete sich mit seiner E-Mail-Adresse an. Unterhalb der Eingabemaske fand sich ein Button mit der Aufschrift „Registrieren“. Als dann die Mahnung kam, fiel er aus allen Wolken.

Zahlen muss nur, wer einen Vertrag geschlossen hat

„Der Seitenbetreiber verstößt gegen geltendes Recht“, sagt Dr. Julia Zirfas, Referentin Digitale Welt bei der Verbraucherzentrale Hessen. Die Seite hat keinen Button, der mit „kostenpflichtig bestellen“ oder ähnlichem gekennzeichnet ist. Deshalb kam hier gar kein wirksamer Vertrag zustande, der Herrn S. zur Zahlung verpflichtet.

„Wir raten generell davon ab, diese Seiten zur Routenplanung zu nutzen“, so Zirfas weiter. „Wer eine Mahnung erhält, sollte den geforderten Betrag von 500 Euro keinesfalls zahlen“. Anschließend kommt möglicherweise eine E-Mail, in der die Inkassofirma die Übergabe an die Strafverfolgungsbehörden androht. Sie droht auch damit, Gegenstände mit einem Kleintransporter oder einer Spedition abtransportieren zu lassen. „Lassen Sie sich davon keinesfalls einschüchtern“, sagt Zirfas.

Hintergrund:

Auf der Startseite und in den Nutzungsbedingungen von maps-routenplaner-pro.com und maps-24-routenplaner.com gibt es zwar Hinweise auf Kosten (500 Euro für 24 Monate), diese werden aber nicht beim Registrierungsvorgang angezeigt. Wer diese Seiten für seine Routenplanung nutzen will, muss sich dafür mit seiner E-Mail-Adresse anmelden. Dadurch kommt nach Ansicht der Seitenbetreiber ein kostenpflichtiges Abonnement zustande, für das 500 Euro vorab fällig seien. Zusätzlich ködert die Seite Nutzer mit einem Gewinnspiel, für das sie ebenfalls ihre E-Mail-Adresse eingeben sollen, was auch ein Abonnement auslöst.

Die genutzten Domains ziehen regelmäßig um und treiben ihre Masche unter einer neuen Adresse weiter. Der angebliche Anbieter der Seite ist je nach Domain ein anderer. Wer der tatsächliche Inhaber ist, ist nicht nachvollziehbar. Die Daten auf diesen Routenplanerseite führen ins Leere. Die genannten Adressen existieren gar nicht.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Heizung: Rechte der Mieter in der kalten Jahreszeit

, Verbraucher & Recht, ARAG SE

Bei Kälte, Regen und Sturm gibt es kaum etwas Schöneres als eine kuschelig warme Wohnung. Allerdings kann es ziemlich ungemütlich werden, wenn...

Flugdrohnen: Führerschein wird Pflicht

, Verbraucher & Recht, ARAG SE

Rund eine halbe Million Drohnen sind in Deutschland bislang verkauft worden. Egal ob Einsteigermodelle für wenige hundert Euro oder kameratragendes...

Einführung von Bitcoin Core 0.15.0 – Eine Erklärung von CLLB Rechtsanwälte

, Verbraucher & Recht, CLLB Rechtsanwälte Cocron, Liebl, Leitz, Braun, Kainz Partnerschaft mbB

Letzte Woche war die offizielle Veröffentlichung von Bitcoin Core 0.15.0, des nunmehr bereits fünfzehnten Updates der Bitcoin-Software, die vor...

Disclaimer